Eigentlich ist es ja nicht meine Art, gewisse Trend- oder Prognosebekundungen meinerseits öffentlich bekanntzugeben, ich nehme meist mit halböffentlichen, freundschaftlichen oder selbstgesprächigen Entäußerungen vorlieb.
Letztere auch, da die mangelnde Gesundheitsgefahr derselben mittlerweile allseits bekannt sein sollte und daraus keineswegs auf Psychosen, etc. geschlossen werden kann.
Sowas bedachte ich heute erneut, als ich eine Wiederholung der Diskussionssendung "Im Palais" sah, in der Frank Schirrmacher, Herausgeber der FAZ, anführte nach einem Gespräch mit einem der Google-Gründer auch bzgl. seiner eigenen Sicherheit im Unklaren zu sein.
Dabei verwies er darauf, dass es bald möglich werden könnte, auch Daten wie die eigene Krankengeschichten sowie DNA, etc. an Google zu "übergeben", wenn daraus ein "Mehrwert" erwüchse.
Nun gibt es solches bereits in den USA: In Google-Health könnte man seine Daten auch heute schon eingeben, nur sehe ich darin die Gefahr der eindeutigen Zuordbarkeit eigener Krankheitsdaten zu bereits bestehenden Google-Profilen, anderen Daten die die Suchmaschine auffindet und deren Zugänglichkeit bspw. für Arbeitgeber.
Letzteres sollte gerade gesetzlich untersagt werden.
Mit dem Gendiagnostikgesetz wurde hier bereits ein Schritt in die richtige Richtung gegangen, doch gehen wir mittlerweile meines Erachtens in Teilen des Internet in einen Abschnitt über, indem gerade der Gesetzgeber stärker regelnd eingreifen muss, um - wie es auch in anderen Bereichen schon ist - dem Individuum notwendigen Schutz gegen Monopole oder übermächtige Konzerne zu geben.
Google ist ein gutes Beispiel.
So gerne ich mit GMail, GoogleMaps, GoogleEarth und mittlerweile auch Buzz arbeite, so groß und datenhungrig ist der Konzern auch.
Ironisch schon fast, dass ich dies bei Google blogge.
Technologie und das Internet sollten die Medizin wenn nicht "revolutionieren", so doch individualisieren.
Überall geschieht dies bereits: Wir führen Online-Banking aus, Kaufen und Verkaufen online, hören durch Algorithmen "auf uns zugeschnittene" Musik, haben zig Profile in Sozialen Communities.
Für eine wissenschaftlich fundierte, von einem Arzt akzeptierte Blutdruckmessung allerdings müssen wir die Arztpraxis aufsuchen, wo beim Patienten erneut mit teilweise batteriebetriebenen elektronischen Messgeräten, so die Arbeitskraft und Zeit für die Schwester gespart wird, ein Wert bestimmt wird.
Werte für den Blutzucker, den Diabetiker bestimmen müssen, werden in ein Kärtchen eingetragen, welches dem Arzt bei nächstem Besuch vorgelegt werden.
Für ein Echokardiogramm, EKG, muss auch meist mindestens der Hausarzt aufgesucht werden, ebenso müssen Rezepte und Überweisungen analog und offline abgeholt werden, wie ich bereits "beklagte".
Da eine große Zahl (deutscher) Haushalte mittlerweile über schnelle und kostengünstige Internetzugänge verfügt, könnte man das deutlich effizieren.
Und man wird es tun.
Gerade wenn im Krankensystem Kostendrücke (künstlich) aufrecht erhalten oder weiter erzeugt werden und kapitalistisch-gewinnorientierte Mechanismen raumgreifen.
Und gerade das, was Schirrmacher kritisierte, den amerikanischen "Computer Doc", einen Arzt also, der sich mehr mit dem Personal Computer und der darauf laufenden Software beschäftigt und auch im Patientengespräch mehr darauf sieht, als den Patienten anzusehen, wird man damit nicht los.
Man fördert es eher weiter.
Meine für mich durchaus bedauerliche Auffassung, die angewandte Medizin verlagere sich zunehmend in den Verantwortungsbereich jedes Einzelnen, der dafür jedoch heillos überfordert ist, halte ich aufrecht.
Weil dem so ist, wird sich der Markt für Angebote zur "Patientenbildung" oder zur Rechtedurchsetzung für Patienten gegenüber medizinischem Personal neu begründen oder ausweiten.
Das wird auch notwendig, denn das nun zu individualisierende und dem kollektiven Sicherheits- und Fürsorgegedanken zu entreißende System ist kein "normales" Produktionssystem.
Man kann im Laden ein falsches Brot oder beim Autohändler ein falsches Auto kaufen.
Davon stirbt - bei Einhaltung deutscher Sicherheitsstandards - erst einmal niemand.
Ob ein Patient aber eine spezifische, ggf. invasive und mglw. teure Untersuchung bekommt, die so vielleicht gesetzlich vorgeschrieben ist, der Arzt oder die Klinik es aber abwiegeln oder gar (indirekt) ablehnen, kann lebensentscheidend sein.
Meine weitere These, dass es großteils engagierte und interessierte Ärzte brauchen wird, weil für alles andere zunehmend Medikamente und Apparate zuständig sein werden, halte ich ebenso aufrecht.
Dass dies so von allen Medizinern bereits verstanden wurde, wage ich stark anzuzweifeln.
Wenn Patienten also kleine Blutdruck-, Blutzucker- und EKG-Messgeräte bekämen, die eine automatische Übermittlung per WLAN an einen Zentralrechner einer Praxis ermöglichte, bedingte das eine Zeit- und Geldeinsparung.
Bedingte des weiteren ein anfälliges, großes, schwerfälliges Computer- und Serversystem.
Und sicher käme auch irgendwie wieder Google ins Spiel.
Ob der Patient, dessen Aktentransparenzrechte und seine allgemeinen Rechte gegenüber dem System im Vordergrund stehen wird, darf ebenso bezweifelt werden.
Auch heute schon können informierte und engagierte Patienten für Kosten- und Zeiteinsparungen sorgen, so sie selbst noch nicht zu krank dazu sind und von Ärzten und Bürokratie keine zu großen Steine in den Weg gelegt bekommen.
Wenn man aber fast "flehen" muss, um seine eigene Krankenakte vollständig zu bekommen, kann von dem vorgenannten Zustand wahrlich keine Rede sein.
Und nicht jeder Patient ist gleich fit und kann in gleichem Ausmaß seine Rechte einfordern und ggf. durchsetzen.
Also müssen/werden es andere tun: Private oder der Gesetzgeber für alle.
Letzteres wäre zu begrüßen und ist überfällig.
Gegen meine obige Auffassung spricht bspw. die Einführung der Telematik im Gesundheitswesen durch die "elektronische Gesundheitskarte", eGK.
Doch halte ich das nur für ein zwischenzeitliches Scheitern.
