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Mittwoch, 16. Mai 2012

Der angebliche "Klartext" von Horst #Seehofer: Alles gestellt!

Nie im Leben glaube ich, dass Horst Seehofer unabsichtlich nach dem Interview mit Klaus Kleber, ZDF, "Klartext sprach".
Wie Altmaier selbst in einem Pressestatement äußerte, habe Seehofer für "Klarheit" oder "Aufklärung sorgen wollen".
Er WOLLTE für etwas sorgen, alles Absicht also.

Und besieht man sich Mitte/Ende des Nachgesprächs so wird eine gewisse Zurückhaltung Klebers deutlich. Seehofer spricht frei und lang - ein Nachgespräch dürfte wohl anders aussehen.
Dass das ZDF soetwas sendet ist klar und verständlich, bringt es dem Sender doch deutlich Publicity und Zugriffe - sie sind in aller Munde.
Seehofer wiederum muss im nächsten Jahr eine Landtagswahl gegenwärtigen und dürfte dabei gerade in der Abgrenzung zur Bundespolitik sein Heil suchen und finden.

Außerdem fragt Kleber nach, was denn Seehofers "Antwort" sei, er habe im Interview ja zu "Lösungen" und weg von der "Problembeschreibung" leiten wollen.
Da referiert Seehofer schon ausgiebig - was soll das bringen, wenn man es angeblich vorher nicht veröffentlichen will?
Ist nicht eher anzunehmen, dass Seehoher und Kleber genug zeitliche Einspannung im Sinne diverser Sendungen, Vor- und Nachbereitungen umsetzen müssen und für solche langatmigen Veranstaltungen wenig Zeit haben dürften?
Weshalb geht Seehofer so intensiv auf gewisse Themen ein, wenn das alles zunächst gar nicht gesendet werden soll?

"Wir werden mit Schuldenabbau nicht auf Wachstumskurs kommen in Europa."
Vielleicht sollte man sich mal genauer ansehen und hören, welche inhaltlichen Punkte Seehofer machte.
Denn das liegt doch stark auf Linie der Opposition, SPD, und nimmt französische und griechische Veränderungen auf.
Der FDP dürfte das eher missfallen.

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1641980/Seehofer-Das-koennen-Sie-alles-senden%21?bc=sts%3Bstt&ipad=true
http://wstreaming.zdf.de/zdf/veryhigh/120514_seehofer_hjp.asx

Die #FDP nach Schleswig Holstein #wahl12

Rösler, FDP, versucht sich zu stabilisieren.
In Reaktion auf das Wahlergebnis in Schleswig-Holstein vom letzten Sonntag gab er auf Phoenix im Fernsehen versuchte er mal wieder eine "Vorwärtsverteidigung".

Wie auch bei seinem Froschvergleich Merkels, Kanzlerin, CDU, und dem folgenden Auftritt bei Lanz, ZDF, versucht er sich und seine Person sowie Handlungen mit Erfolgen der Partei bzw. von Wahlen zu verknüpfen.
Und versucht dies in einer offensiven Weise, die schon fast verzweifelt wirkt, mindestens aber "forsch".
Wie auf SPON am Wahltag selbst zu lesen war, sollen "nicht genannte" höhere Amts- und Mandatsträger der FDP an Szenarien zur Ablösung Röslers stricken.

Momentan profitiert die FDP von einem "Tiefer geht es nicht"-Gefühl bzw. einer solchen Berichterstattung. Je niedriger man die Partei schrieb, desto überraschender kann sie "gut" oder "besser" abschneiden.
Dann fallen auch eigentlich recht große Abschläge bei Wahlen, wie bspw. in Schleswig Holstein von knapp 7 Prozent kaum mehr ins Gewicht.
Denn diese Gewinne entsprechen nahezu exakt dem Netto-Zugewinn der Piratenpartei im Land und ist neben dem Verfehlen der 5%-Hürde der Linkspartei die größte Wahlniederlage dieses Ereignisses.
Die Berichterstattung dreht sich aber nun wieder stärker um die FDP und selbst die Piraten werden davon ein wenig in den Hintergrund gedrängt. Falls sich die Prognose des Wiedereinzugs in den Landtag in NRW bewahrheiten sollte, dürfte sich dieses Moment noch verstärken - und Rösler vermutlich kaum zu halten sein.

