Donnerstag, 25. Februar 2010

Die #EKD, #Käßmann Überlegenheit und #Glaubwürdigkeit

Nun trat Margot Käßmann also doch zurück.

Wie mehrfach u.a. über Twitter verbreitet meinte, bzw. "hoffte", ich noch, sie und die Evangelische Kirche Deutschlands besinnten sich eines besseren und ließen es nicht zum Amtsverzicht kommen.
Vier Tage nach ihrer Autofahrt unter Einwirkung einer Blutalkoholkonzentration von 1,54 Promille trat sie von allen Ämtern, dem Ratsvorsitz der EKD sowie dem Landesvorsitz der Landeskirche.

Eigentlich wollte ich meinen Beitrag zum Anlass einer Generalkritik an Religion, Staat und Kirche nehmen.
Doch hatte ich heute schon mindestens ein längeres Gespräch zum Thema, bei dem ich mich reichlich verausgabte.

Zunächst verstehe ich Beweggründe Käßmanns selbst zurückzutreten und gemäß hierarchischer Organisation der Kirche, Ämteranreize und -konkurrenzen den auf die wahrscheinlich ausgeübten Druck.
Auch die Evangelische Kirche ist "nur" eine gegliederte Organisation egoistischer, kokurrierender Individuen mit Geltungs- und Machtbedürfnissen.

Hierbei komme ich gleich zu meinem ersten Argument, bzw. erster "Empörung" meinerseits.
In medialen Aufbereitungen, Leitartikeln, Kommentaren und teilweise Käßmanns Aussagen selbst ist immer von "Glaubwürdigkeit" die Rede.
Diese definiert sich meiner Ansicht nach nicht innerhalb oder in die Kirche hinein, sondern sinnvoll einzig öffentlichkeitswirksam und medial.

Chrakterbewertungen wie "Glaubwürdigkeit" spielen innerhalb von Organisationen eine eher instrumentelle, praktisch-pragmatische Rolle: So kennt man die meisten Akteure und versieht ebensolche mit Positionen die einem selbst nahe sind mit Attributen "positiver", also ausgiebig vorhandener "Glaubwürdigkeit". Ideologisch oder theoretisch ferne werden entweder gar nicht oder negativ bewertet. Nur selten dürfte einer Person mit anderer Auffassung "Glaubwürdigkeit" bescheinigt werden.
Das bedeutet, dass inner-organisatorische Willensbildung zumindest nicht hauptsächlich nach diesen Regeln oder mittels Ressource "Glaubwürigkeit" ablaufen. Sie kann das zumesserische Resultat sein.
Die "Glaubwürdigkeit" Käßmanns ist öffentlich, medial also übermäßig bedeutender als in die kirchlichen Strukturen selbst.
Und hier verlor sie zumindest in meiner Bewertung nichts.
Allerdings ging ich auch niemals davon aus, dass eine Person ihrer Position keinen Alkohol zu sich nähme.
Die bislang einmalig festgestellte und notwendig gerügte Fahrt in diesem Zustand ändert nichts an der Richtigkeit bspw. ihrer Afghanistan-Einlassungen zur Sinnlosigkeit eines Krieges der mit konventionellen Mitteln nicht zu gewinnen ist.
Oder was eventuelle Einmischung der Kirchen in politische Diskurse betrifft.

Im Allgemeinen befand ich, der an sich kirchen- und religionsfern verortet ist, gerade Frau Käßmann als einen erfrischenden, weil kommunikativen und eindeutigen Akteuer.
Ich bewerte ihre Aussagen thematisch-inhaltlich und zwar zu einem bestimmen Thema und nicht vor dem Hintergrund der Person oder des Lebens(laufs) Käßmanns.
Ihre Alkoholfahrt schmälert also für mich in nichts inhaltliche Äußerungen zu Politik, Gesellschaft oder gar Religion.
Im Allgemeinen - was vielleicht nicht vergessen werden sollte - ist es nicht nur etwas antiliberales und antivernünftiges wegen einer "Verfehlung" eines Menschen die gesamten anderen Grundaussagen infrage zu stellen. Zumal mittlerweile allseits bekannt und für richtig befunden sein sollte, dass man als aufgeklärter, gebildeter und diskursfähig-kritischer Mensch nicht einmal etwas "(er)leben" muss, um sich Bewertungen und Kritik erlauben zu können.
Doch ist das nicht einmal korrekt, schließlich lebt sie ihre sonstigen Einlassungen sogar.
In meinen Augen, das mag zunächst kontrafaktisch und paralogisch anmuten, gewann Käßmann gerade durch die aktuellen Probleme und "Querelen" an Glaubwürdigkeit.

Gerade ich, jemand der mit Kirche und Religion wenig bis nichts anfangen kann und der sie aus spezifischen Gründen auch weder Handlungs- noch als Bewertungsleitend begreift oder begreifen kann, sehe in Käßmanns Alkoholfahrt etwas "menschliches".
Menschen sind dumm, egoistisch, lügen und betrügen.
Sie können es vertuschen, verhehlen oder die Intensitäten steuern, geschehen wird es auf die ein oder andere Weise trotzdem.
Täglich.

Es gibt viele Akteure, die dies nicht anerkennen können oder wollen - beides aus nicht so hehren Gründen als zunächst angenommen.
So bietet sich ein "christliches Menschenbild" und ein "Leben im Zeichen der Bibel und Gottes" als Momentum zum Abheben von anderen an.
Man kann sich als "gut", positiv und daher moralisch und ethisch überlegen gerieren. Die vorgelebte Selbstkasteteiung ermöglicht es, das auch von anderen zu verlangen, mindestens andere aber zu kritisieren.

Käßmann ist nicht die Frau, die dies hervorfief oder -brachte.
Sie gehört auch nicht der deutlich fundamentalistischeren prä-lutherischen religiösen Strömung, der katholischen Kirche, an.
Doch unterwarf sie sich den Regeln und dem "System" Evangelische Kirche.
Das heisst eben nicht, dass sie ihr Leben in den Dienst dieser Strukturen und Regeln stellen muss, allerdings verlangt ihr die Erringung und Aufrechterhaltung der Position ein gewisses "Wohlverhalten" oder "angepasstes Verhalten" ab.
Und dadurch erlangte positionale Nutzen werden der Person zuteil und sie weiß sie für sich und die Sache zu nutzen.
Die Vereinbarung, sich wenigstens nicht in hohem Maße zuwider zu verhalten, gilt unausgesprochen.

Für die kirchliche Position und die Ämter Käßmanns ist genau diese und zwar einzig diese stillschweigende Vereinbarung bedeutsam.
Öffentlich dürfte Käßmann mehrheitlich "Verständnis" und tendenzielles "Wohlmeinen" entgegengeschlagen sein; viele sehen in einer einzigen registrierten Alkoholfahrt ein "dummes Fehlverhalten", was eben doch vielen bis allen geschehen kann.
Kircheninterne Kritiker sehen hierin ein gefundenes Fressen bzw. weitere Kerbe im Ast auf dem Käßmann sitzt.
Und wie es in solchen Organisationen dann funktioniert, werden Ränkespiele, Machtdemonstrationen und Mehrheitsfindungsprozesse hinter den Kulissen betrieben und der Betreffende ggf. for die Wahl gestellt von der Mehrheit "unehrenhaft" abgewählt zu werden oder die Konsequenzen "selbst" zu ziehen und mit großem Popanz zurückzutreten.

Und hier wird die Evangelische Kirche selbst massiv unglaubwürdig und vergiebt eine historische Chance.
Letztere allerdings existiert bei genauerem Hinsehen, wie oben dargetan, überhaupt nicht. Vielmehr hätte ich sie gerne gesehen.


Die Kirchen allgemein postulieren stets überlegene Wahrheit und Weltanschauung, christliches Menschenbild, Nächstenliebe, Vergebung und Verzeihen.
Ob das theoretisch so rechtfertigbar ist, steht dahin.
Als sie allerdings praktisch umsetzen konnten, was theoretisch stets erklärt wird, nämlich menschliche Fehler zwar nicht nachzusehen oder zu relativieren, taten sie genau das andere und verhielten sich erwartungsgemäß wie jede andere Organisation: Sie chassten den Vorsitz oder ließen es zu.

Die vier Tage Abstand zwischen der Trunkenheitsfahrt und dem Rücktritt sprechen für mich eher für internen Druck als autonome Abgangsentscheidung der Ratsvorsitzenden.
Wenn man über sich selbst tatsächlich so erschrocken und betrübt ist, sich nicht mehr im Spiegel ansehen mag und religiöse Anschauungen gar nicht mehr meint glaubwürdig vertreten zu können, so erfolgt er Rücktritt binnen 24 Stunden.
Alles andere mutet eher wie ein hoffnungsloser Abwehrkampf an.
Welche "Wahrheiten" will man in der Zwischenzeit eruieren? Wer soll an der gewesenen Sache und der erfahrenen und kommunizierten Sachlage etwas ändern?
Die öffentliche Meinung, welche sich durchaus nicht zum negativen Wandelte, spielte von Anfang an nicht die in diesem Falle entscheidende Rolle. Diese für sich genommen hätte den Ämterverzicht weder erfordert noch erzwungen.
Das ganze ist nur kirchenintern erklärbar - und genau hier fehlen detaillierte Informationen.