Je stärker wir unser Leben ins Internet verlagern und je kritikloser wir dies akzeptieren und leben, desto wahrscheinlicher wird auch diese Spähre einbezogen.
Und - meiner Ansicht nach folgerichtig: Desto wahrscheinlicher steuern wir auf die große Wand zu, die für jeden exorbitanten Trend einst kommen muss.
Wann weiß ich nicht, wie und warum ist mir ebenso unbekannt.
Allein, dass es so kommt, da bin ich sicher.
Ist auch keine Verschwörungstheorie, eher eine aus Beobachtungen anderer Gesellschaftsbereiche abgeleitete Erwartung.
Bislang sind so viele Reklamationen verschiedener Gesellschaftsteile entweder ausgeblieben oder nicht laut genug vernommen.
Ich denke dabei z.B. an Menschen, die kaum noch sinnvoll Fahrkarten für die Deutsche Bahn lösen können, da sie (altersbedingt) nicht mit den Automaten dieses Unternehmens umgehen können oder zum "Lernen" gezwungen werden sollen.
Höflich wird diese/r - je nach Lesart - Zwang/Nötigung als "Gap", Kluft zwischen den "digital natives", den Generationen, die quasi "natürlich" mit dem Internet aufgewachsen seien und dem Rest, beschrieben und benannt.
Ich erwarte auch hier vernehmbarere Beschwerden.
Paradoxerweise, zumindest für meinen Beitrag, könnten gerade oben genannte Mechanismen von diesen Generationen geradezu euphorisch begrüßt und erwartet werden.
Verkürzt ein gutes, handhabbares und funktionierendes EKG doch jederzeit die Zeit bis zum Arztkontakt und ermöglicht einen klinischen Aufenthalt innerhalb der "Goldenen Stunde", was die Überlebensrate bei Herzinfarktpatienten massiv steigert.
Ein weiterer, damit sofort verbundener Prozess, ist meiner Meinung nach ähnlich dem, was Michel Foucult einst als "Biopolitik" zu bezeichnen pflegte.
Die Ausdehnung der Ein- und Übergriffe auf das Individuum entweder durch "den Staat", die Bürokratie, oder durch gesellschaftliche Normen.
So könnte es irgendwann dazu kommen, dass Rauchen nicht nur geächtet ist, sondern auch entweder viel zu teuer um es in gesellschaftlicher Breite auszuüben, oder gesellschaftliche Normen ein sanktioniertes Missverhalten überwölben.
Ähnlich sieht es mit Adipositas oder allgemeiner dem Gewicht der Menschen aus.
Nicht nur, weil es dem System Geld kostet, was wiederum nicht unpopulistisch mit "den Steuerzahlern" gleichgesetzt werden kann und daher Angriffsfläche bildet, nein schon heute sprechen einige davon, die Systeme würden "immer teurer", aber nicht zwingend effizienter.
Ob das stimmt, steht mal dahin, die Argumentation ist einfach und verfängt.
Wenn die Optionen zur Einsparungen bei Ärzten, Kliniken, Betten und Medikamenten denn einst tatsächlich ausgeschöpt sein sollten, wird man denklogisch auf das Individuum durchgreifen.
Denn dieses trägt mit seiner Lebensweise - mutmaßlich - deutlich zu den Systemkosten bei.
Die Argumention lautet dann schnell: Entweder kommt es zur Anpassung des Verhaltens, oder höheren Versicherungskosten bzw. nur einer Basisversicherung.
Und das wird schleichend und mit Billigung der Masse stattfinden; ein Angstklima mit kommuniziertem Systemende bedingt die Erhaltung des Status Quo mit gewollten Einschnitten.
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Dienstag, 23. Februar 2010
Dienstag, 29. Dezember 2009
Idee - Übernahme - Kapitalismus und Online Communities
Wie viel bin ich wert?
Wie viel bist Du wert?
Das weißt Du nicht? Oder gar, welchen Sinn solches im Kontext von Communities wie dem StudiVZ haben sollte?
Eine Community beginnt womöglich als Kleinprojekt findiger Programmierer, die an Funktionen an anderen Angeboten vermissen oder sich und ihre Ideen in Teilen selbst verwirklichen wollen.
Sie erschaffen eine Plattform mit ersten Anmeldungen, Profilseiten, bauen sie datenbankgestützt dynamisch auf und spezialisieren sich auf ein Thema.
Irgendwann kommen sie auf den Gedanken wachsen zu wollen, machen Werbung, die Nutzer Mundpropaganda und andere werden aufmerksam.
Ein Segment gesellschaftlicher Reproduktion gelangt stärker in den öffentlichen Fokus und die thematische Befassung nimmt zu. Weitere Nutzer melden sich an.
Andere kommen auf den kapitalistischen Verwertungsgedanken, der besagt, dass sich damit doch ein "Gewinn" erzielen lassen können müsste.
Ein oder mehrere Investoren treten an die Betreiber heran, führen eine System- und Angebotsprüfung ein und geben Gebote ab.
Irgendwann wird ein Gebot angenommen und die Community veräußert.
Sie war auch schon früher Teil des kapitalistischen Produktionsprozesses, da sie ohne ihn nicht nur niemals entstanden wäre, sondern auch nicht lauffähig oder zur erlangten Bedeutung gekommen wäre.
Sie benötigt Strom, welcher wiederum durch Lohnarbeit, Arbeitsteilung und Ausbeutung natürlicher Ressourcen mit Gewinn durch Produktivitätsabstand zum Lohnausgleich zustande kommt, um überhaupt zu funktionieren, ferner eine menschliche Arbeitskraft, der durch die Programmierung Opportunitätskosten, mithin auch der Volkswirtschaft, entstehen.
Somit erzielten die "Betreiber" und Autoren direkt womöglich und wahrscheinlich noch keinen Gewinn durch Verwertungsinteresse; dies ändert sich bei Übergang auf einen klar gewinnorientierten Konzern.
Es ist davon auszugehen, dass es sich ein solcher Konzern nicht dauerhaft wird leisten können ein solches Projekt im Verlust zu betreiben.
Sagen wir, die Plattform wurde für den stolzen Preis von etwa 50 Millionen Euro veräußert.
Gehen wir ferner davon aus, dass die meisten Plattformen bisher und weiterhin Verluste schreiben, also ihre Betriebsbilanz nicht einmal mit einer schwarzen Null abschließen können. Dies ist nach meinem Kenntnisstand zumindest bei Facebook und Youtube, eigentlich sehr populäre Dienste, der Fall.
Gehen wir weiterhin davon aus, dass kapitalistisch-buchhalterische Logik zu Anwendung kommt, nach der mindestens eine schwarze Null, besser noch ein Gewinn aus der Unternehmung hervorgehen sollte, ja eigentlich hervorgehen muss.