Denn einerseits muss er sich Aufstrebern wie Kubicki oder Lindner erwähren; beide gelten nicht unbedingt als Rösler-Freunde. Der Versuch, diese relativen Wahlerfolge mit seiner Person zu verbinden dürfte nicht ausreichen um ihn letztendlich im Amt zu halten. Falls es zu einem Sturz kommen sollte, müsste dieser aufgrund nahenden Bundestagswahlen schnell stattfinden.
Kubicki verkörpert für sich genommen vorallem das, was die FDP demnächst dringender brauchen könnte: Eine Art "sozialliberale" Alternative, etwas glaubwürdiges in Richtung SPD.
In dieser Hinsicht ist mir die angebliche "Entbehrlichkeit" dieser Partei auch weiterhin nicht erklärbar. Die Piratenpartei ist zumindest momentan keine realistische Koalitionspartei, zumal sie "normale" Koalitionen gar nicht wünschen und sich für andersartige parlamentarische Zusammenarbeiten aussprechen.

Dies dürfte "besser" sein und auch absehbar umgesetzt werden - aber eben noch nicht heute. Bis dahin müssen die "etablierten Parteien" bestrebt sein, ebendiese Partei "klein zu halten". Dies schaffen sie aber nicht, indem keine "Handlungsfähigkeit" des bisherigen Koalitionssystems deutlich wird.
Wenn es stimmt, dass Piratenwähler nicht allein Protest ausdrücken, sondern auch andere (Teil-)Systeme wollen, dann könnten schon die Aufrufe und Diskussionen zu "Koalitionen" und "Koalitionsverhandlungen" zur weiteren Wählermobilisierung führen.
Manchmal könnte man denken, dass auch und gerade diese Partei für Einige ein "Fanal zur Abschaffung" oder "Niederschrift" der FDP bedeuten.
So wird von "politischer Korruption" geschrieben ohne dies durchgreifend zu substanziieren: Die sogenannte "Mövenpick-Steuer" mag man dafür doch wohl nicht ernsthaft heranziehen. Egal, wie man zur MwSt-Senkung für Hoteliers stehen mag, wurde diese auch von anderen Parteien und Landesverbänden, bspw. der Bayrischen SPD, gefordert. Und wer von "totaler Manipulation" schreibt, sollte auch ebendiese Worte zur Kenntnis nehmen: "Mövenpick-Steuer" oder "Herdprämie" sind politische Kampfbegriffe, welche es mehr oder minder unwidersprochen, nur teilweise kritisiert, in die mediale Berichterstattung schafften. Nicht immer nur auf die FDP oder andere draufhauen, auch selbst mal sehen, wie das System funktioniert.

 Sollte die FDP überleben, wogegen momentan wenig spricht, werden Mitgliedswanderungen zwischen diesen Parteien interessant zu beobachten sein: Wechseln mehr FDP'ler zu den Piraten? Oder umgekehrt?
Ich gehe bislang davon aus, dass sich einige Piraten irgendwann Richtung FDP verabschieden dürften - in Abstrichen noch Richtung Grüne.

Das "tiefer geht es nicht", oder "sie sind am Ende" findet übrigens auch ein Ende und kann zukünftig auch schaden. Dann nämlich, wenn Menschen bei zukünftig weiteren Wahlen davon ausgehen können, die FDP sei doch nicht "so am Ende", wie immer geschrieben worden. Und vorallem, wenn sich die FDP überschwenglich besser darstellt, als vor der Wahl ersichtlich.
Genau das passiert gerade in persona Merkel und bspw. Rösler - wie dort die "Siege" gefeiert werden, ohne wirklich kritisch, ruhig und bedächtig auf die Ausgangslage und herben Verluste zu verweisen ist problematisch.

Dienstag, 15. Mai 2012

Griechenlands Ausstieg aus der #Eurozone Ende eines anti-demokratischen Siechtums? #europa #euro


Europa wird "immer schlimmer", so könnte man überschreiben.
In den letzten Jahren wurde immer mal wieder das bereits bekannte "Demokratiedefizit" in der Europäischen Union im Sinne des Parlaments ansatzweise erkannt und teilweise "aufgelöst".
Durch Vertragsänderungen wurden qualifizierte Mehrheitsabstimmungen der Regierungschefs verringert und die Rechte und Mitwirkungsmöglichkeiten des Europaparlaments ausgeweitet.

Eine europäische Initiative, vielerorten als neues Instrument genannt und teilweise gefeiert wurde meines Wissens bislang nicht genutzt.
Wie ist das erklärbar?
In ähnlicher Weise wie das letzte Wahlergebnis der griechischen Parlamentswahlen.
Rüdiger Safranski sprach es in einer der letzten Folgen des "Philosophischen Quartetts", ZDF, mit Fischer, Zeh und Sloterdjk an: Es existiert kein europäisches Staatsvolk und das dürfte sich in den kommenden Jahren auch nicht durchgreifend ändern.
Man muss dann zwar nicht die Ratio und Folgenanalyse Safranskis, zu einer Freihandelszone mit Menschenrechten zurückzukehren, teilen um aber wenigstens zur Kenntnis zu nehmen, dass gemachte Aussage korrekt und wegweisend ist.

