Montag, 21. Mai 2012

Zum "deutlichen Sieg" für #Hollande gegen #Sarkozy in #Frankreich

Auch kurios, was da bzgl. Wahl von Hollande, PS, in Frankreich ablief.
Nicht nur, dass SpiegelOnline recht frühzeitig vom Sieg gegen Sarkozy, UMP, titelte. Es wurde auch von einem "deutlichen" Sieg geschrieben.
Leider finde ich den am Wahlabend diesbezüglich gelesenen Artikel nicht mehr.

In einem anderen Artikel weist SPON darauf hin, dass in Prognosen "Je nach Institut [...] der 57-jährige Hollande demnach fünf bis sechs Prozentpunkte vor Sarkozy" gelegen habe.
Schlussendlich war das Ergebnis deutlich knapper.

Laut wahlrecht.de erhielt Hollande im zweiten Wahlgang 51,6 Prozent aller Stimmen, Sarkozy hingegen "nur" 48,38 Prozent.
"Nur", da einzig Valéry Giscard d’Estaing im Jahr 1974 mit einer noch geringeren Zustimmung gewählt wurde. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Über 48 Prozent aller Franzosen wollten Hollande nicht - egal, ob sie Sarkozy vielleicht auch nur für das "kleinere Übel" gehalten haben mochten.
Vor der Wahl gab Frau Le Pen keine Wahlempfehlung ab; unklar ist, inwiefern der überzeugte Rechtswähler das Kalkül dahinter, die Aushöhlung und Aufspaltung des bürgerlichen Lagers, verstand und goutierte.
Ansonsten kann ein Rechtsextremist oder -radikaler kaum an einem linken oder sozialistischen Präsidenten interessiert sein. Denn regelhaft dürfte dieser die gesamte Amtszeit durchhalten.

Im Vergleich zur letzten Wahl, 2007, stieg die Zahl der Nichtwähler und sank die Zahl der Wähler; auch die Zahl der Ungültigen und Enthaltenen nahmen zu.
Bayrou verlor knapp 10 Prozent, Marine Le Pen gewann mit dem FN 7 Prozent hinzu.

Alles andere als ein "deutliches" Ergbnis.