Daraus lässt sich ableiten, dass erstens Schritte unternommen werden müssen, die Kosten des Projekts zu senken, zweitens die Einnahmen durch ebendieses zu erhöhen oder überhaupt zu bedingen und drittens dafür nur eine gewisse Zeitspanne mit Deadline vorhanden ist, die schnell zum Exitus führen kann, so sich keine durchgreifenden Fortschritte ergeben.
Viele Nutzer mögen keine Werbung und wollen sie auch nicht sehen, sie verwenden Werbeblocker wie das beliebte Firefox-Addon "AddBlock" mit großer Funktionalität. Hier fallen eventuelle Werbeeinnahmen auch per se weg, da es nicht einmal zu einer Einblendung, geschweige denn zu einem Klick oder Kauf kommt. Wie viele Nutzer dies betrifft sollte sich anhang der Browser- und Pluginkennzeichnung eruieren lassen.
Andere User werden schlicht nicht auf Werbung klicken oder über diese Werbung keine Produktkäufe einleiten, was wiederum keine Erträge generiert.
Bliebe eine andere Zahl, bei der das funktioniert. Wie hoch die diesbezüglichen Einnahmen wären kann ich nicht beziffern, doch gehe ich davon aus, dass dies weder die laufenden Betriebs- noch Werbe- oder Kaufkosten amortisieren kann.
Das Problem bleibt also.
Man könnte ferner versuchen den Nutzern kommerzielle Produkte als community-interne unterzujubeln und sie quasi zu nötigen, mindestens aber zu verleiten sie zu nutzen und publizieren.
Vielleicht erfindet oder portiert man neumodische Worte, Anglizismen, um dies "cool" und "modern" wirken zu lassen.
Fraglich ist aber auch hier, wie genau Einnahmen bei den kommerziellen Anbietern zu generieren wären, können sie doch nicht davon ausgehen, dass die Profilinhaber selbst oder deren "Freunde" resp. andere Nutzer mit dem Ziel des Produktkaufs darauf klicken.
Wäre damit verbunden nicht eine weitere Option die riesige Datenfülle nutzbar, damit verwertbar und zugänglich zu machen?
Zahlen spezifische Unternehmen nicht viel Geld für zielgruppenspezifische Angebote in den Communities selbst, aber auch für Verhaltensanalysen spezifischer, vielleicht sogar ausgewertet "realer" Nutzer?
Dies ließe sich nun fast unbeschränkt fortsetzen, der "Ideen" existieren viele.
Allein richtige "Verwertung" im Sinne Gewinnmaximierungsstrategien mag ich erfolgreich noch nicht erkennen.
Aber sei es zunächst drum.
Wichtig sollte in einem solchen Szenario sein, User anzuwerben, einzubinden, zu halten und affizieren, welche eine "leadership"-Funktion oder eine ebensolche als "Meinungsmacher" in verschiedenen Gruppen und Netzwerken ausüben.
Darüber wurde auf ZeitOnline zuletzt ein Artikel mit abgewandeltem Duktus publiziert: "Social Networks: Was verraten soziale Netzwerke? Alles!".
Diese User ermöglichen den Betreibern nicht nur "wertvollen", also realen und damit gewinnbringend verwert- und vermarktbaren Content zu generieren, sondern ziehen auch andere, neue User, neue Klientel und Gruppen an.
Genauso intensiv können natürlich auch deren negative Bewertungen wirken. So dürfte den Usern der Communities noch nicht einmal ansatzweise klar sein, was sie bewirken können, wenn sie sich eben nicht als Bittsteller gerieren, sondern "zusammen schließen" und - wie bei Facebook - auf bspw. eine "Dislike-Button" drängen.
Allein wird dies wie im realen Leben an der Uneinigkeit und vorgeblichen Individualität scheitern.
Daraus ergibt sich, dass gewisse User oder Profile schon heute unterschiedliche Wertigkeiten haben müssen und haben.
Mithin setzt sich nur die aus dem realen Leben bekannte Verwertung des Menschen in der Produktion und für kapitalistische Interessen in der "Online-Welt" fort.
Doch macht sich hier der Mensch zunächst selbst zur Ware - möchte man meinen.
Doch ist noch gänzlich unklar, welche Motive und vorallem Zwänge zu einer Registrierung in einer solchen Community führen und welche Sanktionen, Barrieren und Restriktionen vor einer Abmeldung bestehen. Die aus dem wahren Leben bekannte "soziale Kontrollfunktion" wirkt und existiert hier u.a. durch die Fiktion vermeintlich etwas verpassen zu können oder ebenso oder tatsächlich exkludiert zu werden.
Die Überbetonung sowie zunehmende Verlagerung vieler Lebensbereiche in das Internet tut dabei ihr Übriges.
Diese Wertigkeit setzt sich also sofort in die Profile und in einer höheren Stufe natürlich auch in die Communities und Plattformen selbst um.
So meinen wir zwar entweder "sehr individuell" zu sein und daher "individuelle Profile" zu haben und generieren zu können. Was zunächst machbar und logisch erscheint, halten wir uns doch auch real und persönlich allermeist für "sehr individuell" oder streben danach.
Genauso wie real ist diese Individualität aber auch virtuell eine Fiktion. Allein wird sie virtuell noch deutlicher.
Es wird tatsächlich versucht, Individualität zu kreieren oder darzustellen mithilfe kategorisierender und im ursprünglichsten Sinne kollektiver Werkzeuge. Wer weiß, wie eine Datenbank und deren dynamische Webseitenumsetzung funktioniert, weiß wovon ich rede. Daran ist nichts individuell, alle Einstelloptionen sind vorgegeben.
Womöglich neigen Communities demnächst stärker dazu, die in einem anderen Beitrag bereits angerissene "konstitutive Anonymität" sowie "kollektivistische Systemarchitektur" und damit des Kollektivismus in Reinkultur durch vermeindliche Individualisierung mittels "Demokratie" oder "demokratischer Abstimmung" abzuhelfen.
Es gibt bereits Ansätze und praktische Beispiele dafür, die - man kann es sich nach obigem unschwer selbst erschließen - aber nichts anderes als selbst wiederum fiktional sind, da letztlich dem Verwertungsinteresse weniger unterlegen, was nicht die Entscheidungsfreiheit vieler bedeuten kann und realitär tut.
Daraus wird eine Wertigkeit der Profile, weniger der Nutzer, deutlich. Die Nutzer werden losgelöst von ihren Daten.
Womöglich ist das die "Entfremdung des Lohnabhänigen von seiner Arbeit" des 21. Jahrhunderts.
Ob man das "Pflegen" oder Bestücken eines Profils als "Arbeit" bezeichnen kann ist fragwürdiger als die Communities und Profile als Ort der Reproduktion und eines gewissen "Marktzugangs" zu sehen. Ist doch mittlerweile bekannt, dass Arbeitgeber nicht nur in Suchmaschinen, sondern auch mittels Plattformen nach "geeigneten Bewerbern" suchen.
Ein solches Profil kann und wird also in wenigen, vielleicht auch wenigen, Fällen zu erhöhten Chancen und gesellschaftlichen Zugängen zur Reproduktion und Teilhsabe ermöglichen und bedingen.