Es scheint schon vergessen zu sein: Die italienischen und griechischen Ministerpräsidenten wurden nicht durch "das Volk", also bspw. Parlamentswahlen, sondern durch den angeblichen "Druck der Märkte" abgelöst.
Mario Monti gilt als ein "Finanzexperte", der auch schon für und bei Goldman Sachs tätig war; der ehemalige Finanzminister der USA, Paulson, übrigens ebenso.
Banken und Finanzinstitutionen haben also mittels diverser Personen und Positionen ihre Finger im Spiel mit den Staaten und Steuerzahlern stets im Spiel.
Draghi und Monti sollen sich recht gut kennen - für sich genommen natürlich nicht unbedingt problematisch.

Aktuell wählten die Griechen in der ersten Wahl zum großen Teil Parteien, die vor der Wahl ankündigten die Sparpakete der Troika nach der Wahl jedenfalls nicht so bestehen lassen zu wollen, wie bislang.
Dies war also bekannt, die "Abstrafungen" der beiden großen Parteien, Konservativen und Sozialdemokraten, also volle Absicht.
Auch die Regierungsunfähigkeit bzw. die angebliche solche ist "vom Volk" also so gewollt.

Denn bei gewissen Interessen genehmen Entscheidungen und Ergebnissen spricht man gerne davon, der Wähler habe "ein Mandat erteilt", siehe zuletzt bspw. NRW in Deutschland.
Also ein "Mandat" für Rot-Grün, welches von diesen beiden Parteien angenommen und umgesetzt werden müsse.
Oben genannte "Regierungsunfähigkeit" ist so per se natürlich auch keine, denn es wird ja hauptsächlich mit Blick auf Verbleib in der Eurozone und Erfüllung der Sparziele verhandelt.
Dinge, die Parteien wie die radikale Linke nicht erfüllen können.

Und auch nicht dürfen.
Solche haben jetzt kruderweise auch einen "Auftrag", der natürlich wiederum keiner ist und nur sprachlich konstruiert gelten soll, "die Demokratie zu erhalten".
Schwenkten sie jetzt, nach der Wahl, auf den Troika-Kurs bzw. die anderen großen Parteien, die immer dafür standen, ein, dann produzierte das nur noch mehr Verdrossenheit. Und vorallem vermutlich Radikalisierungen und Straßenkämpfe.
Denn wenn man wählen kann, was man will und sich trotzdem nicht das Gewünschte einstellt oder eine ansatzweise Perspektive sichtbar ist, dann bleibt nur noch "außerparlamentarische Opposition". Und die gab und gibt es schon, man erinnere sich an diverse Krawalle.
Das also, was jetzt gerade von einigen deutschen Medien als "Unklarheit" oder gar "Chaos" diffamiert wird, ist nicht nur Demokratie, zeigt daher ein seltsames Demokratieverständnis, sondern sogar notwendig um Griechenland überhaupt irgendwie nicht nur im Euroraum, sondern in Europäischer Demokratie zu halten.
Wie verschaukelt müssten sich gewisse Wähler vorkommen, falls nach kurzfristigen "Sondierungen" viele Parteien "umfielen" und Dinge verkündeten, die man so oder ähnlich auch vorher, ohne Wahl oder mit anderen, bekannten, Parteien erhalten hätte?

Ein massives Legitimations- und Vertrauensdefizit wäre die Folge.
Und diese wäre vermutlich weit drängender, langanhaltender und tiefgreifender als ein mögliches Ausscheiden aus dem Euro. Denn letzterer ist "nur eine Währung", ein Konstruktum.

Die Griechen wählten also absichtlich Parteien, die die bisherige Politik ablehnen.
Sie wollen sie anscheinend schlicht nicht mehr, egal ob 80 Prozent der Griechen angeblich im Euroraum verbleiben wollen.
Knickt die Troika, damit letztlich die EZB, nicht ein, und ändert die bisherige konditionierte Politik nicht, so wird es zu einer Kürzung bzw. zu einem Auszahlungsstopp kommender Hilfstranchen kommen müssen.
Falls es, wie absehbar, zu einer Neuwahl kommen sollte, da keine Regierung gebildet werden kann - also keine, welche oben genannte Kriterien erfüllte und das auch fast schon "notwendig" ist - was genau soll dann geschehen?
Was sollen die Griechen dann wählen?