Gerade indem Käßmann also in dieser Analyse mindestens zum Rücktritt genötigt wurde, verliert die evangelische Kirche für mich an Glaubwürdigkeit ihrer Postulate der "Fehlertoleranz" und ihrem Petitum Menschen weitere Chancen zu geben, den Stab nicht über eine einzige Verfehlung zu brechen so "Buße" getan wird.
Und sich öffentlich durch alle Gazetten zerren zu lassen, mehrfach öffentlich zu entschuldigen dürfte mit den weiteren, ohnehin erwartbaren und richtigen straf- und verkehrsrechtlichen Konsequenzen genug davon gewesen sein. Zumindest mir persönlich dürstet es nicht nach mehr.
Kircheninterne Kritiker und klerikale Fundamentalisten vielleicht schon, nur ist auch das dann wiederum ein kircheninternes Problem - mit "Glaubwürdigkeit" als Währung Käßmanns, die ich fast ausnahmslos öffentlich, medial, wirken sehe, hat das nichts zu tun.

Die nun ehemalige Ratsvorsitzende scheiterte im Kern an einem Umstand, an dem die Religion und Kirche als solche scheitern:
Dem Graben zwischen ihrem Selbstverständnis einer auf Bibel und göttlicher Nähe basierenden ethisch-moralischen Überlegenheit und dem Mangel diesem Anspruch in der Realität gerecht werden zu können.
Ein Grund, weshalb sowohl die Kirchen wie auch bspw. Parteien stetig an Mitgliedern einbüßen.
Weshalb sich Käßmann als Ratsvorsitzende, zumal unter Alkoholeinfluss, nicht fahren ließ, wird dabei zur nebensächlichen Petitesse.
Eine "Chance", menschliche Fehler als Zeichen einer Kultur der Vergebung in einer Gesellschaft zu sehen, die stark von Markt und wettbewerblichen Kategorien durchdrungen ist, welche eben keine Fehler zulassen, wurde dabei nicht einmal ansatzweise angedacht.
Wie auch, wenn letztlich Amt und "Würde" über alles gehen und Inhalt dahinter zurücktritt.

Meine "Hoffnung" auf "normale", rechtsstaatliche Aburteilung Käßmanns ohne Amtsverlust oder -verzicht war ein Kinderglaube.
Einen anderen, Religion oder Kirche als solche könnten andere Wahrheiten, gar "überlegene" solche aufzeigen, beerdigte ich glücklicherweise schon früher.

Dienstag, 23. Februar 2010

#Mediokratie: #Helmut #Schmit und #Vorbilder abseits praktischer #Politik

Gerade sehe ich wieder einmal Helmut Schmidt im Fernsehen, genauer in einer Wiederholung von "Beckmann", dem Talk in der ARD auf Phoenix.

Ich halte seine Person ja insgesamt für überschätzt, wiewohl auch ich weiß, dass Parteien und (ideologische) Bewegungen wie bspw. die deutsche Sozialdemokratie, Figuren, Personen und Ikonen benötigt, zu denen sie aufsehen und mit Hilfe derer sie Konflikte aktualisieren können die außerhalb des "Tagesgeschäfts" liegen.
Viele Sozialdemokraten werden mir sofort "unsolidarisches Verhalten" oder "Pinkeln ans eigene Bein" vorwerfen, wenn ich diese Meinung blogge.

Doch sehe ich nicht, weshalb ich die SPD oder einzelne Personen schonen sollte, wenn ich das bei anderen nicht tue und mir dies ebensowenig zu teil wird.

Ich machte die Erstkritik am Beispiel Schmidts Befürwortung von größeren Einheiten im Banken- und Finanzsystem deutlich, welche er auf einer ZEIT-Konferenz äußerte.
Doch ist es gerade "Größe" im Sinne der Bilanzsumme, welche ein Institut im erpresserischen Sinne "systemisch" werden lässt.
Größere Einheiten und Fusionen erhöhen also das Druckpotenzial und bringen bis auf Marktaufteilungs- und Monopolgewinne der Unternehmen für die breite Masse wenig. Ob bspw. mglw. geringere Kosten durch Infrastrukturzusammenlegungen der Institute bei gleichzeitigen Entlassungen der Arbeitnehmer, welche vom Steuerzahler aufzufangen sind, diese Effekte kompensieren, ist mir zumindest bislang unklar.
Ein solches Erpressungspotenzial allerdings sollte in keinem Falle existieren - genannte Forderungen und Befürwortungen tragen nur dazu bei.
Aufgrund mangelnder Datenbankconnectivität kann ich momentan nicht auf meinen ursprünglichen Artikel verweisen.

Nun hörte und sah ich eine junge Frau in einem Beckmann'schen Einspieler, welche Schmidt als ihr "politisches Vorbild" bezeichnete.
Abgesehen davon, dass die Desillusionierung bei mir Raum griff und ich ohnehin aufgrund meiner Kenntnisse niemals davon ausging, dass Kategorien wie "Heilsbringer" a la Barack Obama, Präsident der USA, oder "Idole" oder "Vorbilder" wie Schmidt und andere, gerechtfertigt seien, erscheint mir gerade das Alter der genannten Person fragwürdig.
Kann sie doch die Schmidt'sche (Kanzler-)Politik nur aus Lehr- oder Geschichtsbüchern adaptiert haben, da sie zur Zeit der sozialliberalen Koalition offensichtlich nicht geboren bzw. verständlich sozialisiert gewesen ist.

Das heisst, dass sie die Auffassungen mindestens aus guter Zweiter Hand zieht.
Hierfür kommen genannte Lehr- und Geschichtsbücher oder mediale Vermittlungen in Betracht.
Vermittlungen wie etwa Beckmann.

"Politische Vorbilder" zu prägen oder zu popularisieren ist Ausgang eines systemischen Unverständnisses. Dem Unverständnis des politischen Systems, der Unwissenheit wie politische Prozesse funktionieren und Entscheidungen zustande kommen.

Dabei bleibt für wirklich KEINE Person Raum zum "Vorbild" oder "Idol" zu werden; gerade wenn die genannte junge Frau Schmidt als von allen anderen (aktuellen) Politikern abgehoben versteht, da er "tut, was er sagt" und auch "Dinge anspricht".

Dies allerdings kann selbst in einem demokratischen politischen System nur jemand fern dessen so umfänglich tun, als dass er dem Bild eines "Vorbildes" entfernt nahe käme.
Damit führt sich die Person und folgend ihre Ansicht selbst ad absurdum.
Wenn demokratische Aushandlungsprozesse Stillschweigen erzwingen, da man im Vermittlungsausschuss bspw. zwingend nicht-öffentlich verhandelt und gesetzlich vorgegeben verhandeln muss, wird man Stillschweigen führender Politiker erwarten können und müssen.
Ähnlich verhält es sich mit einem Kanzler, der seine und ggf. eine an der Koalition beteiligte Fraktion "auf Linie" bringen muss um im Parlament zu gemeinsamen Abstimmungen und mehrheitsfähigen Entscheidungen kommen zu können.
Hierbei spielt auch der Wunsch nach dem Verbleib im Amt eine Rolle, der jedem Kanzler immanent innewohnen muss; anderes führte nicht nur zur Instabilität des politischen Systems.
Und genau dann greifen die Muster, welche von vielen so beredt kritisiert werden.
Gerade von denen, die Politiker wie Helmut Schmidt so über den Klee loben.

Ich kann die "Sinnsuche", die Suche nach etwas "andersartigem", auch im politischen System, nachvollziehen.
Doch macht es das ganze nicht besser.

Helmut Schmidt profitiert von der einen oder anderen positiven Entscheidung seiner politischen Karriere, einem gutem Leumund von (Partei-)Freunden oder, meine Hautposition, darauf aufbauend medialer Zeit.
Seine Anziehungskraft nutzen die Medien, die Leute sehen und kaufen es durch Quote.
Er - wie andere übrigens auch - kann sich nun quasi "diktatorisch" gerieren.
Achtung: Dies dient nur der Verdeutlichung meines Arguments.

Damit jemand einen Ruf erwerben kann wie Schmidt, muss er häufige, aber nicht penetrante Mediensichtbarkeit aufweisen.
Er muss kurze, klare Gedanken formulieren, die mit Tagespolitik, vorallem mit dem politischen System selbst wenig bis nichts zu tun haben.
Denn auch er weiß genau, wie das System läuft und wie sich handelnde Personen einweben. Er war ja selbst prominent tätig.
Heute nutzt er sein Wissen und den Umstand, dass ihn und andere kaum jemand scharf kritisiert um genau diese Zusammenhänge ignorierend thematische Einlassungen zu tätigen.

Gerade in genannter Beckmann-Sendung ist überdeutlich, wie viele "Fragen" Schmidt gestellt bekommt und wie wenig kritisch der Moderator nachfragt.
Wer sich schon einmal kursorisch mit Interviews bpsw. von Politikern der LINKEn, namentlich Lafontaine, befasste, dem wird diese Ambivalenz auffallen.
Hier liegt ein Medienversagen vor, kann man Schmidt selbst nur bedingt dafür verantwortlich machen - die Zuschauer und Menschen könnten es ja besser wissen.

Ich möchte Helmut Schmidt nicht diskretitieren - könnte ich auch nicht.
Ich plädiere für einen offeneren, rationaleren Umgang mit seiner Person, gegen Idealisierungen.
Gerade an Barack Obama kann man sehen, wie schädlich solches sein kann - und Obama trug zu dieser Schaumschlägerei noch selbst zu.
Hier ist Schmidt klüger, er betreibt "nur" Understatement, weist nicht so offen auf systemische Bedingtheiten und Diskrepanzen hin. Hier sollten Medienvertreter kompensierend wirken. Dies unterlassen sie regelhaft.