Auch hier setzt sich ein bekannter Trend aus dem "realen Leben" fort.
Wieviel also ist ein Profil, sind die darin enthaltenen Daten und Informationen, "wert"?
Zunächst wäre zu fragen: "Qui bono?" - also wert für wen?
Der Nutzer erzielt womöglich einen kommunikativen Nutzen, sehr wahrscheinlich eine Nutzenproduktion durch Erlangung von "self-esteem" und angepasster Selbstdarstellung oder in Einzelfällen gar oben beschriebene Chancen qua Arbeitsmarktzugang und "produktive Kontakte".
Es dürften nur die allerwenigsten sein, aber so es sie gibt, dürfen sie analytisch-thematisch nicht außen vor bleiben.
Auch kommunikativer Nutzen ergibt sich nicht automatisch und verlang zunächst Agglomeration und Verwertung eigener Ressourcen, wie Fähigkeiten zum Wahrnehmen, zuhören, lesen, umsetzen und erneut an die Kommunikationsart angepasstes antworten. Also mithin kein bedingungsloser Wert an sich.
Für die meisten Nutzer dürften solche Profile Zeit kosten, die sie weder betriebs- noch volkswirtschaftlich produktiv sein lassen. Zumindest im herkömmlichen Sinne (bezahlte Blogs, etc. einmal ausgenommen).
Zumal sie - wie oben an den Betreibern ansatzweise verdeutlicht - noch einiges an Investitionen für Betrieb und Pflege aufbringen und eingehen müssen.
Für den "normalen" Nutzer ist es also, meine Auffassung, zumindest kein vulominöses Gewinngeschäft.
Für den Betreiber zählt die Wertigkeit eines Profils im Sinne seiner kapitalistischen Verwertbarkeit, also er Möglichkeit es oder Bestandteile dessen teilweise, ganz oder temporär zu vermieten oder verkaufen bzw. zur Verfügung zu stellen und damit kostendeckend zu arbeiten oder einen Gewinn zu realisieren.
Profile, die keinen ersichtlichen "Nutzen" haben, oder hinter denen einfach Bots, Computer, automatische Abfragesysteme bzw. Unsummen von Zweit- oder Drittprofilen stehen, sind demgemäß wertlos und kosten nur ressourcen.
Ein Positivum vieler Captchas in einigen Communities ist auch eine Erschwerung solcher Kostenproduktionen.
Betreiber sollten Nutzer wie "leader" oder "Meinungsführer", resp. "-macher" suchen, an sich binden und integrieren und ihnen eine - fiktionale - Mitspracheoption anbieten.
Durch sie erkennen sie bzw. deren automatisierte Abfragesysteme Nutzertrends, aggregieren diese und vermitteln bzw. vermarkten sie gewinnbringend an andere Unternehmen.
Außerdem dürfte die Wahrscheinlichkeit verwertbaren Contents in der Umgebung solcher "wertvoller Nutzer" höher sein, als unter der "normalen Nutzerschaft". Schließlich zeichnen sie sich durch besonders gute Vernetzung oder Aktivismus aus. Machen die Betreiber dann keinen Fehler und stellen diesen Nutzern Werkzeuge für Kollaboration und Kommunikation zur Verfügung, so könnten sie es schaffen sich einen Status der "Unverzichtbarkeit" anzueignen.
Doch dürfte dieser Status durchweg fluider sein als offline.
Die "normale Nutzerschaft" hat insofern einen Wert, indem die Daten- und Informationen einen Anfangsverdacht der "Echtheit" oder "Relevanz" vermuten lassen und werden dann nur noch durch ihre relative größe geschätzt. Sie können durch massenhafte Verlinkung und viele "Freunde" zwar viele Mitglieder anziehen, abstoßen oder attraktivieren, sind jedoch durch ihre gesellschaftliche Funktion offline wie online begrenzt. Und daher auch nur begrenzt "nützlich" und "verwertbar".
Konsequent wäre es also, eine Berechnung der "Profilverwertbarkeit für den Betreiber" vorzulegen und sgar in die Profile zu integrieren.
Natürlich tut man dies nicht, will man das offensichtliche doch in Darstellung zu verhindern versuchen: Die Erkenntnis der Reduktion auf das allgegenwärtige und systemisch notwendige Verwertungsinteresse als zumindest "höheres Prinzip über dem jeweiligen Einzelnutzer. Man verhindert damit auch die Erkennung des Wertes, des "kapitalistischen" Wertes des Nutzers, vielmehr aber seiner Informationen, Daten und des Profils.
Denn wäre dieser bekannt, könnte der User womöglich seinen Teil dessen einfordern wollen.
Die Nachricht, Communities schrieben allenthalten Verluste und seien daher eigentlich seit Jahren quasi "gutmenschlich" über Wasser und der Funktionsendegrenze gehalten worden, nutzt dann auch eher als sie schadet.
Wie viel bist Du wert?
Das weißt Du nicht? Oder gar, welchen Sinn solches im Kontext von Communities wie dem StudiVZ haben sollte?
Eine Community beginnt womöglich als Kleinprojekt findiger Programmierer, die an Funktionen an anderen Angeboten vermissen oder sich und ihre Ideen in Teilen selbst verwirklichen wollen.
Sie erschaffen eine Plattform mit ersten Anmeldungen, Profilseiten, bauen sie datenbankgestützt dynamisch auf und spezialisieren sich auf ein Thema.
Irgendwann kommen sie auf den Gedanken wachsen zu wollen, machen Werbung, die Nutzer Mundpropaganda und andere werden aufmerksam.
Ein Segment gesellschaftlicher Reproduktion gelangt stärker in den öffentlichen Fokus und die thematische Befassung nimmt zu. Weitere Nutzer melden sich an.
Andere kommen auf den kapitalistischen Verwertungsgedanken, der besagt, dass sich damit doch ein "Gewinn" erzielen lassen können müsste.
Ein oder mehrere Investoren treten an die Betreiber heran, führen eine System- und Angebotsprüfung ein und geben Gebote ab.
Irgendwann wird ein Gebot angenommen und die Community veräußert.
Sie war auch schon früher Teil des kapitalistischen Produktionsprozesses, da sie ohne ihn nicht nur niemals entstanden wäre, sondern auch nicht lauffähig oder zur erlangten Bedeutung gekommen wäre.
Sie benötigt Strom, welcher wiederum durch Lohnarbeit, Arbeitsteilung und Ausbeutung natürlicher Ressourcen mit Gewinn durch Produktivitätsabstand zum Lohnausgleich zustande kommt, um überhaupt zu funktionieren, ferner eine menschliche Arbeitskraft, der durch die Programmierung Opportunitätskosten, mithin auch der Volkswirtschaft, entstehen.
Somit erzielten die "Betreiber" und Autoren direkt womöglich und wahrscheinlich noch keinen Gewinn durch Verwertungsinteresse; dies ändert sich bei Übergang auf einen klar gewinnorientierten Konzern.