Bliebe nur, noch konkreter gegen die Austeritätspolitik zu votieren.
Die bisherigen "Volksparteien" also noch stärker zugunsten der radikalen bzw. extremen Parteien abzustrafen.
Die täten natürlich auch nichts anderes, als mindestens "substanzielle" Neuverhandlungen fordern zu müssen und wollen.
Gäbe es die nicht, worauf bei einer notwendigen Neuwahl bereits zu schließen wäre, könnte und müsste das am Ende nur auf die Ablehnung bisheriger Politik hinauslaufen, da das Ganze bereits so weit zugespitzt ist, dass es fast nur noch "Euro oder Tod" bzw. "Austerität oder Austritt" gibt.
Schlussfolgern könnte man darauf übrigens, da davon auszugehen ist, dass die Regierungsfindung mit der EU und Troika abgestimmt ist: Will man eine Regierung stützen, die dieser Politik eher zuneigen, dann muss man bisherigen Parteien, den Linken bspw., Angebote zur gesichtswahrenden Zustimmung machen.
Was die Troika tun könnte.
Tut sie das nicht, führt das zu Neuwahlen.
Und dann bliebe nur entweder die Stärkung der anderen Parteien mit oben genannten Folgen oder die Hoffnung auf die "Fatalitätswahl" in Richtung vorheriger "großer" Parteien ND und Pasok.
Sowas sollte aber nur dann geschehen und inkauf genommen werden, sofern man sich über das erwartbare Ergebnis, anhand medialer Verwertung bspw., recht "sicher" sein kann.
Das dürfte doch eher unwahrscheinlich sein, zumal dann, falls es nicht gelingt, die angeblich noch vorhandene Euro-Affinität nicht nur zu stärken, sondern auch für die Wahlen und Zustimmung zu genannten Parteien und Politiken zu instrumentalisieren.

Der neuste Hohn, nach Berlusconi, Monti, Ablösung des alten griechischen Ministerpräsidenten, de facto "Eurobonds" durch Staatsanleihe-Ankäufe der EZB, EZB-Dreijahrestender mit Niedrigzinsen und Verpflichtung der Staaten sich für höhere Zinsen bei den gepemperten Banken Geld leihen zu müssen ist ja jetzt der Vorschlag des griechischen Staatspräsidenten eine "Expertenregierung" zu bilden.
Klingt schon wie ein Vorschlag, wobei da "Kompromiss" deutlich fehlt, der Troika.
Diese Regierung würde natürlich vom Parlament legitimiert und gewählt, hätte aber mit dem Rückkoppler zwischen Regierung/Parlament und Volk, dem Wahlkampf, so gut wie nichts zu tun.
Der Parlamentarismus ermöglicht sotwas natürlich prinzipiell - so auch in Deutschland.
Irgendwelche vorher weitgehend unbekannte und da einzig für diesen Zweck ausgesuchte und gewählte Menschen, natürlich ebenso "Wissende" aus dem Finanzsektor oder angeschlossenen Instituten, übernähmen dann die Regierungsgeschäfte und könnten, zusammen mit der Parlamentsmehrheit, schalten und walten, wie gewünscht.
Sie wären keine Rechenschaft, dem Volk schon gar nicht, schuldig.
Eine gewisse "Letztidentität", die im repräsentativen Parlamentarismus ohnehin kaum vorhanden ist, wird so dann auch noch vollends genommen - es gäbe keine ansatzweise Schnittmenge im Handeln, welche Verantwortung für später zumess- und bestrafbar machte.
Denn genau darum geht es ja auch: Wahlen sind auch "Strafaktionen" für bislang Herrschende.
Bei einer solchen kurzfristigen Regierung fällt das völlig weg.
Ich gehe sogar so weit, dass als "latent antidemokratisch" zu bezeichnen, da ebendieses "Identitätsprinzip" in Verantwortung und Zumessung gesprengt und zerstört wird. Schon bei der Ausrufung wurde.

Es wird eigentlich immer schlimmer statt besser.

Montag, 14. Mai 2012

Nachlese #wahl #NRW (1): "Verlierer" #Röttgen und sein "auch" #cdu

Keine Ahnung, welche "Art Mensch" Norbert Röttgen, CDU, ist oder "sein mag".
Um sich solche Fragen ernsthaft beantworten zu können, ist man nicht nahe genug dran und darf schlussendlich auch nicht allein auf veröffentlichte Meinung angewiesen sein.
Denn auch in dieser werden "nur" Meinungen und Ansichten und nie eine "gesamte Person" wiedergegeben.
Schon gar nicht in Wahlkampfzeiten.

Also lassen wir die Betrachtung des "Menschen" Röttgen weg und befassen uns daher auch nicht mit möglichem "Mitleid", so wie es bspw. Peter Altmeier, CDU, bei Phoenix für die Partei und eine "Tradition" in NRW reklamierte.

Donnerstag, 5. April 2012

soziale "Beweislastumkehr" bei #37grad "Abgetaucht"


Gestern lief im Rahmen der Dokumentationsserie "37 Grad" ein Stück zum Thema "plötzliche Kontaktabbrüche" mit dem Thema "Abgetaucht" auf ZDF (abrufbar in der Mediathek).

Schlussendlich blieb ein Satz, der doch zum Grübeln und Kritisieren anregen muss:

"Drum höre, was ich nicht sagen will"

oder ähnlich.