Zustande kommt dann soetwas, wie bei genannter junger Frau.
Die einen altge- und -verdienten Politiker wie Schmidt aufs idealistische Schild hebt, mit der praktischen Umsetzung unseres politischen Systems aber offensichtlich wenig bis nichts anfangen kann.
Sich hinter jemanden zu stellen, der angeblich die "richtige Auffassung" vertritt ist immer einfach, man läuft oder fährt im "Windschatten" mit und muss nicht alles einstecken, was diesem entgegenschleudert.
Nur schleudert Schmidt nicht einmal etwas entgegen.
Das ist meiner Ansicht nach eine problematische Entwicklung, die von den Medien maßgeblich befördert wird.
Ein weiteres Beispiel wäre der "grandiose Krisenmanager" Peer Steinbrück (SPD), ehemaliger Finanzminister der Großen Koalition. Er habe die "Finanzmarktkrise" eindrucksvoll überwunden und Deutschland damit vor "schlimmerem" bewahrt.
Die Diskussion über Druckpotenziale, systemische Bedingungen, Bilanzsummen, Anteile der verschiedenen Regierungen die zu dieser Situation beitrugen oder gar "Krisenbewältigungsalternativen" kommen darin kaum noch vor.

Fluch und Segen des #Internet. Oder: #Digitalisierung des Krankensystems Teil 2

Eigentlich ist es ja nicht meine Art, gewisse Trend- oder Prognosebekundungen meinerseits öffentlich bekanntzugeben, ich nehme meist mit halböffentlichen, freundschaftlichen oder selbstgesprächigen Entäußerungen vorlieb.
Letztere auch, da die mangelnde Gesundheitsgefahr derselben mittlerweile allseits bekannt sein sollte und daraus keineswegs auf Psychosen, etc. geschlossen werden kann.

Sowas bedachte ich heute erneut, als ich eine Wiederholung der Diskussionssendung "Im Palais" sah, in der Frank Schirrmacher, Herausgeber der FAZ, anführte nach einem Gespräch mit einem der Google-Gründer auch bzgl. seiner eigenen Sicherheit im Unklaren zu sein.
Dabei verwies er darauf, dass es bald möglich werden könnte, auch Daten wie die eigene Krankengeschichten sowie DNA, etc. an Google zu "übergeben", wenn daraus ein "Mehrwert" erwüchse.

Nun gibt es solches bereits in den USA: In Google-Health könnte man seine Daten auch heute schon eingeben, nur sehe ich darin die Gefahr der eindeutigen Zuordbarkeit eigener Krankheitsdaten zu bereits bestehenden Google-Profilen, anderen Daten die die Suchmaschine auffindet und deren Zugänglichkeit bspw. für Arbeitgeber.
Letzteres sollte gerade gesetzlich untersagt werden.
Mit dem Gendiagnostikgesetz wurde hier bereits ein Schritt in die richtige Richtung gegangen, doch gehen wir mittlerweile meines Erachtens in Teilen des Internet in einen Abschnitt über, indem gerade der Gesetzgeber stärker regelnd eingreifen muss, um - wie es auch in anderen Bereichen schon ist - dem Individuum notwendigen Schutz gegen Monopole oder übermächtige Konzerne zu geben.

Google ist ein gutes Beispiel.
So gerne ich mit GMail, GoogleMaps, GoogleEarth und mittlerweile auch Buzz arbeite, so groß und datenhungrig ist der Konzern auch.
Ironisch schon fast, dass ich dies bei Google blogge.



Technologie und das Internet sollten die Medizin wenn nicht "revolutionieren", so doch individualisieren.
Überall geschieht dies bereits: Wir führen Online-Banking aus, Kaufen und Verkaufen online, hören durch Algorithmen "auf uns zugeschnittene" Musik, haben zig Profile in Sozialen Communities.
Für eine wissenschaftlich fundierte, von einem Arzt akzeptierte Blutdruckmessung allerdings müssen wir die Arztpraxis aufsuchen, wo beim Patienten erneut mit teilweise batteriebetriebenen elektronischen Messgeräten, so die Arbeitskraft und Zeit für die Schwester gespart wird, ein Wert bestimmt wird.
Werte für den Blutzucker, den Diabetiker bestimmen müssen, werden in ein Kärtchen eingetragen, welches dem Arzt bei nächstem Besuch vorgelegt werden.
Für ein Echokardiogramm, EKG, muss auch meist mindestens der Hausarzt aufgesucht werden, ebenso müssen Rezepte und Überweisungen analog und offline abgeholt werden, wie ich bereits "beklagte".

Da eine große Zahl (deutscher) Haushalte mittlerweile über schnelle und kostengünstige Internetzugänge verfügt, könnte man das deutlich effizieren.
Und man wird es tun.
Gerade wenn im Krankensystem Kostendrücke (künstlich) aufrecht erhalten oder weiter erzeugt werden und kapitalistisch-gewinnorientierte Mechanismen raumgreifen.
Und gerade das, was Schirrmacher kritisierte, den amerikanischen "Computer Doc", einen Arzt also, der sich mehr mit dem Personal Computer und der darauf laufenden Software beschäftigt und auch im Patientengespräch mehr darauf sieht, als den Patienten anzusehen, wird man damit nicht los.
Man fördert es eher weiter.

Meine für mich durchaus bedauerliche Auffassung, die angewandte Medizin verlagere sich zunehmend in den Verantwortungsbereich jedes Einzelnen, der dafür jedoch heillos überfordert ist, halte ich aufrecht.
Weil dem so ist, wird sich der Markt für Angebote zur "Patientenbildung" oder zur Rechtedurchsetzung für Patienten gegenüber medizinischem Personal neu begründen oder ausweiten.
Das wird auch notwendig, denn das nun zu individualisierende und dem kollektiven Sicherheits- und Fürsorgegedanken zu entreißende System ist kein "normales" Produktionssystem.
Man kann im Laden ein falsches Brot oder beim Autohändler ein falsches Auto kaufen.
Davon stirbt - bei Einhaltung deutscher Sicherheitsstandards - erst einmal niemand.

Ob ein Patient aber eine spezifische, ggf. invasive und mglw. teure Untersuchung bekommt, die so vielleicht gesetzlich vorgeschrieben ist, der Arzt oder die Klinik es aber abwiegeln oder gar (indirekt) ablehnen, kann lebensentscheidend sein.

Meine weitere These, dass es großteils engagierte und interessierte Ärzte brauchen wird, weil für alles andere zunehmend Medikamente und Apparate zuständig sein werden, halte ich ebenso aufrecht.
Dass dies so von allen Medizinern bereits verstanden wurde, wage ich stark anzuzweifeln.

Wenn Patienten also kleine Blutdruck-, Blutzucker- und EKG-Messgeräte bekämen, die eine automatische Übermittlung per WLAN an einen Zentralrechner einer Praxis ermöglichte, bedingte das eine Zeit- und Geldeinsparung.
Bedingte des weiteren ein anfälliges, großes, schwerfälliges Computer- und Serversystem.
Und sicher käme auch irgendwie wieder Google ins Spiel.
Ob der Patient, dessen Aktentransparenzrechte und seine allgemeinen Rechte gegenüber dem System im Vordergrund stehen wird, darf ebenso bezweifelt werden.
Auch heute schon können informierte und engagierte Patienten für Kosten- und Zeiteinsparungen sorgen, so sie selbst noch nicht zu krank dazu sind und von Ärzten und Bürokratie keine zu großen Steine in den Weg gelegt bekommen.
Wenn man aber fast "flehen" muss, um seine eigene Krankenakte vollständig zu bekommen, kann von dem vorgenannten Zustand wahrlich keine Rede sein.
Und nicht jeder Patient ist gleich fit und kann in gleichem Ausmaß seine Rechte einfordern und ggf. durchsetzen.
Also müssen/werden es andere tun: Private oder der Gesetzgeber für alle.
Letzteres wäre zu begrüßen und ist überfällig.

Gegen meine obige Auffassung spricht bspw. die Einführung der Telematik im Gesundheitswesen durch die "elektronische Gesundheitskarte", eGK.

Doch halte ich das nur für ein zwischenzeitliches Scheitern.
Je stärker wir unser Leben ins Internet verlagern und je kritikloser wir dies akzeptieren und leben, desto wahrscheinlicher wird auch diese Spähre einbezogen.

Und - meiner Ansicht nach folgerichtig: Desto wahrscheinlicher steuern wir auf die große Wand zu, die für jeden exorbitanten Trend einst kommen muss.
Wann weiß ich nicht, wie und warum ist mir ebenso unbekannt.
Allein, dass es so kommt, da bin ich sicher.
Ist auch keine Verschwörungstheorie, eher eine aus Beobachtungen anderer Gesellschaftsbereiche abgeleitete Erwartung.

Bislang sind so viele Reklamationen verschiedener Gesellschaftsteile entweder ausgeblieben oder nicht laut genug vernommen.
Ich denke dabei z.B. an Menschen, die kaum noch sinnvoll Fahrkarten für die Deutsche Bahn lösen können, da sie (altersbedingt) nicht mit den Automaten dieses Unternehmens umgehen können oder zum "Lernen" gezwungen werden sollen.
Höflich wird diese/r - je nach Lesart - Zwang/Nötigung als "Gap", Kluft zwischen den "digital natives", den Generationen, die quasi "natürlich" mit dem Internet aufgewachsen seien und dem Rest, beschrieben und benannt.
Ich erwarte auch hier vernehmbarere Beschwerden.

