Mittwoch, 23. Dezember 2009

#Weihnachten?

Kurz vor Weihnachten könnte ich mich über ebendieses beklagen, schreiben wie heuchlerisch es ist, ein "Fest" zu feiern, dessen Bedeutung man nicht kennt und tradierte Habita einfach übernimmt ohne über deren Sinnhaftigkeit nachzudenken.
Dass sich kurz vor dem "Weihnachtsfest" just die Menschen Zelden und "gratulieren", von denen man über Wochen und Monate vorher nichts hörte oder die man auch nicht besonders leiden kann - ausgesprochen oder hinter vorgehaltener Hand bekannt.
Dass es den meisten Menschen doch noch nicht so schlecht gehen, die Klimawandelproblematik doch nicht so drängend sein kann, besehe ich mir die jährlich anscheinend stark wachsenden illuminierenden Statusentäußerungen an Häusern und Bäumen, also Lichterkennten und andere Aufbauten.

Wie man "Zuneigung" bzgl. anderer Menschen mittels "Geschenken" äußern können sollte, mithin das zu tun was extern verlangt wird - Konsumismus und Anpassung - wird mir auch nach Jahren meiner eigenen Abstinenz dessen nicht klarer.
Weshalb ich schon lange weder beschenkt werde noch verschenke.
In der Regel verfehlt man ohnehin den Geschmack des Beschenkten und Gutscheinkäufe kann ich mir damit auch ersparen.
Gutscheine sind nichts als Wechsel auf die Zukunft, die heutige Klarheit und Bewusstheit, morgen eine volkswirtschaftliche Leistung nutzen zu können.
Also die Arbeit eines anderen Menschen "kostenfrei" - was sie niemals, auch für einen Gutscheineinlöser nicht ist - in Anspruch nehmen zu können.
Wie man dabei an den "Schenkenden" denken, gar noch positiv denken kann und soll, ist für mich vollkommen unklar, mithin nicht nachvollziehbar und falsch.

Aber egal wie sehr man sich darüber bewusst oder klar ist, bleibt am Ende nur eigener Verzicht. Und die Hoffnung, dass es andere irgendwann genauso sehen mögen oder demokratische Entscheidungen, die wir wiederum selbst beeinflussen und ändern können, gewisse Dinge - wie Klimapolitik - verordnen und sanktionieren.
Interessante Perspektive bzgl. Weihnachtsfest - süffisantes Grinsen meinerseits nicht ausgeschlossen.


Oder ich könnte schreiben, dass die katholische Kirche, bzw. fundamentalistischere Christen, exklusive monogame Zweierbeziehungen nach westlich-kulturellem Vorbild in ähnlicher Stoßrichtung, aber mit diametral gegensätzlicher Intension, kritisieren, wie auch ich dies tue.
So zumindest gestern beim Verfolgen der "Menschen bei Maischberger"-Sendung bemerkt.
Aber bringt das etwas?
Nein, denn die restliche Diskussion bei Maischberger war ähnlich sinnlos wie die letzte mit Frau Poddig und einer wohlhabenden eingeheirateten Adligen. Letztere kam übrigens irgendwann mit dem "Argument" erstere "stinke", da sie sich vornehmlich aus den Resten unserer konsumistischen Wegwerfgesellschaft, lokalisiert in Mülleimern, ernähre.
Wegschalten kann ich dann nicht mehr, der Ekel und die Sinnlosigkeit der Diskussion zog mich bereits in ihren Bann. Aber abschalten für die nächsten Minuten, oder anderes tun, ist perspektivenreicher als dem weiter beizuwohnen.