Das gesamte Stück Dokumentation trieft von unausgesprochenen Anschuldigungen aus dem Off, welche die der porträtierten Akteure begleiten und stützen.
Der Vorwurf: Menschen, die den "Kontakt abbrechen" seien schlecht und problematisch, da sie die Menschen die es betrifft in "Abgründe" stoßen. Sie "allein mit sich zurücklassen" und dafür sorgen bzw. daran "schuld" sind, dass keine Ruhe gefunden werden könne und sich und seine ehemaligen Handlungen ständig hinterfragt werden müsse.

Begründet wird dies dann mit angeblichen "Werten" und "Verhaltensweisen", welche geböten sich auch mit Menschen, die man nicht mehr sehen oder sprechen möchte, erneut auseinander zu setzen.

Diverse weitere Äußerungen, die so vermutlich durchaus in gewissem Maße als "repräsentativ" gelten können, sind interessant. So sagt der betroffene Mann, Rolf, im "Into" in Minute 1:10, dieser "plötzliche Abbruch" sei "das Heftigste" was er empfunden hätte.
Also keineswegs "die Liebe" oder die bisherige "Beziehung", sondern einfach nur dieser neue "Moment" oder diese aktuelle Handlung. Sie stellte damit alles bis dato Gewesene in den Schatten.
Dies nenne ich "Momentfixierung" - ein Benehmen wie Junkies, die sich den nächsten Schuss setzen wollen und müssen, da sie abhängig sind. Es gibt (philosophische) Texte und (sozio(-psycho)logische) Studien die von der blanken "Unsicherheit" bzw. "Veränderung" als Basis für "Emotionen als solche" ausgehen.
Das mag ein Grund sein, weshalb "langfristige" oder "langjährige Beziehungen" irgendwann zu einem Punkt kommen, wo nicht nur der Fokus wechselt, sondern dies auch als "lästig" oder "alt" empfunden werden kann.
Die in Minute 1:38 aussagende Frau meint, es habe sie "aus der Bahn geworfen" - auf Nachfrage bejaht sie den Zusatz "wie sonst nichts". Und das gleich doppelt.
Damit ist klar: Weder das Eingehen einer (neuen) "Beziehung", ein "Verlieben" oder "Liebe" wog für sie diese starke Emotion auf.

Danach will der Film seine eigene Relevanz begründen: "Es kann Jeden treffen, von einem auf den anderen Tag bricht plötzlich der Kontakt zu einem vertrauten Menschen ab.".
Damit geht er selbstüberschätzend und sozial-generalisierend fehl: Es soll auch noch Menschen geben, die eher "pessimistisch" oder "misantrophisch" veranlagt sind und daher entweder dezidiert auswählen, wem sie "vertrauen" und die Zahl dieses Menschenkonsums gering halten, oder die dies gar ablehnen oder stark begrenzen.
Die genannte Verallgemeinerung will Relevanz für ein Thema darstellen, welches so vielleicht individueller sein könnte als gedacht. Wenn es nämlich nicht "die Gesellschaft" wäre, die solches hervorruft oder solche Ereignisse wie geschildert, sondern "nur" einige Individuen in dieser, könnte und müsste man nach Voraussetzungen, Erziehung, Sozialisation, Stress- und Konfliktbewältigungsstrategien, Coping, etc. fragen.
So aber, wenn es "jederzeit Jeden treffen kann" - darf dies getrost unterbleiben und der Zuschauer sich voll auf die "Schicksale" der Personen einlassen.
Mithin wird hier auch schon auf die folgende recht einseitige Positionierung der Dokumentation verwiesen, welche auch durch das Beispiel der aktiv-handelnden, den Kontakt abbrechenden, Tochter nicht geschmälert wird.

Dann geht es fast schon "suggestiv" weiter: Hinter der Sprach- und Kontaktlosigkeit stehe, unwidersprochen, eine Aussage. Diesen Aspekt mit der Frage "Was soll Deine Mutter verstehen, was Du ihr nicht sagst" einleitend entspinnt sich das ganze Elend dieser Angelegenheit.
Man will auf das angebliche Phänomen der "kommunikationslosen Kommunikation" abstellen, als sei auch ein "Schweigen" ein Ruf, eine Aussage, mithin vielleicht ein "Hilferuf". Schon hier wird deutlich, dass man den "kommunikationsaffinen Menschen" auf ein Schild hebt das ihm nicht zuträglich ist.
Um es klar zu sagen: In einer non-verbalen "Kommunikation" kann "Aussage" stecken - mimisch oder gestisch bspw.
Aber ohne Sicht des Menschen, ohne auch nur irgendeinen Kontakt gibt es keine lineare oder non-lineare Interaktion. Mithin ist der verbliebene Mensch das, was er auch schon vor der Interaktion war: Allein und auf sich gestellt.
Also keineswegs krank, hingerichtet, tot, bestohlen oder in sonstiger Art negativ berührt; ein Mensch traf eine individuelle Entscheidung genau wie die, einen Kontakt zu beginnen und fortzuführen.

