Montag, 7. Dezember 2009

Twitter und Topsy

Es ist durch den öffentlichen Code möglich, API-Funktionen zu verarbeiten und so Daten direkt aus Twitter in Echtzeit anzuzeigen und zu verknüpfen.
Als ich per Google nach meinem Namen suchte, kam mir auch ein Tweet mit einem von mir weitergegebenen Link ins Blickfeld. Zunächst meinte ich das einfache Suchergebnis von Google vor mir zu wissen, ist mir doch bekannt, dass Google Tweets indexiert.
Allerdings sah ich neben den Worten "Twitter" und meiner von dort übernommenen Selbstbeschreibung auch links postet by.
Dies machte mich neugierig und sogleich ließ ich das Ergebnis in einem neuen Fenster öffnen.

Der Internetdienst "Topsy" liest mittels API Tweets aus und filtert jene mit enthaltenen Links heraus, zählt diese und ordnet sie dem abesendenden Twitter-Account zu.
Damit aber noch nicht genug: Es lassen sich nicht nur alle jemals vom Twitter-Account verschickten Links ansehen, auch die Retweets und Tweets anderer Twitter-User zu einem Link werden gezählt.

So ist beim Dienst unter meiner Twitter-Kennung für jeden Internetnutzer einsehbar, wozu ich wann welchen Link twitterte.
Die Zeitangabe bleibt mit einer Tagesdistanzangabe eher unkonkret.
Trotzdem lässt sich mit einem Klick bspw. auf meinen vorherigen Eintrag bzgl. Oskar Niedermayers Besuch an der TU Chemnitz feststellen, welche Twitter-Accounts diesen Link retweeteten - in diesem Falle zwei; des Weiteren werden die eventuell verwendeten Hash-Tags ausgelesen und angegeben.

Dies funktioniert mit jeden beliebigen User und jedem beliebigen irgendwann getwitterten Link.

Das ganze ist eigentlich grandios, lässt sich so doch die Attraktivität des eigenen Contents mittelbar durch die Anzahl der Retweets, stellt man automatische bot- oder API gesteuerte Tweets hintan, erfahren.
Allerdings werden hier auch eine Menge Daten preisgegeben; so lässt sich kompakt, äußerst einfach und schnell herausfinden wann was mit welchem Verweis getwittert wurde.
Ein Unternehmen könnte hier bspw. direkt nach dem eigenen Namen suchen und die Retweets bewerten lassen. Auch eine solche eher "qualitative" Bewertung ist durch die Vernetzung der Twitter-Accounts und die API bereits möglich. Je mehr aktive Twitterer einen Link empfangen und retweeten, desto interessanter wird er möglicherweise sein.
So könnte analog jede größere Institution oder bspw. Magazine/Zeitungen vorgehen und ein viel detaillierteres Bild über das Verhalten der Nutzer bzgl. getweeteten Contents erhalten.

Ich verstand ja bis vor kurzem nicht, wie ich einen Hinweis eines SPIEGEL-Artikels, Twitter könne irgendwann Geld mit dem Abruf der Daten der einzelnen Twitterer für extern und intern verdienen, verwerten sollte.
Meine Daten sind doch ganz einfach vorhanden, ich entscheide was ich wann wem twittere und kann das auch jederzeit einsehen.
Allerdings entscheide ich wie im Web2.0 allgemein nicht, was mit den einmal verschickten Daten passiert. So behalten sich Communities wie Facebook oder das StudiVZ Nutzungsrechte an einmal hochgeladenen Fotos vor.
Diese Twitter-Link-Auslese erzeugt aber neuen Content auf von mir und anderen erzeugten Content. Dieser hat offensichtlich keinen Besitzer; meiner ist er nicht, da ich durch das Absenden des Tweets Rechte an den Twitter-Dienst abtrat und nicht weiß/wusste, dass ein solcher Linksammeldienst überhaupt existiert.
Dieser neu erzeugte Content könnte aber für mich persönlich wichtig sein oder werden, wenn ich bspw. über die Attraktivität meiner Tweets und den darin gesendeten Links erfahren möchte.
Außerdem ist es vollkommen unklar, wie man solche vorher gänzlich unbekannte neue Contents überhaupt wieder aus dem Netz enfernen kann, wenn man erstens kein Urheberrecht daran besitzt und zweitens keine Kenntnis von der Dienstexistenz als solcher hat.

Die Folge der erneuten Datenexpression selbst ist sicher nicht intensiver als einen Twitter-Account regelmäßig zu pflegen und aktiv zu twittern, obgleich dies von Gewohnheiten und Themen beeinflusst wird.
Allerdings bereitet bspw. der Topsy-Dienst gerafft und übersichtlich einen ganz speziellen Informationsanteil dieser Twitter-Nutzung auf und das nicht nur für mich, sondern für jeden Internetnutzer der suchen und finden kann.
Was mit Google mittlerweile wohl so ziemlich jeder kann.
Durch das Page-Rank-Verfahren Googles findet sich der Topsy-Dienst im Übrigen nach wenigen Tagen bereits auf Nummer eins der Ergebnisliste.