Es ist davon auszugehen, dass es sich ein solcher Konzern nicht dauerhaft wird leisten können ein solches Projekt im Verlust zu betreiben.
Sagen wir, die Plattform wurde für den stolzen Preis von etwa 50 Millionen Euro veräußert.
Gehen wir ferner davon aus, dass die meisten Plattformen bisher und weiterhin Verluste schreiben, also ihre Betriebsbilanz nicht einmal mit einer schwarzen Null abschließen können. Dies ist nach meinem Kenntnisstand zumindest bei Facebook und Youtube, eigentlich sehr populäre Dienste, der Fall.
Gehen wir weiterhin davon aus, dass kapitalistisch-buchhalterische Logik zu Anwendung kommt, nach der mindestens eine schwarze Null, besser noch ein Gewinn aus der Unternehmung hervorgehen sollte, ja eigentlich hervorgehen muss.
Daraus lässt sich ableiten, dass erstens Schritte unternommen werden müssen, die Kosten des Projekts zu senken, zweitens die Einnahmen durch ebendieses zu erhöhen oder überhaupt zu bedingen und drittens dafür nur eine gewisse Zeitspanne mit Deadline vorhanden ist, die schnell zum Exitus führen kann, so sich keine durchgreifenden Fortschritte ergeben.
Viele Nutzer mögen keine Werbung und wollen sie auch nicht sehen, sie verwenden Werbeblocker wie das beliebte Firefox-Addon "AddBlock" mit großer Funktionalität. Hier fallen eventuelle Werbeeinnahmen auch per se weg, da es nicht einmal zu einer Einblendung, geschweige denn zu einem Klick oder Kauf kommt. Wie viele Nutzer dies betrifft sollte sich anhang der Browser- und Pluginkennzeichnung eruieren lassen.
Andere User werden schlicht nicht auf Werbung klicken oder über diese Werbung keine Produktkäufe einleiten, was wiederum keine Erträge generiert.
Bliebe eine andere Zahl, bei der das funktioniert. Wie hoch die diesbezüglichen Einnahmen wären kann ich nicht beziffern, doch gehe ich davon aus, dass dies weder die laufenden Betriebs- noch Werbe- oder Kaufkosten amortisieren kann.
Das Problem bleibt also.
Man könnte ferner versuchen den Nutzern kommerzielle Produkte als community-interne unterzujubeln und sie quasi zu nötigen, mindestens aber zu verleiten sie zu nutzen und publizieren.
Vielleicht erfindet oder portiert man neumodische Worte, Anglizismen, um dies "cool" und "modern" wirken zu lassen.
Fraglich ist aber auch hier, wie genau Einnahmen bei den kommerziellen Anbietern zu generieren wären, können sie doch nicht davon ausgehen, dass die Profilinhaber selbst oder deren "Freunde" resp. andere Nutzer mit dem Ziel des Produktkaufs darauf klicken.
Wäre damit verbunden nicht eine weitere Option die riesige Datenfülle nutzbar, damit verwertbar und zugänglich zu machen?
Zahlen spezifische Unternehmen nicht viel Geld für zielgruppenspezifische Angebote in den Communities selbst, aber auch für Verhaltensanalysen spezifischer, vielleicht sogar ausgewertet "realer" Nutzer?
Dies ließe sich nun fast unbeschränkt fortsetzen, der "Ideen" existieren viele.
Allein richtige "Verwertung" im Sinne Gewinnmaximierungsstrategien mag ich erfolgreich noch nicht erkennen.
Aber sei es zunächst drum.
Wichtig sollte in einem solchen Szenario sein, User anzuwerben, einzubinden, zu halten und affizieren, welche eine "leadership"-Funktion oder eine ebensolche als "Meinungsmacher" in verschiedenen Gruppen und Netzwerken ausüben.
Darüber wurde auf ZeitOnline zuletzt ein Artikel mit abgewandeltem Duktus publiziert: "Social Networks: Was verraten soziale Netzwerke? Alles!".
Diese User ermöglichen den Betreibern nicht nur "wertvollen", also realen und damit gewinnbringend verwert- und vermarktbaren Content zu generieren, sondern ziehen auch andere, neue User, neue Klientel und Gruppen an.
Genauso intensiv können natürlich auch deren negative Bewertungen wirken. So dürfte den Usern der Communities noch nicht einmal ansatzweise klar sein, was sie bewirken können, wenn sie sich eben nicht als Bittsteller gerieren, sondern "zusammen schließen" und - wie bei Facebook - auf bspw. eine "Dislike-Button" drängen.
Allein wird dies wie im realen Leben an der Uneinigkeit und vorgeblichen Individualität scheitern.
Daraus ergibt sich, dass gewisse User oder Profile schon heute unterschiedliche Wertigkeiten haben müssen und haben.
Mithin setzt sich nur die aus dem realen Leben bekannte Verwertung des Menschen in der Produktion und für kapitalistische Interessen in der "Online-Welt" fort.
Doch macht sich hier der Mensch zunächst selbst zur Ware - möchte man meinen.
Doch ist noch gänzlich unklar, welche Motive und vorallem Zwänge zu einer Registrierung in einer solchen Community führen und welche Sanktionen, Barrieren und Restriktionen vor einer Abmeldung bestehen. Die aus dem wahren Leben bekannte "soziale Kontrollfunktion" wirkt und existiert hier u.a. durch die Fiktion vermeintlich etwas verpassen zu können oder ebenso oder tatsächlich exkludiert zu werden.
Die Überbetonung sowie zunehmende Verlagerung vieler Lebensbereiche in das Internet tut dabei ihr Übriges.
Diese Wertigkeit setzt sich also sofort in die Profile und in einer höheren Stufe natürlich auch in die Communities und Plattformen selbst um.
So meinen wir zwar entweder "sehr individuell" zu sein und daher "individuelle Profile" zu haben und generieren zu können. Was zunächst machbar und logisch erscheint, halten wir uns doch auch real und persönlich allermeist für "sehr individuell" oder streben danach.
Genauso wie real ist diese Individualität aber auch virtuell eine Fiktion. Allein wird sie virtuell noch deutlicher.
Es wird tatsächlich versucht, Individualität zu kreieren oder darzustellen mithilfe kategorisierender und im ursprünglichsten Sinne kollektiver Werkzeuge. Wer weiß, wie eine Datenbank und deren dynamische Webseitenumsetzung funktioniert, weiß wovon ich rede. Daran ist nichts individuell, alle Einstelloptionen sind vorgegeben.
Womöglich neigen Communities demnächst stärker dazu, die in einem anderen Beitrag bereits angerissene "konstitutive Anonymität" sowie "kollektivistische Systemarchitektur" und damit des Kollektivismus in Reinkultur durch vermeindliche Individualisierung mittels "Demokratie" oder "demokratischer Abstimmung" abzuhelfen.
