Montag, 27. April 2009

FC Bayern entlässt Klinsmann

Sind es die Mechanismen "des Geschäfts" mit denen manchmal indirekt lobend und huldvoll Entlassungen von vorzugsweise Trainern im bezahlten Fussball bezeichnet werden, oder Ausdruck des "Leistungsprinzips", das man 1:1 am Punkte- und Tabellenstand des jeweiligen Vereins ablesen kann?
Oder ist es einfach der Weg des geringsten Widerstandes?

Was es auch sei, am heutigen Tage entließ der Fussballclub FC Bayern München seinen Trainer Jürgen Klinsmann.
Er kam vor etwa zehn Monaten mit selbst kommunizierten Ambitionen, die medial nicht gerade niedrig gehängt wurden.[1]

Als ich von der Verpflichtung Klinsmanns las, äußerte ich die These, Klinsmann könne entweder groß rauskommen und überragend reüssieren oder relativ schnell scheitern.
Zumal ich davon ausging, dass ein Trainer einer Nationalmannschaft zu einer Vereinsmannschaft kommend keinen leichten Stand haben würde.

Die Verpflichtung des 5-Spiele-Trainers Heynckes ist eine Offenbarung der bisherigen Bayern-Führung speziell Rummenigges. Es ist kein richtiger Neuanfang und auch kein Zukunftsmodell. Dieser Mann ist vor nicht allzulanger Zeit bei dem Verein entlassen worden, gegen den Bayern im letzten Spiel verlor.

Wer sich nun äußert ist schon kurios. Eine Claudia Roth und Olaf Scholz gelten nicht gerade als Experten des Fussballsports.

Ich gehe soweit, dass auch das obere Mangement des Vereins Bayern München gescheitert ist. Auch hier müssen Köpfe rollen. Ob nun ein Nachfolger für Hoeneß gefunden wird oder nicht, er wird kaum noch alten Stand erreichen.

Woran ein Trainer am Ende scheitert wissen wir nicht sicher. Mannschaften können intern und nach außen gegen einer Trainer opponieren, spielen einfach nicht mehr 100% auf dem Platz in jedem Spiel.
Trainerentlassungen sind statistisch nur in den wenigsten Fällen sinnvoll, vorallem ex post betrachtet. Meist stehen die Mannschaften mit den neuen Trainern nicht besser da als mit den anderen.
Ein Felix Maggath wurde wurde auf Tabellenplatz vier entlassen, wo stehen die Bayern heute?
Und wo Wolfsburg?

Solche Fragen sind müßig und Leute wie Maquart vom Focus sind in ihren Äußerungen so sinnhaft und zielführend wie ebendiese. Alles auf das Spiele gegen Schalke zuspitzen zu wollen, ist eine Selbstaufgabe und macht das Zaudern der Verantwortlichen klar. Jemandem bei guter oder besserer Leistung zu entlassen, weil man sieht, dass es nicht passt, ist eine Leistung.
Jemanden nach einem 0:1 zu entlassen dagegen nicht.

Jürgen Klinsmann wird einen neuen Job finden, mutmaßlich in den USA.
Der FC Bayern wird auch weiterhin dafür sein, eigene Einnahmen zu erhöhen und damit Spieler und Trainer einzukaufen. Dieses Modell hielt sich in den letzten Jahrzehnten relativ gut. Und sie dümpeln nicht sehr lange tatenlos dahin, zumindest was Trainer betrifft.
Die Zeit für Beckenbauer, Hoeneß und Rummenigge läuft ebenso ab; in Schalke wurde auch gleich der Manager zurückgetreten.
Ein Rudi Völler sollte sich meiner Ansicht auch tunlichst vom FC Bayern fern halten, lief und läuft es doch schon in Leverkusen bestenfalls suboptimal.

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[1]: Bayern wirft Klinsmann raus, Tagesschau.de; http://sport.ard.de/sp/fussball/news200904/27/klinsmann_weg.jsp; letzter Zugriff 27.04.09 20:34 Uhr.