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Mittwoch, 6. Juni 2012

Verschwörungstheorien sind mittlerweile fast schon notwendig um Parlamentarismus und Personalpolitik zu "verstehen" - #röttgen, #ard und #piraten

Gerade sitzt Roland Tichy bei Phoenix im Format "Unter den Linden" und beschreibt Röttgen als "in den letzten Ministertagen autistisch", das Wort "autistisch" kehrt er symbolisch und emotional hervor.
Auch dieser Mann überlebte schon einige Regierungen und Minister, sah Viele kommen und gehen.

Gleichzeitig kommt mir über Twitter ein Link unter die Augen, verweisend auf eine Berichterstattung bei SpiegelOnline, SPON, zum Thema Rücktritt des Bundespressesprechers und dessen Vize der Piratenpartei Deuschland.

Als drittes sah ich vor Phoenix beiläufig die Talkshow "Hart aber Fair" zum Thema "wie hart" Politik sein dürfe.

Mittwoch, 16. Mai 2012

Der angebliche "Klartext" von Horst #Seehofer: Alles gestellt!

Nie im Leben glaube ich, dass Horst Seehofer unabsichtlich nach dem Interview mit Klaus Kleber, ZDF, "Klartext sprach".
Wie Altmaier selbst in einem Pressestatement äußerte, habe Seehofer für "Klarheit" oder "Aufklärung sorgen wollen".
Er WOLLTE für etwas sorgen, alles Absicht also.

Und besieht man sich Mitte/Ende des Nachgesprächs so wird eine gewisse Zurückhaltung Klebers deutlich. Seehofer spricht frei und lang - ein Nachgespräch dürfte wohl anders aussehen.
Dass das ZDF soetwas sendet ist klar und verständlich, bringt es dem Sender doch deutlich Publicity und Zugriffe - sie sind in aller Munde.
Seehofer wiederum muss im nächsten Jahr eine Landtagswahl gegenwärtigen und dürfte dabei gerade in der Abgrenzung zur Bundespolitik sein Heil suchen und finden.

Außerdem fragt Kleber nach, was denn Seehofers "Antwort" sei, er habe im Interview ja zu "Lösungen" und weg von der "Problembeschreibung" leiten wollen.
Da referiert Seehofer schon ausgiebig - was soll das bringen, wenn man es angeblich vorher nicht veröffentlichen will?
Ist nicht eher anzunehmen, dass Seehoher und Kleber genug zeitliche Einspannung im Sinne diverser Sendungen, Vor- und Nachbereitungen umsetzen müssen und für solche langatmigen Veranstaltungen wenig Zeit haben dürften?
Weshalb geht Seehofer so intensiv auf gewisse Themen ein, wenn das alles zunächst gar nicht gesendet werden soll?

"Wir werden mit Schuldenabbau nicht auf Wachstumskurs kommen in Europa."
Vielleicht sollte man sich mal genauer ansehen und hören, welche inhaltlichen Punkte Seehofer machte.
Denn das liegt doch stark auf Linie der Opposition, SPD, und nimmt französische und griechische Veränderungen auf.
Der FDP dürfte das eher missfallen.

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1641980/Seehofer-Das-koennen-Sie-alles-senden%21?bc=sts%3Bstt&ipad=true
http://wstreaming.zdf.de/zdf/veryhigh/120514_seehofer_hjp.asx

Freitag, 11. Mai 2012

Lob der #Umschau auf "freie Tankstellen" zu kurz gegriffen? #MDR


Am 24.04.2012 lief in der "Umschau" des MDR ein "Experiment": Eine Tankstelle, einen Tag in Geithein, Sachsen, Spritverkauf "zum Einkaufspreis".

Das heisst: Kein Gewinn für den Tankstellenpächter bzw. -betreiber bei vollen Kosten des Benzins.
Während sich dies bei Diesel recht stark auswirkte, sank der Preis für einen Liter Super um 7 Cent. "Gerade mal 7 Cent" könnte man meinen.
Und für diese Ersparnis fanden sich Menschen teilweise stundenlang vor einer Tankstelle ein, verweilten dort, regten sich über die Verkehrsverhältnisse auf und tankten diverse Behältnisse nebst dem eigenen Automobil voll.