Paradoxerweise, zumindest für meinen Beitrag, könnten gerade oben genannte Mechanismen von diesen Generationen geradezu euphorisch begrüßt und erwartet werden.
Verkürzt ein gutes, handhabbares und funktionierendes EKG doch jederzeit die Zeit bis zum Arztkontakt und ermöglicht einen klinischen Aufenthalt innerhalb der "Goldenen Stunde", was die Überlebensrate bei Herzinfarktpatienten massiv steigert.
Ein weiterer, damit sofort verbundener Prozess, ist meiner Meinung nach ähnlich dem, was Michel Foucult einst als "Biopolitik" zu bezeichnen pflegte.
Die Ausdehnung der Ein- und Übergriffe auf das Individuum entweder durch "den Staat", die Bürokratie, oder durch gesellschaftliche Normen.
So könnte es irgendwann dazu kommen, dass Rauchen nicht nur geächtet ist, sondern auch entweder viel zu teuer um es in gesellschaftlicher Breite auszuüben, oder gesellschaftliche Normen ein sanktioniertes Missverhalten überwölben.
Ähnlich sieht es mit Adipositas oder allgemeiner dem Gewicht der Menschen aus.
Nicht nur, weil es dem System Geld kostet, was wiederum nicht unpopulistisch mit "den Steuerzahlern" gleichgesetzt werden kann und daher Angriffsfläche bildet, nein schon heute sprechen einige davon, die Systeme würden "immer teurer", aber nicht zwingend effizienter.
Ob das stimmt, steht mal dahin, die Argumentation ist einfach und verfängt.
Wenn die Optionen zur Einsparungen bei Ärzten, Kliniken, Betten und Medikamenten denn einst tatsächlich ausgeschöpt sein sollten, wird man denklogisch auf das Individuum durchgreifen.
Denn dieses trägt mit seiner Lebensweise - mutmaßlich - deutlich zu den Systemkosten bei.
Die Argumention lautet dann schnell: Entweder kommt es zur Anpassung des Verhaltens, oder höheren Versicherungskosten bzw. nur einer Basisversicherung.
Und das wird schleichend und mit Billigung der Masse stattfinden; ein Angstklima mit kommuniziertem Systemende bedingt die Erhaltung des Status Quo mit gewollten Einschnitten.

Montag, 22. Februar 2010

Freitag, 19. Februar 2010

#Helene #Hegemann und die überfällige Diskussion des #Urheberrechts

Zum ersten Mal las ich von Helene Hegemann und den Plagiats-Vorwürfen überblicksweise in einem Artikel auf FAZ.NET.

Da man selbst gerne schreibt und ab und an wissenschaftliche Artikel und Arbeiten schreiben und lesen darf, war ich zunächst überrascht ob der Vorwüfe und gerade der Dimension, welche das Thema hatte und noch bekommen sollte.
Da soll eine 17-jährige "Jungautorin" einen Roman, "Axolotl Roadkill", in Teilen von anderen Autoren abgeschrieben, deren Werke einfließen lassen und keine Quellen offen gelegt haben.
Ist dies im Wissenschaftsbetrieb nachweisbar, verliert man nicht nur an Reputation, wie Jürgen Graf auf ZEITOnline später schreiben sollte, sondern auch die Anstellung bzw. alle bisherigen Prüfungsleistungen als Studierender. Dies kann sogar zur Exmatrikulation führen.

Ein zweiter verbundener Themenkomplex ist das gesellschaftlich normierte Verwertungsrecht, was im Urheberrechtsgesetz und dem "Schutz des geistigen Eigentums" zum Ausdruck kommt.
Verwertungs- und Produktionsinteresse, wie schon im Zusammenhange mit Castingshows erneut kritisiert.
Befürworter argumentieren, die Künstler müssten von ihren geistigen Errungenschaften und deren Veräußerung/Kopien "leben", also zum Ressourcen- und Wartentausch in unserer Gesellschaft befähgt werden.
Abgesehen davon, dass das wiederum nur durch Marktinstrumente und -prozesse gesteuert wird und durch den Mediencharakter des Geldes ein ungleicher Tausch möglich wird, ist der "Wert" eines Stücks oder Textes bestenfalls ex-post und durch andere Menschen bestimmbar.

Viel wichtiger als dieser Komplex aber die grundlegende Frage eines Copyrights als eine von sozialen Prozessen abgelöste und ablösbare Produktionsform.
Denn etwas innergesellschaftliches, aus der Gesellschaft und deren Interaktion selbst heraus geborenes verkaufen zu wollen wäre zwar möglich.
Für alles lassen sich prinzipiell Preise finden - und wenn eine eigens dafür eingerichtete Komission tätig wird, so Märkte versagen.
Allerdings erfolgte die Honoration des Werkes, also der anerkannten "individuellen Leistung" nur für eine Person und deren Fähigkeit, soziale Interaktion zu erkennen und für ihre Zwecke zu monopolisieren.

Philosophisch gesehen ist die Diskussion noch interessanter, schließlich kann man eben diesen gesellschaftlichen Zirkel als ursächlich und unmöglich für eine urheberrechtliche Monopolisierung verstehen.
Wenn Menschen die Welt erst durch andere Menschen, mithin Sozialisation erfassen und in ihrer Vielfalt begreifen und später für sich nutzbar machen können, kann ein menschlicher Schaffensprozess auch nicht davon unabhänig betrachtet werden.
Das hiesse, dass jegliche menschliche Entäußerung nicht nur schon einmal getätigt wurde, sondern geradezu essenziell für weitere und auch diese gerade hier geschriebenen wäre.
Damit könnte kein Mensch für eigene Gedanken ein Urheberrecht beanspruchen.

Aus diesem Blickwinkel müsste sich auch Helene Hegemann oder andere wie Thomas Mann nicht des plagierens oder auch der "Montagekunst" zichtigen lassen.
Es wäre geradezu eine Notwendigkeit.
Und der Tod für jegliches Copyright und Verwertung menschlicher Gedanken und künstlerischer Prozesse.

Erinnert mich am Rande auch an den, u.a. marxistischen, "Entfremdungsbegriff" des Menschen von seiner Arbeit bzw. dem resultierenden Produkt, wofür er "bezahlt" wird. Quasi eine Art "Ablasshandel". Beides ermöglicht nach heutiger Lesart die Entwicklung einer Gesellschaft und moderne Arbeitsteilung und Fortschritt.
Das allein ist noch wenig kritikwürdig, könnte man daraus auch ein Überdenken der allzu restriktiven Verfolgungen von Urheberrechtsverstößen schließen.

Schnell war in der "Causa Hegemann" auch von der "neuen Umgangsart" der vermeindlichen "Jugend" mit Eigentum, gerade dessen virtueller Umsetzung, die Rede.
So war der Wortzusammenhang "Copy&Past-Generation" fast ein Schimpfwort und emanzipatorisch-revolutionärer Aufruf zugleich.
Eine Generation, so hiess es, die wie keine andere mit dem Internet augewachsen sei und seine "Potenziale" ausreizen und nutzen könne; mithin die "Digital natives" statt "digital immigrants".
Nebst solcher ob ihrer Unbedeutung grotesk anmutenden Kunstworte ist genau diese latent positive Haltung fehl am Platze.
Eine Haltung einer Gesellschaft, in der etwas in Bewegung ist und die sich selbst nicht sicher ist, was "Eigentum" und "Urheberrecht" sein kann und soll.

Da gibt es die leidige Diskussion der "Biopatente".

Wissenschaftler entdecken Gene, Proteine oder andere organismische Strukturen des menschlichen Körpers, modifizieren sie, bringen sie zur Anwendung oder melden einfach die Entdeckung zum Patent an.
Ein Patent über etwas, das sie nicht schufen.
Über etwas, das modifiziert oder unmodifiziert Leben retten oder beenden kann und damit einen "höheren" als den rein individuellen Verwertungsnutzen widerspiegelt.
Diese Patente könnten eine Menge Geld und Reputation einbringen, sie zuzulassen aber Wissenschaft und Medizin weiter monopolisieren und Fortschritt um Jahre zurückwerfen, mindestens behindern.

In diese Gesellschaft setzt also die 17-jährige Hegemann ihren Roman, der zunächst übereuphorisch ob seiner Härte, klaren Worte und offener Brutalität gefeiert wird.
Als ich gestern Rezensionen des Buchversenders Amazon, sind auf der ersten Seite überwiegend negativ geschrieben und im Kern genauso wertlos wie die feuilletonistischen Einlassungen ohne Eigenlektüre des Buches, sah, wollte ich mir ja schon fast ein Exemplar bestellen.
Man liest die Verachtung der Bewertenden auch auf den Literaturbetrieb heraus.
Auch mir kam der Gedenke der Heuchelei: Als hätte nur Hegemann abgeschrieben.
Bestätigt wurde dies fundiert von Grafs Artikel, indem er von Goethe, Mann und Brecht schrieb.
Schriebe ich morgen ein Buch, so könnte ich auch nicht jedes Zitat oder jede Einlassung, welche ich von einem anderen Menschen hörte oder las in diesem belegen.
Der entscheidende Unterschied für die Basis der Zumessung einer Urheberrechtsverletzung ist der Übergang von der Sprache zum (geschriebenen) Wort. Und zwar eines Wortes, das geschützt wird.
Niemand käme auf den Gedanken einen "Wert" eines Gedankens oder Wortes aus einem gemeinsamen Gespräch einzuklagen, nur oder gerade weil jemand durch die Verwertung, Produktion eines verkaufbaren und verkauften Werkes, einen individuellen Nutzen erzielt.

Gerade das wäre auch fragwürdig, ginge man doch davon aus, dass ebendiese Worte von jedem genutzt werden können.
Und durch die Veröffentlichung soll dies plötzlich anders sein.
Hierbei entsteht etwas rein künstliches, wofür es so keine (natürliche) gesellschaftliche Grunlage gibt.
Alle guten und fortschrittlichen Dinge, aus denen wiederum neues und verwertbares entsteht, sind doch so bedingt.