Die Tochter ist dann, Minute 02:16 folgend, auch eine "tragische Figur", denn sie möchte ihrer Mutter durch ihr "Schweigen" angeblich doch etwas "sagen". Und zwar eine Menge.
Nur kann soetwas schon denklogisch nicht funktionieren.
Wenn man jemandem etwas sagen möchte, was über einen bereits interagierten Kontext hinaus führt oder führen soll, so muss man den Kontext erweitern, aktualisieren oder mit neuen Informationen füllen. Das, was sie, die Tochter, sich selbst denkt kann die Mutter so NIEMALS selbst denken.
Weil sie keine kongruenten Geister sind - sie teilen keinen Alltag mehr, sie teilen sich einander nicht einmal mehr im Geringsten mit. Nun kann sich die Mutter eigene Gedanken bzgl. Gründe oder Folgen eines solchen Kontaktabbruchs machen, sie wird es aber niemals so sehen und verstehen können, wie die Tochter es nach diesem folgend "meint" oder sagen will.
Die "tragische Figur" wird sie, da sie dies nicht versteht und damit recht eindeutig klar macht, mit und in sich selbst überfordert zu sein.
Der zweite, eigentlich kaum noch einer Würdigung bedürfende Aspekt, betrifft ihren mangelnden Selbstwert aufgrund angeblich oder tatsächlich fehlender "mütterlicher Zuwendung": man weiß nicht genug um das adäquat bewerten zu können. Die Mutter kommt schlicht nicht persönlich vor.

Ein erwachsenes Kind aber, dass tatsächlich annimmt oder wünscht, so angenommen zu werden, "wie es ist", verstand auch Mehrfaches nicht.
Sie selbst kann sich nur so einschätzen, wie sie sich sieht. Mit ihren eigenen Augen, nach ihrer Sozialisation und Erziehung. Diese weicht aber, da völlig verschiedene Wahrnehmungsräume und -arten, notwendig von der ihrer Mutter ab.
Die Selbstwahrnehmung des Kindes, der erwachsenen Frau, kann daher niemals die Fremdwahrnehmung der Mutter sein oder ihr entsprechen.
Des Weiteren sollte klar sein, weshalb Menschen Kinder zeugen: Um in ihnen in einer Art "Unsterblichkeit" weiterzuleben, um über den Tod hinaus zu existieren.
Vorallem aber auch, um ihr Leben, welches sie angeblich "nicht führen konnten", aufgrund externer Unwägbarkeiten, etc. in und mit den Kindern auszuleben.
Sie spiegeln sich in ihnen und benutzen sie im Sinne der Erziehung als Gefäß.
Später versuchen Gesellschaften durch "Wertesysteme", "-konsensi", Einrichtungen wie Kita, Schule, etc. lenkend einzugreifen.
Ein Mensch wird nicht dadurch "gut" oder "schlecht", dass ein anderer Mensch dies äußert, meint oder nur denkt. Dies macht jeder Mensch mit sich selbst aus, notwendig. Vorwerfen kann man, dass die Vermittlung dieser Struktur anscheinend misslung - weit weniger aber die situative Handlung der Mutter.

Und wieder das Motiv: "Wer schweigt, will auch etwas sagen.".
Nicht-Kommunikation als Kommunikation.
Problem nur: Die spielt sich allein im betreffenen Menschen selbst und nicht mehr "interaktiv" ab.

Man kann die dann folgenden Wendungen und Äußerungen eigentlich abkürzen:
Es geht nur noch um die Rechtfertigung des angeblichen "Anspruchs" von bei "Kontaktabbrüchen zurückgelassener" auf eine "Erklärung".
Modelliert wahlweise in den "bürgerlichen Werten", wie von der 21jährigen keck und unreflektiert dargetan, oder mit Aussagen wie "das macht man doch nicht", auf die ohnehin jeder hellhörig werden sollte, dem "ich" näher liegt als "man".
Schlussendlich geht es bei den Diskussionen um einen inneren Monolog.
Menschen, die nicht verstehen keine Handhabe oder Anrechte auf Kontakt zu anderen Menschen zu haben, wollen sich gesellschaftlichen "Werten" und Moralismen bedienen um die mangelnde Coping-Fähigkeit zu kompensieren oder von einem "Leid" erlöst zu werden.
Man soll also "ihren Job machen" - um es mal platt auszudrücken.