Die sieben Eurocent machen bei einem Kauf von 100 Litern Superbenzin 7 Euro aus. Dieses "Geschäft" mag man dann für sinnvoll halten, sofern der Bezinpreis demnächst noch deutlich stärker steigt. Fällt er jedoch, sinkt nicht nur der relative Vorteil - auch die Relation zwischen Kosten und Nutzen verschlechtern sich.
Der Ölpreis sinkt seit kurzem wieder - dies scheinen die größeren Medien aber noch nicht mitbekommen zu haben. Ins Unermessliche dürfte der Benzinpreis überdies nicht ansteigen.

Vielerorts, auch in diversen Gruppen "sozialer Netzwerke", wird zum Tanken bei "freien Tankstellen" aufgerufen. Auch solche Aktionen wie "Tanken zum Einkaufspreis" gibt es nicht nur singulär oder mittels medialer Unterstützung. Die Umschau selbst verweist auf einen bayrischen Fall: Ein Mann, der "kurz vor seiner Rente" nochmal "zeigt, was geht".
Fraglich, ob solche Modelle einen Nutzen bringen.
Der bayrische Verkäufer erwähnte, er habe durch den Andrang und die hohe Bezinabgabe bereits drei Pumpen wechseln müssen. Geht man von recht "hohen Kosten" solcher Pumpen und keinerlei Reingewinn des Pächters aus, so folgt nach geraumer Zeit logisch die Pleite des Unternehmers.
Weil er am verkauften Benzin nicht nur nichts verdient, diesen muss er ja für den Preis verkaufen, für den er ihn bei Großkonzernen kaufte, sondern noch ständig auflaufende Kosten besitzt.
Sofern nicht genügend Spenden oder Tankstelleneinkäufe aufliefen, müsste er das dauerhaft aus eigener Tasche finanzieren.
Solches funktioniert natürlich nicht.
Schon, da Menschen, die "auf den Preis sehen", wozu "preissensible" Benzinkäufer, welche für eine 7-Cent-Ersparnis mehrere Stunden anstehen und weiter fahren, gehören dürften, wohl eher in Supermärkten oder Discountern mit größerem Angebot und niedrigerem Preis einkaufen.
Auch damit sind die Kosten letztlich nicht zu decken.

Außerdem trübt die auch von der Umschau proklamierte "Freude" ein wenig, was später sichtbar wurde: Zwar senkten die "großen Tankstellen", also solche, die den Sprit von Aral, Shell, etc. auch unter diesem Namen verkaufen.
Vermutlich brachen ihnen in der Verkaufszeit "zum Einkaufspreis" des Konkurrenten so viel Umsätze und Gewinne auch bei nicht-Benzin-Verkäufen weg, dass es sich lohnte, knapp an oder über den Preis des Wettbewerbers zu gehen.
Konkret wurden die Preise während der Öffnungszeiten der anderen Tankstelle um etwa einen Cent über deren Verkaufspreis angepasst; nach der Schließung stiegen die Preise teilweise wieder überdurchschnittlich an.
Somit könnte man sich über den "doch funktionierenden Wettbewerb" freuen und die Schuld den "Großkonzernen" zuschieben.

Zweifel sind angebracht.
So senkten die anderen Tankstellen nicht nur nicht auf genau den Einkaufspreis, was ja angeblich jederzeit möglich gewesen wäre. Den Benzinverkäufern dürfte nur wichtig sein, dass sie den vorher oder am Verkaufstag selbst verhandelten Preis für den Sprit erhalten - welchen Gewinn der Pächter bekommt oder erwirtschaftet sollte dabei egal sein. Erst wenn große Pächterzahlen in die Pleite gingen, könnte auch das Abnehmergeschäft des Benzins in Bedrängnis geraten. Davon ist bei eher steigendem Konsum momentan nicht auszugehen.
Der Cent über dem Preis der "freien Tankstelle" ist letztlich also ein "Gewinn", etwas, das nach Abrechnung des Benzin Kaufs und Verkaufs beim Tankstellenpächter verbleibt.
Verkauft man also "zum Einkaufspreis" schadet man damit erstens sich selbst und zweitens nicht den Großkonzernen, auf die es angeblich zielte: Sie halten sich am Pächter schadlos und bestehen auf die vereinbarten Preise.
Der Druck abwandernder Kunden allein zwingt die vermutlich eher "kleinen Pächter" den eigenen Gewinn zu senken.
Diese Idee ginge nur auf, falls die Tankstellen direkt in der Hand "der Großen" wären - die Konzerne wie Aral oder Shell die Tankstellen also besäßen und betrieben.
Selbst dabei interessierte dann aber niemanden die Situation der Beschäftigten, folgende Rationalisierungen und Arbeitslosigkeit. Schließlich kann man nicht davon ausgehen, dass "freie Tankstellen" die Mitarbeiterzahlen enorm ausbauten, selbst wenn deren Benzinabsatz durch "Einkaufspreis" dauerhaft steigen sollte.