Hegemanns Auftritt bei Harald Schmidt war auch nicht so schlecht, wie von einigen selbst ernannten Kritikern per Yotube-Kommentarfunktion eingeschätzt.
Nachdenklich und für eine 17jährige erfreulich "reif" parlierte sie angeregt mit Schmidt und parierte auch zwei pikante Anwürfe, da sie nicht wisse, was in ihrem Buch stünde und sie es doch einmal lesen solle. Sie selbst allerdings kokettierte vor Schmidt damit, dass sie sich nicht an alles erinnern könne, schließlich sei nicht alles von ihr und andere könnten fragliche Passagen verfasst haben.
Weidermanns Appell in der FAZ, nochmals "von vorne" anzufangen, geht allerdings fehl.
Das "Problem", gerade des Urheberrechts und dessen Reichweite ist in der Welt und Diskussion.
Die Piratenpartei diskutiert es seit langem, während andere Parteien eher legislatieren und exekutieren, statt zu erklären und gesellschaftliche Interessen und Standpunkte offenzulegen.

Donnerstag, 18. Februar 2010

#FDP und #Leistungsgerechtigkeit zum pol. #Aschermittwoch

Eigentlich wollte ich meinen Beitrag zum politischen Aschermittwoch vom 17. Februar 2010 mit der Besprechung der Definition und des Inhalts der "Leistungsgerechtigkeit", und weshalb diese sinnfrei und theoretisch fragwürdig ist, zubringen.

Doch stelle ich eine Beobachtung, bzw. einen Eindruck voran, den ich so ausgeprägt zumindest meiner Erinnerung nach im letzten Jahr nicht hatte.
Als Sarah Wagenknecht und Klaus Ernst (beide LINKE) heute Nachmittag bei Phoenix mit ihren Reden übertragen wurden, kam mir bei der Formulierung, Menschen würden "ausgesaugt", Vergleiche zu Propaganda der Nationalsozialisten vor und während 1933-1949 vor Ohren/Augen.
Nicht, dass es intendiert gewesen ist, oder der Vergleich eine 100%-ige Kongruenz in Ziel und Inhalt hervorbrächte.
Doch ist das "Aussaugen" der "normalen Menschen" durch externe Entitäten oder böse, egoistische und unbeeinflussbare Gebilde auch damals leidlich benutzt worden.
Natürlich nahm ich nicht an, die Verwendung solcher Polemiken sei auf die LINKE begründet und zum Beweis fand ich eben auf SPIEGELOnline einen Artikel mit Zitaten der liberalen Veranstaltung.
Hier finden sich Formulierungen wie "Es ist doch unerträglich, wie der Staat die Menschen aussaugt."
eines Herrn Härig. Die Stoßrichtungen unterscheiden sich zwar: Die LINKE zielt auf Unternehmer, Kapitalisten als quasi-diktatorisch-egoistische und nicht kontrollierte und außerhalb des Gemeinwohl stehende Entitäten welche den Staat und die "normalen Bürger" am liebsten Schröpfen möchten um ihren Gewinn auf deren Kosten zu maximieren; die FDP kritisiert "den Staat" als Zusammenfassung aller dirigistischen Eingriffe in das privat(wirtschaftliche) Leben.

"Ausgesogen" werden bei beiden "Extrema" des demokratischen Parteienspektrums also immer "Menschen".
Je drastischer die Sprache, desto besser decken die "Ränder" des demokratischen Parteiensystems auch "radikalere" Kräfte auf der linken und rechten Seite ab, könnte man positiv entgegen halten.
Denn das Wort "aussaugen" könnte man so sicher auch in einer Pressemitteilung der NPD lesen, die dann wiederum die "Enttabuisierung" eines bisher durch ebendiese Parteien vorgeblich verschwiegene Thema für sich motivierend in Anspruch nähme.
Doch ist das "Aussaugen" durch irgendjemanden an sich negativ; bei der LINKEn durch die Unternehmer welche eine Gesellschaft zur Güterproduktion und damit Bedürfnisbefriedigung auf die eine oder andere Weise benötigt. Die FDP kritisiert "den Staat" als solchen und trägt damit nicht unbedingt zu einem positiven, partizipativen Staatsverständnis bei.

Nun liegt es mir zwar fern, beides inhaltlich zu bewerten.

Allerdings sehe ich die Kritik der FDP als "schwerwiegender" an.

Was "den Staat" betrifft, so ist er im Kern demokratisch aufgebaut; es existiert mindestens eine Gewaltenteilung und demokratisch-legitimierte Pfadabhänigkeit einzelner Ebenen.
So kann man jede Behörde bspw. als "der Exekutive" unterstellt betrachten und damit der letzten, höchsten Exekutive auf bspw. Bundesebene, der Bundesregierung.
Diese wiederum wurde demokratisch gewählt und kann für Versäumnisse und Probleme in eben ihrem Bereich direkt verantwortlich gemacht werden: Durch Parlamentswahlen, die indirekt auch die Wahl der Bundesregierung bedingen bzw. beeinflussen.
In Unternehmen sieht dies allerdings anders aus.
Zwar gibt es Arbeitnehmermitbestimmung und für gewisse Unternehmen weitreichende Transparenzregelungen, vorallem bei Inintial Public Offerings (IPO) und im Prime und abgestuft im Entry Standard an Deutschen Börsen.
Die allermeisten allerdings verfügen nur über genannte Arbeitnehmermitbestimmung und selbst diese ist zuweilen äußerst rudimentär, sodass entweder gar keine oder korrupte Betriebsräte durchaus mächtigen Unternehmern gegenüber stehen.

Und genau hier ist es "der Staat", der zwar keine radikale Form der Demokratie in die Unternehmen trägt, weil wir in einer Wirtschaft mit Privateigentum leben.
Selbst durch Anteil der Angestellten erwirtschaftetes und Gewinne des Unternehmens werden "nur" durch Löhne vergolten, welche durch Arbeitnehmer in klassischen Interessenvertretungsorganisationen, Gewerkschaften, erkämpft werden müssen. Diese wiederum werden auch vom Staat garantiert und für freie Ausübung im Rahmen der Gesetze gesorgt.
Allerdings fehlt in Unternehmen oben genannte Verantwortlichkeit und deren Verortbarkeit.
Selbt ein Unternehmen in Aktienbesitz kann untergehen, weil nicht alle Verantwortlichkeiten direkt ersehen oder benannt werden können/dürfen. Dafür sollten Aufsichtsräte zuständig sein, doch geschieht das nicht immer zeitnah, so bspw. bei Karstadt-Quelle, später Arcandor.

Dieser "garantierende Staat" wird von der FDP nun als überbordendes Bürokratiemonster kritisiert und zur Reduktion freigegeben.
Dass dabei nicht zuletzt Arbeitnehmerrechte in Bedrängnis kommen können, sollte bedacht werden.
Angesichts im Unternehmen im Gegensatz zum Staat in ungleich geringerem Maße nachvollziehbaren demokratischen Strukturen, die gewollt sind, ist der Vergleich und die Stoßrichtung der FDP meiner Auffassung nach "schwerwiegender".


Nun aber zum eigentlichen Beitrag.

Guido Westerwelle (FDP) äußerte heute einen Satz, den ich bereits am Nachmittag kommentierend twittern "musste":
"Man muss schon wirklich linksradikal sein, wenn Leistungsgerechtigkeit als rechtsradikal gilt".
Im Original meine ich mich übrigens an die Formulierung "linksextrem" statt "linksradikal" erinnern zu können.
Eine zunächst schöne Übertreibung ohne inhaltliche Stoßrichtung vergessen zu lassen, meint man.Alternativ äußerte er noch, es sei dann bald eine "sozialistische Diskussion".

"Leistungsgerechtigkeit" ist etwas sehr relatives.
Wie die Demokratie, so ein geflügeltes Wort, lebt sie von Voraussetzungen, die zu schaffen sie selbst nicht in der Lage ist.

Um eine gesellschaftliche Steuerung, mithin "Kontrolle" oder "Selbstkontrolle" auf Basis einer "Leistung" ablaufen zu lassen, benötigt man Kategorien und Bewertungsmaßstäbe.
Maßstäbe, die eine "Leistung" mess- und bewertbar machen.
Das sollen die privatwirtschaftlich organisierten Märkte ermöglichen und sichern. Hier treffen sich egoistische, interessengeleitete Individuen und gleichen sich untereinander aus.
Der Preis für ein Gut, eine Ware oder Arbeitszeit soll dann das Maß einer "Leistung" sein.
Das ist bequem. Und billig.
Denn im Kern gibt es keinen sinnvollen Bewertungsansatz einer menschlichen Leistung, außer dem, was Menschen ihm als "Wert" selbst beimessen.
Das liegt daran, dass es eben KEINE externe Entität gibt, die Moral oder Wert vorgibt oder sanktioniert.
Das Problem ist, dass Märkte aus sich heraus und immanent ungleich und dysfunktional sind.
Diese Dysfunktionen werden als "tolerabel" akzeptiert, Fehlsteuerungen und Marktballungen sollen ggf. durch "den Staat" beseitigt werden.
Der Preis also ist ebenso kein externes, von den Bedingungen seines Entstehens losgelöstes Medium, sondern wird mithin gerade durch diese in großem Ausmaß geprägt. So kommen Abhänigkeiten und einseitige Kapitalballungen zwar deutlicher ins Sichtfeld von interessierten und informationszugängigen Menschen, doch wird ihnen auch nicht unabhängig, sondern wiederum durch etwas gesellschaftlich in Interessenkonkurrenz geschaffenes, abgeholfen. Was wiederum von den Bedingungen abhängt.