Da fällt mir ein, dass ich mich dringend weitergehend über Frau Poddig informieren möchte, auch und gerade über ihre Position im Nahverkehr aufgrund ungerechter Benachteiligungen anderer gesellschaftlicher Gruppen keine Ticketpreise mehr zu zahlen.
Vorallem interessiert mich ihre Vorgehensweise sowie Reaktionen auf absehbare Anzeigen der Verkehrsunternehmen und ggf. gerichtlich angeordnete Beugehaften.
Nicht, dass ich mir dies sofort als Vorbild nehmen wollte, doch ist schon heute bekannt, dass Schaffner nicht berechtigt sind, Personaldokumente zu kontrollieren. Die Unternehmen benutzen zum Eintreiben des eigenen Gewinns, resp. der Leistungsfinanzierung durch den "Kunden", den Staat, die exekutiven Staatsorgane, vulgo bspw. Polizei.
Inwiefern sie dem entgeht ist daher äußerst interessant, ist es doch neben "illegalen Downloads" aus dem Internet oder dem Weigern zu Zahlungen an Sky (ehemals Premiere) oder die GEZ ein erneutes Beispiel für den Vorrang des Bürgers vor unternehmerischen Interessen.
Was Unternehmern, also anderen Bürgern, überhaupt nicht gefällt und tendenziell danach streben, Gesetzgebung und deren praktische Umsetzung in ihrem Sinne zu verändern und den Staat damit immer stärker in Mithaftung oder wenigstens Instrumentalisierung eigener Sanktionsinteressen ggü. anderen Bürgern zu nehmen.

Ich könnte aber auch einfach erklären, dass es mich schonwieder aufregt, dass auf einigen Bahnstrecken 50% der eingesetzen Züge ausfallen.
Hauptbegründung: Unbrauchbare Neigetechnik aufgrund von Frost und Streckenproblemen.
Ließe sich fragen, inwiefern man keine Erfahrungen aus den letzten Jahren hat und eventuell früher handlungsfähig sein könnte.
Neigetechnik abschalten oder Züge verwenden, die über diese überhaupt nicht erst verfügen.
Wenn die Straßen schneebedeckt und durch Eisglätte kaum noch sinnvoll befahrbar sind, sollte die Stunde der Bahn geschlagen haben. Hat zwar auch diese Witterungsprobleme, aber weit weniger.
Es gibt bspw. keine Autofahrer, die meinen mit Sommerreifen bis in den letzten verschneiten Winkel Deutschlands kommen zu können und dabei Unfälle zu verursachen.

Aber profitiert die Deutsche Bahn davon?
Schafft sie es, offensiv für sich, und vorallem verlässlich - wenn auch nicht zwingend pünkliche - Züge zu werben?
Nein.
Stattdessen las ich gestern Abend auf der Website der Deutschen Bahn von einem Themenaufruf "Weihnachtsmarkt".
Kurz gesagt funktioniert das ganze wie ein Blog mit Bewertungsfunktion. Zu "gewinnen" ist eine Mobility-Bahncard 100, also ein Jahr lang kostenlos jeden Zug der Deutschen Bahn, außer den ICE-Sprintern, befahren zu können.
Statt sich also sinnvoll um ihr Kerngeschäft, niedrige Preise, verlässliche Züge, möglichst viele gefahrene Schienenkilometer und Personenbeförderungskilometer in Sicherheit als sicherestes Verkehrsmittel, zu kümmern, versuchen sie einen "Gewinn" auf anderen Gebieten zu erreichen.
Irgendwie erinnert mich das weiterhin zu sehr an Herrn Mehdorn, der damals bekannt von einem Luftfahrtunternehmen zum größten Deutschen Schienenverkehrsunternehmen wechselte.
Achja, da war ja doch etwas: Die Privatisierung der Bahn.
Ein weiterer Blindflug.


Also: Aufregen könnte ich mich über vieles, geruhsame Tage liegen mir so gar nicht.
Es vergeht auch kein "Jahr", Kalender sind gesellschaftliche Vorgaben, die durch Sanktion Geltung erhalten wollen.
Also etwas weniger Aufregung, weniger "Neujahrsvorsätze" und an jedem x-belibigen Tage das Beste geben und das Leben leben als wäre es morgen vorbei.

Besinnlicheres fällt mir nicht ein.

In diesem Sinne erwartet wohl niemand Grüße oder Wünsche von meiner Person.
Isoliere ich mich damit sozial dauerhaft?
Kann gut sein, bitte.