Es kommt dabei weit weniger darauf an, wie man "erzogen" wurde oder ob man wortlose Kontaktabbrüche befürwortet.
In einer Gesellschaft, die Individualität so dermaßen schätzt und auf deren Gestaltung und Verwirklichung wert legt, mutet dieser ganze Beitrag fast schon "diktatorisch", mindestens jedoch "autoritär" an.
Einen Menschen, der offensichtlich nichts mehr mit anderen zu tun haben möchte, zu zwingen oder zwingen zu wollen gegen diese selbst getroffene Entscheidung zu verstoßen dürfte mit dem "Selbstbestimmungsrecht" nicht unbedingt kompatibel sein.

Hier vollzieht sich, mal wieder, das, was man auch bei diversen anderen fragwürdigen Gelegen- und Begebenheiten verfolgen kann: Ein Versuch der "Beweislastumkehr". Nicht mehr derjenige, der eine freie Entscheidung als freier Mensch trifft und exekutiert, sondern der, der trauert, sich an seiner Trauer weidet und eigentlich auch gar nicht heraus möchte wird geschätzt.
Vielleicht unterschlage ich soetwas wie "soziale Dynamik" oder "soziopsychologische Dynamik sozialer Interaktion". Möglicherweise.
Wenn man jemandem aber ethisch-moralisch indirekt vorschreiben möchte, sich auch dann noch mit anderen Menschen abzugeben - egal in welchem Kommunikationsmedium -, wenn das absichtlich und in vollem Bewusstsein abgelehnt und vermieden werden soll/will, dann hat das mit "Freiheitlichkeit" nichts mehr zu tun.
Die andere Seite ist weniger dramatisch: Nicht jeder Mensch dürfte die Probleme damit haben, nichts mehr von "Vertrauten" zu hören oder lesen, wie Dargetane.
Und da beißt sich dann auch die "Relevanzkatze" in den eigenen Schwanz: Dieses Thema ist vermutlich kein gesellschaftliches und soll die "konservative Vorstellung" ständig verrauender Sitten, Kultur und dem Untergang des Abendlandes nähren.
Dabei geschieht nur genau das, was über Jahrzehnte hinweg postuliert wurde: Sei "Du selbst" - und bevor Du das "sein kannst", musst Du es erst produzieren, kreieren. Das "Selbst" muss kreiert werden, denn es existiert nicht. Weder individuell noch gesellschaftlich.
Wurde aber erst etwas "produziert", dann verteidige es, baue es aus auch auf Kosten Anderer, denn mehr hast Du nicht und wirst Du nie haben. Wer das nicht versteht, bleibt eben zurück.
Da muss man dann schon tiefer gehen und mehr kritisieren, als nur drei Entäußerungen von sicher mehreren, die aber über die eigene Betroffenheit nicht hinaus kommen.
An ihrem "Entschluss habe die Freundin sie nicht beteiligt", daher sei das Problem, dass es eine "komplett einseitige Entscheidung" gewesen sein.
Ja, was denn sonst?

Rolf habe kein "Mitspracherecht" bekommen, als "zähle seine Meinung nicht" - natürlich zählt sie dann nicht, wenn es um individuelle Entscheidungen geht. Sie hätte bspw. auch ein angeblich "gemeinsames" Kind abtreiben können, da es ihr Körper ist, in dem es wachsen und aus dem es geboren würde. Dies wurde nicht angesprochen, ist doch aber weit schwerwiegender da es ggf. um ein Tötungsdelikt gehen kann. Bei einer weit weniger problematischen Angelegenheit bricht man solches Tiradengewitter los.
Eine "Partnerschaft" betrifft nie "beide", sondern nur Jeden jeweils allein - ein überwölbendes "Ganzes" inkl. "gemeinsamer Zukunft" existiert nur in Fantasie und Konstruktion. Dinge wie "Entmündigung" und "Gewalt" zeigen die inneren psychischen Probleme solcher Menschen, keineswegs aber eine sinnvolle thematische Befassung.
Danach wird ab Minute acht eine lächerliche Vorwurfskanonade abgefeuert.

Die "Fragen", welche sich diese Menschen selbst stellen, weil stellen wollen oder müssen, lassen sich nicht beantworten und sollen auch nicht beantwortet werden. Sie werden zur Selbstreferenz, zum sich wiederholenden Spiel von "Halt" und "Fall". Anscheinend erwünscht.
Später wird mittels Software-Desigerin ein Bild gezeichnet, in dem Menschen ein "Grundbedürfnis nach Kontrolle und Orientierung", nach "Mitbestimmung" hätten. Etwas, was man ihr also genommen hätte. Sinnloserweise wird danach die oben bereits zitierte Tochter angeführt ohne näher auf diesen angeblichen Zusammenhang einzugehen.
Menschen mögen ein Bedürfnis nach "sicherheit" besitzen - keineswegs aber nach übermäßiger Kontrolle. So gibt es auch das Gegenteil, den Wunsch bzw. Willen nach Kontrollverlust. Ist man dann noch übertrieben perfektionistisch und versucht sich in jeder Situation an angeblich antizipierbare Erwartungen anderer anzupassen, will man sich auch stets "korrekt" und "angemessen" verhalten.
Das alles sind Mischungen, die nicht aus, sondern nur in Depressionen und andere psychische Störungen hineinführen können.