Die Befürworter der Marktgesellschaft muten mir manchmal messianistisch an, ein übergeordnetes, quasi religiöses Ziel habend. Gleichwohl sieht es von anderer Seite nicht viel anders aus.

Im Kern entscheiden also einzig Menschen über den Wert einer Sache, eines Gutes und einer menschlichen Leistung durch Arbeit.
In der Marktgesellschaft haben sinnvollerweise nur mehr Menschen optionalen Zugang zu dieser Bewertung, nicht zwingend zur Bestimmung der Kategorien selbst. Dies kann bestenfalls "der Staat" leisten und dieser wiederum ist auch "nur" Ausfluss oben bereits angedeuteter Interessenkollisionen.

Damit fehlt der "Leistungsgesellschaft" und/oder "Leistungsgerechtigkeit" ein übergeordneter, von allen gleichsam zu akzeptierender Maßstab.
Ersetzt wird dieses durch einen oktroyierten Markt.

Der "Leistungsgerechtigkeit" fehlt aber noch etwas anderes, ganz entscheidendes: Die Grundlage der Teilnehmer bzw. der Bewerteten und Kategorisierten.

Die objektive und damit sinnvolle Bewertung einer Leistung zweier unterschiedlicher Menschen kann nur dann sinnvoll und folgenreich erfolgen, wenn sie auf zumindest gleicher Basis der Erbringung erfolgt.
Das heisst, dass die individuelle Leistung durchaus unterschiedlich ist und sein darf. Die Basis zur Erbringung aber muss zwingend gleich sein, sonst tradieren sich die Nachteile in die Leistung hinein und es wird "doppelt bestraft". Daran kann aber in einem sinnvollen Verständnis einer "LeistungsGERECHTIGKEIT" nicht gelegen sein, sondern die "Besten" aufgrund ihrer situativ erbrachten Leistung zu filtern, bewerten und Ämter sowie Ressourcen, bspw. Finanzmittel, auszuwählen und zu begütern.

Doch sind die Voraussetzungen zur Leistungserbringung und damit folgerichtet die Bewertung derselben eben nicht gerecht oder ansatzweise "gleich".

Dies wird bereits beim einfachsten, offensichtlichsten und bedrängensten Beispiel deutlich: Bildung.
Folgt man dem logischen Pfad einmal von der höchsten Bewertung, der höchsten gesellschaftlichen Position und deren Vergütung rückwärts, so summieren sich Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten, für die das Individuum nicht immer, in einigen Fällen sogar gar nichts, kann. Und damit auch nicht dafür bestraft werden darf, weil es die resultierende mangelnde Leistung nicht durch mangelnde eigene Leistungsbereitschaft oder individuelle Fertigkeiten zu verantworten hat.

Die eigene Bildung und der Zugang zu dieser ist, nicht zuletzt erwiesen durch PISA- und OECD-Studien, in hohem Maße vom Elternhaus und elterlicher Bildung abhänig.
Das heisst, dass der Zufall oder die "Gnade" der Geburt bereits teilweise für den späteren Bildungserfolg verantwortlich zeichnet. Doch dafür kann das Individuum nicht.
Hat es also durch eine andere, motivational schlechtere, zusätzlich eventuell noch sozioökonomisch schlechter situatierte Familiensituation schlechteren Zugang zu und Motivation in der Bildung, so wird ihm eine Ungerechtigkeit aufgezwungen, die es aus sich heraus auch zunächst längere Zeit nicht beseitigen kann. Ihm sind die Grundlagen dieser Ungerechtigkeit schlicht unklar, es interessiert sich in jungen Jahren nicht oder kaum dafür und hätte im gegenteiligen Falle auch wenig Handlungschancen.
Was nichts am grundsätzlich negativen Fakt ändert.

Das gilt natürlich ebenso für besonders begüterte Familien, die ihren manchmal nicht so intelligenten Nachwuchs trotzdem auf Gymnasien oder weiterführende Schulformen schicken können und damit gewisse individuelle Nachteile durch ein höheres (finanzielles) Engagement kompensieren können.
Das ist, wie die FDP manchmal suggerieren möchte, an sich nicht schlecht, Eltern können und sollen ihren Nachwuchs fördern.

Nur ist der Nachwuchs des ersten Gedankens vollkommen unverschuldet in quasi doppelt nachteiliger Situation dem zweiten gegenüber.

Dies tradiert sich natürlich, schließlich sollte der Bildungserfolg des ersten Kindes im Schnitt schlechter sein, als der des zweiten. Auf dem erreichten Bildungszertifikat, mit dem ein nicht geringer Aufwuchs an sozialer Erwartung und Bestärkung verbunden ist, basiert die spätere Chance auf einen Arbeitsplatz in unserer "Zertifikategesellschaft". Die positive Bestärkung, elterlicher Einfluss und der Bildungserfolg bedingen nicht nur den Zugang zum Arbeitsplatz, sondern auch die durch ihn erzielbaren Ressourcen: Nicht nur durch die durch die Gesellschaft ex ante bewertete, erwartbare individuelle Leistung in der (Güter- oder Dienstleistungs)Produktion, sondern auch durch die eigene Verwertung im Sinne positiver Vermarktung. Auch hier treten Nachteile unterer Ebenen auf oberen zusätzlich erschwerend in Aktion.

Eigentlich genügt schon diese eine vom Individuum nicht verursachte Ungerechtigkeit, um einem System einer "Leistungsgesellschaft" oder "Leistungsgerechtigkeit" Dysfunktionalität zu bescheinigen oder gar eine Absage zu erteilen.
Es geht, so scheint es, wieder einmal "nur" darum, die beste unter den vielen schlechten Optionen zu finden und anzuwenden.
So gesehen könnte man dem zustimmen, wenn - nach John Rawls - diese Regelung die Beste aller denk- und machbaren für die unteren und untersten Teile der Gesellschaft darstellte.
Wie man es dreht und wendet - es bleibt dysfunktional und ein Geschmäckle.


Da also Bewertung und Voraussetzungen für "Leistungsgerechtigkeit" und "Leistungsgesellschaft" in zumindest radikaler Form nicht gegeben, oder bestenfalls semioptimal vorhanden und umsetzbar sind, sind die durchgreifenden und radikalen Strukturprinzipien ohne anderweitige Steuerungen und Feinjustierungen abzulehnen.

Und wer sollte diese notwendigen Steuerungen vornehmen?
Der von der FDP so beredt kritisierte Staat.
Denn kostenlose Kindergarten- oder Bildungsangebote bereitstellen ist in diesem Duktus durchaus möglich, weil das marktlich - ein Ausfluss der fragwürdigen Kateoriebildung von "Leistung - nicht oder nicht optimal zu erzielen wäre.

Dienstag, 16. Februar 2010

#USIO - #Raab mit ordentlicher Figur in eigener Casting-Show

Kein Fan von so genannten "Castingshows" seiend, blieb ich heute auf ProSieben bei "Unser Star für Oslo" hängen.
Natürlich ist es eine "normale" Show, keine großartigen Neuerungen, nichts wegweisendes oder innovatives.
Doch hat Stefan Raab zumindest häufiger eine Nase für interessante Formate.

So sprach nicht zuletzt der Medienblogger Stefan Niggemeier vom "System Raab" (Gedankenzitat), welches von ihm auf ihn zugeschnitten sei.
So ist es nach TVTotal und Schlag den Raab auch in diesem Falle.

Mathias Opdenhövel ist ebenso vorhanden wie wechselnde Juroren, die an sich keinerlei Funktion erfüllen und wie es sich mir darstellt auch keine erfüllen sollen.
Zwar kann ich nur mit den Informationen der heutigen Sendung aufwarten, welche ich noch nicht einmal vollständig sah, doch kommt mir das alles schon sehr Raab-zentriert vor, der keine schlechte Figur macht.
Weil er kritisiert.
Und zwar positiv, vordergründig fundiert und nicht unter der Gürtellinie, wofür bspw. Dieter Bohlen in der RTL-Version "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS) bekannt ist.
Raab mimt hier einen ruhigen, durchdachten, kritischen aber neutral-rationalen Bohlen.
Und genau hier punktet er.

An sich sollte Nena oder das Mitglied der Band "Fettes Brot" in etwa soviel Ahnung vom Geschäft und dem "Züchten" von "Superstars" haben, wie Stefan Raab.
Doch äußerten sich diese beiden fast ausschließlich emotional beteiligt, was nett aber wenig zielführend ist, da es um Verkäuft und Quote geht, oder einfach naiv und dumm.
Vorallem die sonst von mir durchaus geschätzte Nena fiel hierbei negativ auf.

Es kam mir teilweise so vor, als seien die anderen beiden Jury-Mitglieder vor der Sendung "gebrieft" worden, die "harte Kritik" Stefan Raab übrig zu lassen; er tut sich damit hervor.
Und das nicht einmal sehr klug oder dumm, sollte man doch davon ausgehen, dass er vom spezifischen Musik-Buisness nicht ausnehmend viel Ahnung hat.

Das passte auch zum "System Raab", genauso wie der Hintergrundkommentator der Einspieler, der mit dem aus TVTotal identisch ist und den "Wiedererkennungswert" sichert.
Opdenhövel und "Elton" hängen ihm ohnehin am produktiven Rockzipfel. Gerade die positive Profilierung des ersteren kam durch Raab enorm voran, war er bspw. mir sonst nur durch Späße in einem früheren Morgenmagazin entfernt geläufig.

