Dienstag, 28. April 2009

"Finanzhaie würden FDP wählen".



Ahja, Message angekommen.




Beim Ansehen der "Plakatauswahl" der SPD für den Europawahlkampf, vorgestellt vom "Wahlkampfmanager" Kajo Wasserhövel - ich dachte ja bis vor kurzem noch, Hubertus Heil sei dafür verantwortlich - kommen mir schlagartig zwei Gedanken:

1. Hoffentlich nutzt die SPD die Plakate wirklich NUR im Internetwahlkampf.
2. Dümmer geht es immer.

Da ich nicht nur Sympathisant, sondern auch Mitglied dieser Partei bin, tut mir selbst Punkt zwei gewissermaßen "weh". Aber ein Plakat wie das über die LINKE, "[...]Heisse Luft würde[...]" ist nicht mehr witzig oder "schelmisch" es ist einfach maßlos plump.
Es schafft nicht einmal von einem der größten Probleme der letzten Jahre innerhalb der SPD und in deren Selbstwahrnehmung abzulenken: Dem ungeklärten Verhältnis zur LINKEn.
Und es ist auch nicht zu klären, solange eine "mit denen nicht" Führung den Ton nicht verändert, wie es Müntefering bei der Diskussion zu Vergangenheit und Mauer bereits andeutete.




Für den Internetwahlkampf mag das LINKEN-Plakat ja gerade noch taugen, mag es doch Fürsprecher unter Usern geben, die das - wenn nicht genauso - doch als witzig oder ähnlich auffassen.

Die zumindest zwei auf der Website der SPD abgebildeten Plakate scheinen aber meine These zu stützen, dass das negative campaigning im und durch das Internet eine neue Dimension erreicht.
Bis auf einen SPD-freundlichen Satz und die Internetadresse hat das Bild KEINERLEI Aussage. Gar nichts förderliches.
Reines negative campaigning.

Zumal auch noch dumpfeste Klischees bedient werden: Der "Finanzhai" auf dem Plakat eins trägt natürlich ein weißes Hemd und Krawatte; unschwer kann hier die Anspielung auf Banker und Bankmanager abgelesen werden.
Der Tiervergleich ist in der SPD auch nicht neu, nannte Franz Müntefering die Hedge-Fonds und nolens volens deren menschliche Mangager sowie Verhaltensweisen "Heuschrecken". Just diese, die durch u.a. Rot/Grün zugelassen wurden.
Eben dieser Müntefering beklagt sich übrigens später in einer Bundespressekonferenz, es sei unfair, später an einmal im Wahlkampf gegebene Versprechen gemessen zu werden.

Nunja, dümmer und grotesker geht es anscheinend immer.

Weshalb die Figur auf den jeweiligen anderen Plakaten allerdings nur den Kopf ausgetauscht bekommt, ist mir noch unklar. Soll das heissen, dass seien alles die gleichen Leute, nur mit jeweils anderen "Köpfen"? Also im ersten Hai-Falle evtl. "anonymes Finanzkapital", den man mal spielerisch ein tierisches Gesicht gibt?
Zumal auf keinem Plakat ein Logo oder eine Farbe einer negativ-genannten Partei vorkommt; allein die Namen sind genannt.
Ich weiß ja nicht, ob das Ganze so weit tragen wird.

Mir sieht das stark nach alt-bekannter Manier, den Europawahlkampf bzw. europapolitische Themen mit Bundestagswahlkampf resp. bundespolitischen Themen zu verquicken, aus.
Und das, obgleich von Müntefering bei einer Parteiveranstaltung vernommen werden konnte, man wolle nun etwas europapolitischer agieren und argumentieren, da Europa selbst immer wichtiger und als Handlungsebene auch parteipolitisch immer nutzbringender würde.

Davon zeugt nun nicht einmal ein Verweis auf eine Website einer "Europäischen Sozialdemokratie", sondern nur auf die der deutschen SPD.