"Wer nicht erklärt, nimmt dem Anderen jede Möglichkeit zu verstehen".
Erneut die Anklage gegen Menschen, die nur eine freie und selbstbestimmte Entscheidung trafen, die keiner weiteren Rechtfertigung bedarf, da sie das individuelle Recht auf Nicht-Umgang bzw. -Verkehr sträflich missachtet.
Und wieder der Versuch der Beweislastumkehr - wie im Internet, wo angeblich kaum jemand "soziale Kompetenz" oder "angemessene Internetkompetenz" kennte und eine "Internetkultur" oder "das Internet" gar selbst für Aufrufe zu Lynchjustiz vor der Emdener Polizeidienststelle verantwortlich sei.
Das mutet nur noch grotesk an.
Einem anderen Menschen wird nicht die Möglichkeit des "Verstehens" genommen - es geht um die Ruhe und Freiheit auch und vorallem Desjenigen, der dies tut und umsetzt.

Das gipfelt dann noch in der Aussage angeblicher Therapeuten von "langsamem Mord".

Bei einem "Mord" oder Tod eines Angehörigen sei es "irgendwann okay", da ja "endgültig" und "abgeschlossen". Nicht aber "im Leben".
Was folgt daraus bzw. steht dahinter?
Wird etwas "für immer genommen", kommen selbst diese Menschen, nach eigenen Aussagen, irgendwann halbwegs damit klar. Wissen sie aber, dass sie etwas früheres nicht mehr haben oder bekommen können, so steigern sie sich nicht nur immer weiter hinein, sondern finden auch kein "Ende", wo einfach nur der Respekt bzgl. eines anderen Menschen weiteres Nachbohren, auch bei ihnen selbst, dies gebührte.
Solches mutet erneut entweder "kindlich" bzw. in erwachsener Gewinn-Verlust-Analyse sozialer Beziehungen und deren Dynamik "rückständig" und "nicht voll entwickelt" oder wie ein "Besitzverhältnis" an; der Tod "beendet" nach allgemeiner Lesart das Leben und verunmöglicht die Rückkehr und die vorhergehende Situation. Aber etwas, was man gerne hätte und wünscht, will einfach nicht "weg sein", da es nicht "sein darf".
Denn gerade Rolf meinte "Zukunft verloren zu haben" - er plante also schon deutlich weiter und hatte sein Leben schon innerhalb eines Vertragsverhältnisses eingeordnet.
Geschmückt wird dies dann nur noch mit fragwürdigen Metaphern und emotionalen Entäußerungen.

Ohne ein "klares Ende" könne der Verlassene "nicht trauern" - erneut ein Vorwurf an einen anderen Menschen, jemandem "Trauerarbeit" unmöglich gemacht zu haben. Vermutlich dann noch aus "niederen Beweggründen" wie Habgier, Egoismus, Neid, etc. Warum nicht einfach, weil das Investment von nicht erneuerbarer Lebenszeit, die so nie wieder vorhanden sein kann und wird, keinen Nutzen mehr hatte? Weil die eigene investierte Zeit in keinen sinnvollen Verhältnis zu dem stand, was man zurück bekam?
Davon nichts, nur dumpfe Anklage.

Fazit: Schon besseres, vorallem ausgewogeneres gesehen.

Freitag, 30. März 2012

#Medien und #Piraten, Unterschriftenlisten, #SPD und schädigendes Verhalten

Keine Ahnung, wie man das, was da momentan mit und bzgl. der Piratenpartei abläuft nennen soll.
Gerade diverse Medienvertreter, Autoren, Journalisten ergehen sich entweder in Loblieder oder vorzeitige Abgesänge.
Ein Artikler der "WeltOnline" regte sich über die Kleidung der Piraten aus dem Saarland am Wahlabend auf, die dem "Anlass" und der "Würde des Wahlakts" nicht angemessen gewesen sei.
Dabei kann und darf doch jeder tragen, was gewünscht ist - nur weil man Oskar Lafontaine kaum ohne Anzug in der Öffentlichkeit kennt, müssen andere Politiker dies nicht ebenso handhaben.
"Der Wähler" entscheidet - ist ihm das Auftreten in den Parlamenten, wo sie noch nicht einmal Platz genommen haben, wie im Saarland, oder noch nicht lange sitzen, wie in Berlin, zuwider, werden in den kommenden Wahlen Stimmten versagt werden.