Was Castingshows im Allgemeinen betrifft, so bringe ich gerne Verachtung zum Ausdruck.
Mir fehlen bei "Musik" im Allgemeinen sinnvolle Maßstäbe.
In allem, was Menschen tun, streben sie danach, sich mit anderen zu vergleichen und ggf. zum besseren zu arbeiten. Dies zieht sich schlussendlich gewollt oder ungewollt durch Beziehungen.

Wie aber soll man Musik "sinnvoll bewerten"?
Welche ist "besser" oder "schlechter"?
Gibt es dafür Kategorien und Maßstäbe?
Ja, möchte man einwenden: Anzahl der gehörten Titel, bspw. bei Diensten wie last.FM, Charts oder die Verkaufszahlen von Konzertkarten, Alben und Singles eines Künstlers.
Doch ist mir das zu wenig und sehr individuell.
Musik ist eine Expressionsform, die wie alle anderen zur Bewertung auch Maßstäben der Verwertung unterworfen wird, von denen sie nur teilweise abhänig ist.
Natürlich ist keine "moderne" Musik und kein ebensolches Konzert ohne kapitalistische Arbeitsteilung und "Konsum" denkbar.
Doch die gestalterische, ja schöpferische, "Kraft" - die Erschaffung mindestens eines Textes - unterliegt zumindest anfangs keiner Verwertungsorientierung und besitzt diese auch nicht als Bedingung, geht man von einer Künstler-Sozialisierung außerhalb dieses Kontextes aus.

Hernach kommt es zur Kommerzialisierung, Verbreitung und Verwertung.
Das Problem beginnt dort, wo die Verwertung zum Maßstab der Qualität wird.
Und genau so läuft es auch in genannten Castingshows.
In Ermangelung von geeigneten Kateogorien werden Menschen eingeladen, sogenannte "Juroren", die mal mehr oder weniger sinnvoll entweder Sangesauftritte, Kleidung, Stimme oder Bewegung des Kandiaten bewerten.
Damit prägen sie natürlich das Bild des Darstellers gegenüber dem Publikum und ggf. Fernsehzuschauern.
RTL bspw. nutzt dies um den "Bewerbern" ein Image zu verpassen - wenn Dieter Bohlen jemand elegant Kontra zu bieten vermag, polarisiert dies.
Und nichts ist wichtiger, als zu "bewegen", zu polarisieren und Menschen Projektionsflächen zu bieten.
Gute und schlechte.
Von Nena sollte man, angesichts ihrer spezifischen Berufszugehörigkeit, andere Einlassungen erwarten als getätigt werden.
Doch erwartet man im "System Raab" wie oben beschrieben ggf. zuviel und falsches.
Sicher besteht ein letzter Raum für tatsächlich dumme Äußerungen genannter Person, doch wären diese schon äußerst grotesk, geht es in solchen Shows doch nicht darum, einen "guten Menschen" zu finden, sondern einzig jemand vorzeigbaren, mit halbwegser Stimme, der sich gut verkaufen, also verwerten, lässt.
Und Leute wie Bohlen oder Raab sind in ihren eigenen Feldern eben gute Leute.

Anregend immer wieder, wie es vermocht wird, so vielen Bewerbern tatsächlich zu illusionieren, sie könnten einen der oder den begehrten Platz ergattern.
So bekommt die Verwertungsmaschinerie Futter und Selektionsmaterial, was sie sich sonst kostenträchtig suchen müsste.
Früher musste man Geld aufwenden um Künstler abgeschieden "zu entdecken".
Heute rennen sie die Studios großer Sender ein und begreifen dabei nicht, dass sie von vornherein keine Chance haben.
Nicht nur, weil sie sich selbst massiv überschätzen, sondern vorallem der schieren Menge wegen.
Dem werden die ganz wenigen tatsächlich ausgewählten natürlich vehement widersprechen.
Aber selbst diese zweifeln den Sinn und Nutzen dieser "Talentsuchen", wie ein Kandidat einer ehemaligen DSDS-Staffen, offen an.

Meldung an Universitätsbibliothek wegen unverhältnismäßiger Mittel bei "Vorlage"

Sehr geehrte Damen und Herren,

bei zwei meiner ausgeliehenen Bücher wird nun "Vorlage gewünscht".
Soweit so gut, dem werde ich erst kommende Woche nachkommen können.

Unverständlich hingegen ist mir, dass das Konto anscheinend sofort gesperrt wird und, weit schwerwiegender, keine "automatische Verlängerung" verlängerbarer Leihfristen erfolgt.
Das bedeutet, dass ich auch für Medien, die nicht vorbestellt sind, keine Leihfristverlängerungen vornehmen kann und schnell massive Gebühren auflaufen.

Die Grundmaßnahme des Leihverbots gegen Vorlage ist problemlos einsehbar, nicht aber die Verunmöglichung einer Handlung zur Vermeidung weiterer monetärer Härten, welche dem normalen Leihverfahren unterliegen und mit den vorzulegenden Medien nichts zu tun haben.
Ich halte dies für unverhältnismäßig.

Mit freundlichen Grüßen

Donnerstag, 4. Februar 2010

hilfreiche Links (1)

sinkende Reallöhne in Deutschland 2000-2008
http://www.boeckler.de/pdf/impuls_2008_14_1.pdf

"Einer Studie der Goethe-Universität in Frankfurt zufolge sind die Fachbereiche Recht- und Wirtschaftswissenschaft sowie Medizin, mit gewissem Abstand auch die Mathematik- und Naturwissenschaften sowie die Ingenieurwissenschaft, besonders attraktiv für die Geldbörse."
"Man könne deshalb aber nicht sagen, dass diese Studiengänge generell finanziell nicht lohnenswert seien. "Sie sind nur im Durchschnitt nicht lohnenswert", so Weldi."


http://www.manager-magazin.de/koepfe/karriere/0,2828,528418,00.html#close=1


"Zufriedenheit" mit einem Studium oder einer Arbeit ist eben UNGLEICH, zumindest aber nicht kongruent, mit guten finanziellen Aussichten und Einkünften:

Studierwilligen Schülern rät Schädiger, auch andere Gesichtspunkte als nur die pekuniären gelten zu lassen: "Man muss später zufrieden sein mit dem, was man studiert", betont Schädiger.



Allgemeine Lohn- und Gehaltsentwicklung:
"Grundsätzlich gelte für alle Bereiche: "Je mehr Leute bei gleichbleibendem Jobangebot ein Fach studieren, desto niedriger der Lohn", erklärt Pfeiffer."
 http://www.manager-magazin.de/koepfe/karriere/0,2828,528418-2,00.html


Das heisst, dass Erhöhung der Akademikerquoten für jeden einzelnen Studierenden finanziell nachteilig sind und Elitendenken und -handeln quasi "natürlich", rational kalkulativ, hervorgerufen und bedingt wird. Genau das aber führt zu Anpassung, Gleichmacherei und eben nicht zu individuellen Chancen.
Was Soziologen betrifft:
"Im Laufe der vergangenen zehn Jahre hat sich die Absolventenzahl im Fach Soziologie mehr als verdoppelt -"
http://www.pub.arbeitsagentur.de/hst/services/statistik/interim/arbeitsmarktberichte/berichte-broschueren/static/pdf/AM-Kompakt-SozWiss-ANehmer.pdf; S. 12.


Akademikerarbeitslosenquote in sozialwissenschaftlichen Berufen wächst/wuchs und zwar auf niedrigerem Niveau auch bei Universitätsabsolventen.
http://www.pallas.iab.de/bisds/Data/seite_15_BF_a.htm

Die Zahl der "Selbstständigen", also nicht in lohnarbeit erwerbstätigen nimmt seit Jahren zu.
http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/Zeitreihen/LangeReihen/Arbeitsmarkt/Content100/lrerw11a,templateId=renderPrint.psml

Veröffentlichungen der Bundesagentur für Arbeit zum Thema "Arbeitsmarkt für Akademiker".
http://www.pub.arbeitsagentur.de/hst/services/statistik/interim/arbeitsmarktberichte/berichte-broschueren/akademiker.shtml


"Nimmt man eine Stichprobe von bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten Stellen für Sozialwissenschaftler wird deutlich: Arbeitgeber sind bereit, Sozialwissenschaftler einzustellen – wenn diese Fähigkeiten und Eigenschaften mitbringen, die über reines Fachwissen hinausgehen."
http://www.pub.arbeitsagentur.de/hst/services/statistik/interim/arbeitsmarktberichte/berichte-broschueren/static/pdf/AM-Kompakt-SozWiss-ANehmer.pdf; S.11
Bringt es also wirklich so viel, sich stromlinienförmig zu entwickeln?
NEIN:
"Die Möglichkeiten für Sozialwissenschaftler sind vielfältig – auch deshalb, weil sie während ihres Studiums Soft Skills erwerben (oder von sich aus mitbringen), die überall in der Berufswelt eingesetzt werden können: strukturiertes Denken, Argumentationsfähigkeit, sprachliches Ausdrucksvermögen, Kreativität, Selbstmotivation und ein großes Allgemeinwissen."
Und das ist ganz sicher nicht das, was man in durchschnittlichen Seminaren an durchschnittlichen Universitäten oder durchschnittlichen Praktika erwirbt - sondern eben NUR FERN dieser.

"Betrachtet man die Dauer der Arbeitslosigkeit von Soziologen, ist zu beobachten, dass sich der Anteil der Langzeitarbeitslosen von 2005 auf 2006 deutlich erhöht hat, und zwar von 32,2 auf 37 %."