Es gibt bereits Ansätze und praktische Beispiele dafür, die - man kann es sich nach obigem unschwer selbst erschließen - aber nichts anderes als selbst wiederum fiktional sind, da letztlich dem Verwertungsinteresse weniger unterlegen, was nicht die Entscheidungsfreiheit vieler bedeuten kann und realitär tut.
Daraus wird eine Wertigkeit der Profile, weniger der Nutzer, deutlich. Die Nutzer werden losgelöst von ihren Daten.
Womöglich ist das die "Entfremdung des Lohnabhänigen von seiner Arbeit" des 21. Jahrhunderts.
Ob man das "Pflegen" oder Bestücken eines Profils als "Arbeit" bezeichnen kann ist fragwürdiger als die Communities und Profile als Ort der Reproduktion und eines gewissen "Marktzugangs" zu sehen. Ist doch mittlerweile bekannt, dass Arbeitgeber nicht nur in Suchmaschinen, sondern auch mittels Plattformen nach "geeigneten Bewerbern" suchen.
Ein solches Profil kann und wird also in wenigen, vielleicht auch wenigen, Fällen zu erhöhten Chancen und gesellschaftlichen Zugängen zur Reproduktion und Teilhsabe ermöglichen und bedingen.
Auch hier setzt sich ein bekannter Trend aus dem "realen Leben" fort.
Wieviel also ist ein Profil, sind die darin enthaltenen Daten und Informationen, "wert"?
Zunächst wäre zu fragen: "Qui bono?" - also wert für wen?
Der Nutzer erzielt womöglich einen kommunikativen Nutzen, sehr wahrscheinlich eine Nutzenproduktion durch Erlangung von "self-esteem" und angepasster Selbstdarstellung oder in Einzelfällen gar oben beschriebene Chancen qua Arbeitsmarktzugang und "produktive Kontakte".
Es dürften nur die allerwenigsten sein, aber so es sie gibt, dürfen sie analytisch-thematisch nicht außen vor bleiben.
Auch kommunikativer Nutzen ergibt sich nicht automatisch und verlang zunächst Agglomeration und Verwertung eigener Ressourcen, wie Fähigkeiten zum Wahrnehmen, zuhören, lesen, umsetzen und erneut an die Kommunikationsart angepasstes antworten. Also mithin kein bedingungsloser Wert an sich.
Für die meisten Nutzer dürften solche Profile Zeit kosten, die sie weder betriebs- noch volkswirtschaftlich produktiv sein lassen. Zumindest im herkömmlichen Sinne (bezahlte Blogs, etc. einmal ausgenommen).
Zumal sie - wie oben an den Betreibern ansatzweise verdeutlicht - noch einiges an Investitionen für Betrieb und Pflege aufbringen und eingehen müssen.
Für den "normalen" Nutzer ist es also, meine Auffassung, zumindest kein vulominöses Gewinngeschäft.
Für den Betreiber zählt die Wertigkeit eines Profils im Sinne seiner kapitalistischen Verwertbarkeit, also er Möglichkeit es oder Bestandteile dessen teilweise, ganz oder temporär zu vermieten oder verkaufen bzw. zur Verfügung zu stellen und damit kostendeckend zu arbeiten oder einen Gewinn zu realisieren.
Profile, die keinen ersichtlichen "Nutzen" haben, oder hinter denen einfach Bots, Computer, automatische Abfragesysteme bzw. Unsummen von Zweit- oder Drittprofilen stehen, sind demgemäß wertlos und kosten nur ressourcen.
Ein Positivum vieler Captchas in einigen Communities ist auch eine Erschwerung solcher Kostenproduktionen.
Betreiber sollten Nutzer wie "leader" oder "Meinungsführer", resp. "-macher" suchen, an sich binden und integrieren und ihnen eine - fiktionale - Mitspracheoption anbieten.
Durch sie erkennen sie bzw. deren automatisierte Abfragesysteme Nutzertrends, aggregieren diese und vermitteln bzw. vermarkten sie gewinnbringend an andere Unternehmen.
Außerdem dürfte die Wahrscheinlichkeit verwertbaren Contents in der Umgebung solcher "wertvoller Nutzer" höher sein, als unter der "normalen Nutzerschaft". Schließlich zeichnen sie sich durch besonders gute Vernetzung oder Aktivismus aus. Machen die Betreiber dann keinen Fehler und stellen diesen Nutzern Werkzeuge für Kollaboration und Kommunikation zur Verfügung, so könnten sie es schaffen sich einen Status der "Unverzichtbarkeit" anzueignen.
Doch dürfte dieser Status durchweg fluider sein als offline.
Die "normale Nutzerschaft" hat insofern einen Wert, indem die Daten- und Informationen einen Anfangsverdacht der "Echtheit" oder "Relevanz" vermuten lassen und werden dann nur noch durch ihre relative größe geschätzt. Sie können durch massenhafte Verlinkung und viele "Freunde" zwar viele Mitglieder anziehen, abstoßen oder attraktivieren, sind jedoch durch ihre gesellschaftliche Funktion offline wie online begrenzt. Und daher auch nur begrenzt "nützlich" und "verwertbar".
Konsequent wäre es also, eine Berechnung der "Profilverwertbarkeit für den Betreiber" vorzulegen und sgar in die Profile zu integrieren.
Natürlich tut man dies nicht, will man das offensichtliche doch in Darstellung zu verhindern versuchen: Die Erkenntnis der Reduktion auf das allgegenwärtige und systemisch notwendige Verwertungsinteresse als zumindest "höheres Prinzip über dem jeweiligen Einzelnutzer. Man verhindert damit auch die Erkennung des Wertes, des "kapitalistischen" Wertes des Nutzers, vielmehr aber seiner Informationen, Daten und des Profils.
Denn wäre dieser bekannt, könnte der User womöglich seinen Teil dessen einfordern wollen.
Die Nachricht, Communities schrieben allenthalten Verluste und seien daher eigentlich seit Jahren quasi "gutmenschlich" über Wasser und der Funktionsendegrenze gehalten worden, nutzt dann auch eher als sie schadet.
Sonntag, 27. Dezember 2009
Stalking und Communities
Da ich gerade mit einer Followerin bei Twitter eine kurze "Diskussion" zum Thema hatte, dachte ich über das Thema "Stalking im Zeitalter von Internetcommunities" nach.
Der größte und intensivste "Stalker" ist wohl der Staat und seine Strafverfolgungsbehörden sowie die Betreiber der Websites und Profile selbst (bitte nicht die Ironie überlesen).
Gerade diesen Betreibern stellen Nutzern solcher Communities alle Informationen die man einstellt kostenlos zu Verfügung und natürlich sind erstere nicht zu dumm damit Geld zu verdienen und die Nutzer wenigstens zu einer ihre Nutzerzahlen-maximierenden Informationsweitergabe zu nötigen oder zwingen.