Falls die Tankstellen in den Händern "kleiner Händler", Pächter, Mittelständler, etc. wären, bliebe die gesamte Aktion eine Milchmädchenrechnung, da man dem Benzinverkäufer nur auf Konsumenten-, nicht aber auf Produzentenebene zuleibe rückte. Genau de Produzentenebene, die dortigen oligopolitischen Strukturen, erzielten Preise und das Durchreichen an die Tankstellen sorgt aber für Kritik und genannte Probleme.

Montag, 7. Mai 2012

#Rassismus der Mitte im öffentlich rechtlichen Fernsehen am Beispiel #visite im #ndr

Man will ja vielleicht nicht "pingeliger als der Papst" sein oder werden, andererseits besteht im öffentlich-rechtlichen Rundfunk ein "Bildungsauftrag" der unter Anderen ein nicht unwichtiger Punkt zur Rechtfertigung zwangsweiser öffentlicher Finanzierung ist.
Gerade bei der baldigen Einführung des "Haushaltsprinzip" in Abkehr von tatsächlicher Nutzung vom Nutzer anzumelden muss GEZ und Gebühr gut gerechtfertigt werden.

Es gibt des Weiteren diverse Studien, bspw. der Friedrich Ebert Stiftung (FES), die immer wieder Rassismen und Radikalismen bzw. Extremismen in der sogenannten "Mitte" konstatieren.
"Mitte" kann man dabei grob als "Mittelschicht" definieren; Rassismus als Unterscheidung, Abgrenzung, Ausgrenzung und negativer Wertung Menschen anderer Charakteristika, sowohl real oder konstruiert.

Samstag, 5. Mai 2012

Kameraführung bei #wahlarena im #wdr suggestiv - #nrw12


In Frankreich werden bei aktuellen TV-Duellen im Wahlkampf zwischen Amtsinhaber Sarkozy und Herausforderer Hollande für die Stichwahl am Sonntag diverse, zunächst nicht nur umfangreich, sondern fast schon "lächerlich", anmutende Regeln und Strukturen aufgestellt.

So soll Sarkozy nicht schwitzen, wie es im letzten Präsidentschaftswahlkampf gegen Segolene Royal geschah: Dies deutete eine "mangelnde Souveränität" an.
Hollands nicht vorhandener Haarschopf soll nicht ins Bild kommen, ebenso wenig die geringere Größe Sarkozys.

Eine eigentlich seltsame Herangehensweise ist der Verzicht auf Überblendungen auf den Kontrahenten während einer von Beiden spricht.
Was damit verhindert werden soll, merkt man auch in Deutschland.
Als der Vertreter der Piratenpartei für den Wahlkampf NRW, Paul, über das "teuerste Programm" und einen Rat eines "Marketingverantwortlichen" sprach, wurde auf Hannelore Kraft, SPD, geblendet. Diese schüttelte recht abwertend den Kopf und machte auch entsprechende Mimik dazu (Video, WDR Mediathek ab Index 01:09).

Dies ist stark suggestiv und gibt dem angeblich unvoreingenommenen Zuschauer nicht nur "eine Interpretation" an die Hand. Hier wird auch ein "autoritärer Reflex" deutlich, der es ermöglicht sich "starken Meinungen und Haltungen" anzuschließen.
eine "Interpretation" wird ja schon durch die Diskutanten geliefert - genau deshalb soll es diese Veranstaltungen, Duelle und Diskussionen ja geben.
Das Argument soll zählen und "schlagen".

Solche Kameraeinstellungen aber verfälschen, denn sie gehen nicht argumentativ auf etwas ein, bedienen nur bestenfalls Sensationslust, schlimmstenfalls politische Einflussname der Redaktion des Fernsehsenders bzw. der Kameraführung.
Da möchte man die Regularien in der französischen Debatte herbeisehen und die Verhandler beglückwünschen; dass dies dort deutlich züchtiger, ruhiger und fast schon "langweilig" zugeht darf man getrost inkauf nehmen.

Link zum Video