"In der Privatwirtschaft wirken sich zahlreiche Faktoren auf die Höhe des Gehalts aus. Dazu gehören zum Beispiel die Art der Aufgabe, die Bedeutung der Tätigkeit für das Unternehmen, das verantwortete Budget, die Zahl der unterstellten Mitarbeiter, die Dauer der Betriebszugehörigkeit, die eigene Qualifikation, die allgemeine Wirtschaftslage, der Standort, die Branche oder die Größe eines Unternehmens. Schließlich beeinflusst auch das eigene Verhandlungsgeschick die Höhe der Vergütung. Wer zu Beginn des Beschäftigungsverhältnisses oder bei jährlichen Zielvereinbarungen die Verhandlungsobergrenze des Arbeitgebers richtig einschätzt, kann mehr herausholen als bescheidenere Kollegen."
 http://www.pub.arbeitsagentur.de/hst/services/statistik/interim/arbeitsmarktberichte/berichte-broschueren/static/pdf/AM-Kompakt-SozWiss-ANehmer.pdf; S.14.

"Gutes Geld" zu verdienen hängt also nach dem Studium in hohem Maße von der Fähigkeit ab, sich selbst zu verkaufen und weniger von den direkt im Studium erworbenen Qualifikationen.
Wie soll das jemand tun, der sich stromlinienförmig so entwickelt wie andere und auf die Frage nach anderem, alternativen Denken oder was man täte, wenn man dürfte/könnte - also nach Kreativität - nichts antworten kann?

http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/0,1518,675629,00.html

Mittwoch, 3. Februar 2010

#Kopfpauschale, #Schwarz/Gelb und das Krankensystem

Weshalb wollen Union und FDP die seit Jahren in der Diskussion befindliche "Gesundheitsprämie", vulgo "Kopfpauschale" einführen, wenn es im "Gesundheitssystem", richtiger sollte es endlich ausschließlich entweder "Kranken-" oder "Krankenversicherungssystem" genannt werden, noch genug analoge und strukturelle Probleme zu lösen gibt.

Da wäre das leidige Problem der "elektronischen Gesundheitskarte".
Sei Jahren bereits geplant und in Testphasen auch schon in der Umsetzung befindlich las ich zuletzt von einer massiven Reduktion der Funktionsarchitektur.
Momentan muss ich für eine Überweisung zu irgend einem Arzt fahren, meist vorher noch anrufen, da ich ansonsten nichts bekomme.
Schon ist der erste der vieldiskutierten, "ominösen" Arztbesuche komplett. Wohl gemerkt will ich nicht zu dem Aussteller-Arzt, sondern bin gezwungen mich zu diesem zu begeben, wenn ich nicht jedes Mal erneute Praxisgebühren zahlen möchte.
Abhilfe könnte hier ein variabel nutzbares elektronisches System schaffen.
Mittels pinnverschlüsselter, servergestützter Infrastruktur könnte die Überweisung direkt beim für die Behandlung aufgesuchten Arzt abrufbar sein. Eine erneute, unökologische und zeitaufwändige Fahrt, die auch noch Zeit und Geld und damit Bürokratie beim überweisenden Arzt verursacht, ist schon lange nicht mehr gerechtfertigt.
Zumal es beim Anruf oder bei der (An-)Meldung für eine Krankenversicherung optional wählbar sein könnte, inwiefern man auf diese Verfahren hauptsächlich oder einzig zurückgreifen möchte.

Ganz davon abgesehen ist es ebenso unsinnig und änderbar, die Praxisgebühr stets am Quartalsanfang bar mitführen zu müssen. Eine Überweisung oder bargeldloser Transfer per Automatensystem könnte Zeit und Ressourcen sparen.

Was es dagegen bringen soll, dem "normalen" Patienten mittels ausgedruckter Abrechnung "Kontrolle" über den "Preis", die Kosten und Leistung ärztlicher Tätigkeit zu ermöglichen, erschließt sich mir nicht.
Patienten sind in der Regel schlicht inkompetent, wenngleich sich dies zuletzt zu ändern scheint.
Trotzdem ist es sinnfrei, vom "normalen Patienten", dessen Aufregung und "Angst" bei Arzt- und Krankenhausbesuchen zunehmen kann - ablesbar am sogenannten "Weißkittelsyndrom" -, ernsthafte "Leistungsbewertung" des Arztes zu erwarten/verlangen.
Natürlich existieren auch heute schon diverse Bewertungsoptionen, sp bspw. im Internet.
Doch sind diese nicht einmal ansatzweise adäquat, beziehen sie sich doch fast ausschließlich auf Äußerlichkeiten wie das "Auftreten des Arztes", das "Arzt-Patienten-Verhältnis" oder "Verständnis" für Probleme des Patienten.
Doch sind diese Kategorien vollkommen irrelevant.
Im heutigen Gesundheitswesen sind einzig die eigenen Handlungen, das Verhalten, sowie wissenschaftliche Verfahren, deren Kontrolle und Überprüfung, passgenaue Medikamente, Complience und am wichtigsten Apparate und Maschinen wichtig.
Ein Arzt, der zwar motiviert aber wenig kenntnisreich ist, nutzt Patienten und damit dem Krankensystem wenig bis nichts.
Ein kenntnisreicher aber wenig motivierter und an der Krankheit, NICHT dem Patienten, interessierter Arzt ist ebenso wenig zielführend.

Ärzte werden bemerken, oder sollten bereits wissen, dass wir sie nur noch aufgrund der Monopolisierung der Apparate und Maschinen benötigen.
Als motivierter und noch halbwegs gesunder Patient kann man sich selbst in ebender Fachliteratur belesen, die auch Ärzte für Weiterbildungszwecke, etc. nutzen.
Die Erfahrung und vorallem Leidenschaft und Motivation eines Arztes ist dagegen unersetzlich.
Nur glänzen in meinen Augen immer weniger Ärzte mit/durch diese/n Qualitäten.

Sandalös und von mir öffentlich und schriftlich oftmals kritisiert auch die Praxis des mangelnden Zugangs zu eigenen Patientendaten.
So bekommt man nicht die volle Akte, alle handschriftlichen Vermerke und Notizen.
Wenn man sie denn bekommt, darf man wochenlang hinterher laufen um auch wirklich alle zugänglichen Dokumente zu erhalten.
Mittels elektronischer, dem Patienten zugänglicher, Patientenakte ließe sich dieses Problem ebenso umgehen. So könnte der Patient nach Eingabe (s)eines Passwortes Vollzugriff auf seine gespeicherten Dokumente bekommen und sich daher ein besseres, wenn auch nicht ansatzweise inhaltlich sinnvolles Bild seines Zustandes und ggf. der Behandlung machen.
Vorallem hörte das "Bittstellertum" des an sich doch so "mündigen" Patienten auf, der manchen Ärzten und Krankenhäusern auch heute noch eher "ausgeliefert" ist, als auf "Augenhöhe" agierend.
Denn zumindest in dokumentarischer, infrastruktureller Hinsicht, wenn auch nicht inhaltlicher, wäre das heute machbar und wünschenswert.
Vorteilhaft ebenfalls die zentrale Speicherung und die Option des Patienten, einzelnde Dokumente einzelnen behandelnden Ätzen bekannt zu machen.

Nachteilig beim ganzen natürlich stets ebenso die zentrale Speicherung.
So ist die Infrastruktur für Angriffe von Außen oder per "man in the middle" anfällig; doppelte Strukturen mithin notwendig und sinnvoll, gleichzeitig aber auch kostenintensiv.
Eventuell sollte versucht werden, die Doppelkosten durch intelligente Systemansätze so gering wie möglich zu halten.
So ist der Verlust oder Schaden durch Zugang anderer Personen zur eigenen Krankenakte evident und kaum reparabel.
Überweisungen allerdings kann man im elektronischen Sinne so schnell und einfach ungültig machen, wie man sie "ausstellte".
So gesehen brauchte es für Überweisungen und Rezepte nicht zwingend Dopplungen in der "realen", analogen Umsetzung.
Rezepte und Überweisungen sind auch heute schon an Verfallsdaten, ggf. das ausgestellte Quartal, gebunden.


Neben diesen eher patientenfreundlichen, "kosmetischen" aber durchaus und selbstbestimmt-wichtigen Elementen sollte es auch noch um invasiveres gehen.
Da wäre die bessere Kosten- und Preiskontrolle bei Medikamenten.
Evizdenzbasierte Studien und Verhinderung der de facto Preisdiktate durch Pharmaunternehmen.
Der europäische Binnenmarkt sollte auch bei Medizinprodukten umfängliche Geltung erhalten; schlussendlich ist egal, was auf welcher Verpackung steht, wenn gesichert ist, welche Inhaltsstoffe sich in welcher Dosierung darin befinden.
So ist es ein Unding, dass Medikamente im europäischen Ausland teils deutlich günstiger zu haben sind als in Deutschland, in Deutschland keine "Positivliste" existiert und Medikamente an deutschen Grenzen umgepackt und teurer verkauft werden.
Gerade hier könnte und sollte eine dem Individuum verschriebene, liberale Partei, tätig werden.


Meiner Ansicht nach gehen schon aus diesen eher oberflächlichen und kurzen Aufzählungen viele, eine vierjährige Legislaturperiode problemlos füllende Aufgabenliste hervor.

Weshalb Schwarz/Gelb dann also zuerst und medial kommuniziert hauptsächlich am Finanzierungssytem ändern möchte und mutmaßlich ändern will, ist doch eher unklar.
Denn selbst dann blieben oben genannte Probleme bestehen.
Und neue würden geschaffen.