Allgemein
"Stalking" an sich ist noch nicht lange ein durch das Strafgesetzbuch (StGB) sanktionierter Tatbestand und dürfte daher mannigfacher, vorallem gerichtsständiger, Rechtssprechungen unterliegen.
Durch die Informationen, die man in ein Profil einträgt - gehen wir einen moment von ihrer Richtigkeit, also einem Mindesten interessant und für einen "Stalker" verwertbar machenden Informationsgehalt aus - gibt man diese für prinzipiell alle assoziierten Profilnutzer frei.
Eine Kontrolle, was diese mit den Informationen tun gibt es nicht.
Dies ist auch im "reallife", also offline, gegeben, da jeder unser vermeindlichen "Freunde" Informationen an andere auch unerwünscht/-erlaubt weitergeben oder anderweitig weiterverwenden kann.
In Communities gibt es darüber hinaus die Freigabefunktion "Für Freunde von Freunden", was meiner Ansicht nach fast "Freigabe für Alle" entspricht, schließlich kennt man die sogenannten "Freunde" seiner "Freunde" oder - sehr viel passender und weniger perfide - "Kontakte".
Dass die Communities und deren Betreiber gewisse Bezeichnungen absichtlich verwenden, machte ich schon in einem anderen Beitrag thesenartig deutlich.
Gibt man Informationen also mit dem oben genannten Vermerk frei, so verliert man fast vollkommen Kontroll- und Einflussmöglichkeiten über deren Wahrnehmung und Verarbeitung.
Täten wir solches in der Realität? Denn dies sollte meiner Ansicht nach der letzte und sinnvollste Maßstab bei solchen Bewertungen sein.
Gäbe ich einem Freund eine Information, teilweise nicht unpersönlich, mit der impliziten Billigung bzw. aufgrund von Ziel und Richtung solcher Communties sogar Aufforderung der Weitergabe an andere "Freunde"?
Und interessanter noch: Die Weitergabe erfolgt nicht einmal mündlich, also in Zurechenbarkeit von Verantwortlichkeiten.
Die Community, also ein anonymes Datenbank- und Serversystem übermittelt die Information an andere Menschen, so auch "Freunde von Freunden". Damit - wiederum ein Anschluss an eine andere These - macht man sich Anonymität zur Überwindung von Gräben und Hemmschwellen zunutze.
Darum deduziere ich gleich einmal folgende These, damit sie mir nicht entfällt:
Nach aussen und oberflächlich betrachtet fusst der Erfolg von Netzwerken und Communities auf "Öffentlichkeit", auf Exhibitionismus der beteiligten Nutzer und Senkung von interaktiven Kommunikationshemmschwellen.
Dies aber ist nicht ohne die gleichzeitig-notwendige Anonymisierung und Anonymität des Datenverkehrs möglich, denn diese entlastet das Individuum von Erklärungs- und Selbstrechtfertigungsnöten für sich und andere.
Zurück zum Stalking.
Kann die Suche in öffentlich verfügbaren Informationen als "Stalking" bezeichnet werden?
Meiner Ansicht nach nicht.
Nahezu jede Community bietet zunächst die Möglichkeit, die eigenen Daten und Informationen gegenüber anderen Nutzern nur selektiv freizugeben.
Davon machen meiner Ansicht nach zunehmend Menschen Gebrauch und sehen sich hernach in eigener "Sicherheit" bestärkt, womöglich ziehen sie daraus sogar eine Art "Selbstbestätigung": Sie grenzen sich erneut schärfer gegen "unerwünschte" Individuen ab, leben aber in der Fiktion, wirklich nur "gewünschtes" weiterzugeben und teilhaben zu lassen. Ich muss ehrlich gestehen, dass auch ich schnell so dachte. Und gegenüber anderen Nutzern einer Plattform mag das ja auch richtig sein.
Das Problem ist zunehmend aber auch die Plattform selbst.
Und mit ihr die Nutzer, die mit dieser direkt assoziiert sind, andere Nutzer die sich - wie beim StudiVZ - Unzulänglichkeiten oder Programmierfehler zunutze machen.
Wie wir Strafverfolgungsbehören fast schon grotesk leichten Zugang zu unseren Nutzer- und Bewegungsdaten geben, war in einem Blog-Beitrag "Schöne neue Welt oder: Zeit für gute Vorsätze" von Anna List zu lesen.
Darin weist sie u.a. auf automatisierte Abfragen durch Behörden und standardisierte Abfragen amerikanischer Behörden OHNE richterlichen Beschluss hin. Etwas, worauf wie Datenschutzparteien, wie Grüne und FDP im Sinne deutscher Gesetzgebung dringend einmal aufmerksam machen sollten.
Jede Information, die öffentlich zugänglich ist, kann nicht "erstalkt" worden sein, schließlich stellt sie das Individuum ALLEN Menschen, also auch potenziell gefährlichen oder unerwünschten, frei zur Verfügung.
Es muss mindestens damit rechnen, dass genannter Personenkreis ebenso in den Besitz und die Verwendung dieser Informationen gelangen kann.
Nun könnte auf Basis dieser an sich korrekt erworbenen Informationen "Stalking" gegen das entsprechende Individuum betrieben werden.
Definitionen
Doch
als Stalking bezeichnet.
Dabei sind vielfache wissenschaftliche Definitionen und deren Zungenschläge für das Thema "Online-Plattformen" interessant und relevant, wobei es zumindest laut Wikipedia - nicht meine bevorzugte, doch die am schnellsten Überblick-gewährende Quelle - drei durchaus unterschiedliche und anwendungsfragwürdige gibt.
Mit zweien beschäftige ich mich nachfolgend eingehender.
Alles, was hernach von Polizeiberatungen oder Statistiken ausgeführt wird, ist eher numerisch definierend denn thematisch-theoretisch erklärend.
Bleiben wir also bei obigem.
"Bedrohung durch Belästigung gegen ein bestimmtes Individuum" ist sehr allgemein gehalten und daher mutmaßlich breiter und häufiger anwendbar.
Eine Informationssuche und das mögliche Auffinden persönlicher Informationen in öffentlich freigegebenen Communityprofilen kann nicht als "Bedrohung" bezeichnet werden, da es eine passive und keine aktive Handlung der sofortigen Ansprache impliziert.
Eine "Belästigung" könnte sich durch erste oder erneute bzw. wiederholende Konfrontation des besagten Individuum mittels gewonnenen Informationen ergeben.
Allerdings gilt auch dann der Sukzessionsvorbehalt, wenn er zunächst auch perfide anmuten mag: Die Informationen, auf denen dies basiert, wurden vom Individuum selbst freigegeben. Zumindest der Inhalt solcher "Belästigungen" muss dann eher vorsichtig kritisiert und sanktioniert werden, wäre es doch auch möglich (gewesen) einen Informationsvorbehalt zu üben.
Richtig dürfte aber auch sein, dass sich das Individuum bis zu einem gewissen Punkt zumindest nicht für eine Informationsfreigabe wird rechtfertigen müssen, schließlich ist auch das ein Teil individueller Handlungsfreiheit.
Das allerdings hat und muss zwingend Grenzen haben, sonst öffnete man unbeschränkten Ansprüchen Tür und Tor: Wenn prinzipiell gelten sollte, dass jeder jede Information freigeben darf, ohne mit negativen Konsequenzen rechnen und diese gegebenenfalls einkalkulieren zu müssen, bedingt das ebenso Unfreiheit.
Die Nutzer und Betreiber oben genannter Angebote muss dies natürlich zwingend anders sehen, haben sie doch ein vitales, vorallem auch kaufmännisches Interesse, an von ihnen monopolisierter Informationsexternalisierung und -übermittlung.
Dass ich richtig verstanden werde: Die Veröffentlichung von Informationen eines Individuums ermöglicht oder legitimiert keineswegs die "belästigenden" Handlungen eines anderen. Zumindest im Allgemeinen und dem akuten Informationsgehalt vorgehend nicht.
Wird das Individuum also mit aus einer öffentlichen und öffentlich zugänglichen Community gewonnenen Informationen "belästigt", so ist nicht der Gewinn der - möglicherweise persönlichen - Informationen das Problem, sondern bestenfalls die Belästigung, also aktive Handlung, selbst.
Dem Individuum sollte es zumutbar sein, persönliche Informationen einzuschränken oder zumindest für eine spezifische Person, den oder die "Stalker/in" zu beschränken oder ihn/sie gar davon auszuschließen.
Das ist mit aktuellen technischen Mitteln kein unzumutbarer Eingriff in die individuellen Freiheitsrechte und Richter sowie Polizei dürften dem auch aus Kostengründen den eindeutigen Verfahrensvorzug geben.
Wobei ich nicht verhehlen möchte, dass ich Rechtsbrüche oder mangelnde Rechtspflege aufgrund gekürzter Mittel für skandalös halte, zu betrachten bei pauschal eingestellten Verfahren kommunaler oder kreislicher Behörden sowie Gefängnissen, usw.
Weiterhin nicht unbedeutend wäre sicher die Art und Weise der "Belästigung".
Erfolgt diese über die Communities, welche auch den Bezug der Informationen ermöglichten? Erfolgt sie über andere Communities oder geht sie gar in den "öffentlichen", also "offline" und realen Bereich über?
Mutmaßlich dürfte dem so sein.
Communities bieten die Option, einen Kommunikationsverkehr zu Individuen nahezu geräuschlos vollkommen zu unterbingen.
Allerdings - so auch meine Kritik - zieht es bspw. das StudiVZ vor, den "ignorierten" Nutzer über den "veränderten Nutzer- und Sichtbarkeitsstatus" zu informieren.
Dies könnte zu neuen Handlungen animieren und sollte daher aufgegeben werden.
Am sinnvollsten sollten einem "ignorierten Nutzer" jegliche Informationen verborgen bleiben und ein Auffinden des Profils, sowie selbstredend Kontaktoptionen, unzugänglich und unmöglich sein.
Beim StudiVZ steht zu hoffen, dass die Betreiber dieses Ansinnen verstehen, ist es doch "löchrig", um es einmal freundlich zu umschreiben.
Irgendwann könnte es so laufen, dass ein Nutzer einen "ignorierten" oder "zu ignorierenden" aufgrund Belästigungen, etc. in allen Communities sperren muss, in denen er/sie registriert ist.
Dies könnte dann tatsächlich eine "unzumutbare Härte" sein oder werden.
Womit sich die Praxis von Unterlassungsklagen und Anzeigen auch auf diesen Online-Bereich ausweiten könnte.
Vorher allerdings steht zu vermuten, dass die Betreiber als Mediatoren viel stärker in "Haftung", oder besser in "Mitverantwortung" genommen werden als heute. So dürften Richter und Gerichte zunächst zumutbare Auflagen an Betreiber stellen, die Sicherheit der Nutzer zu garantieren oder bspw. unerwünschte, resp. belästigende Nutzer gänzlich erfolgreich und dauerhaft zu sperren.
Umso sinnvoller, je früher Plattformen und Betreiber wie StudiVZ ihre Sicherheits- und Privatsphärenpolitik ändern und Systeme anpassen. Sie kommen meiner Ansicht nach nicht darum herum und womöglich werden ihnen die Nutzer das per Mausklick irgendwann diktieren, sollten sie eklatant im Hintertreffen liegen.
Wenn der "Stalker" aber öffentlich gewonnene Informationen nutzt um damit öffentlich, also "offline" und real nachzustellen, zu verfolgen und "belästigen", dürfte die erste Erwägung der Informationsrestriktion zwar bestehen bleiben, aber dennoch Unterlassungsverfügungen an Bedeutung gewinnen.
Zumindest die gegen ebendieses Nachstellen mit umfänglicher inhaltlicher Definition.
Es kristallisiert sich also mehr und mehr heraus, dass nicht die öffentlich gewonnenen Informationen oder die "Nachstellung" im Web bei Communities das Problem sein könnte, sondern deren Portierung in das reale Leben.
Wobei man dann wiederum mit den Mitteln des heute angewandten und "bewährten", ich meine das nicht systemstabilisierend, Strafrechts agieren kann.
Die Einbeziehung der Betreiber und eine Ausdehnung der Herrschaftsbereiche der Staaten auf das Internet dürfte die Problematik "Online-Stalking" eher stark begrenzen.
Zumindest wenn man die Eins zu Eins-Konfrontation zweier Individuen betrachtet.
Dinge wie "üble Nachreden" in Netzwerken können damit natürlich nicht gemeint sein; diese dürften aufgrund der Einfachheit, Kostengünstigkeit und der "Netzgläubigkeit", die meiner Ansicht nach stetig zunimmt, zunehmen und sich intensivieren.
Inwiefern dies aber passgenau als "Stalking" zu bezeichnen ist, ist aufgrund obig deutlicher Definition zwischen zwei Individuen, privatsphärebeschränkend, doch eher fraglich.
Die zweite oben genannte Definition, "Verhaltenskonstellation, in der eine Person der anderen wiederholt unerwünschte Kommunikation oder Annäherung erzwingt" ist schon wirksamer und interessanter, wenn man "Annäherung" auch virtuell und "Kommunikation" als umfänglichen Begriff, also die "virtuelle Existenz inklusiv", versteht.
Dann wären Nachrichten in Communities mit Inhalt, Ziel oder Richtung "Belästigung" aufgrund dort gewonnener Informationen, oder mittelbarer Verwendung dieser, als "Stalking" zu bezeichnen.
Allerdings ist dann fragwürdig, inwiefern man "Kommunikation" überhaupt als definitorisches Element des "Stalking" verstehen kann, wenn Informationen und die eigene Person öffentlich zur Schau gestellt, ja dies geradezu erwünscht und erwartet wird.
Natürlich schmälert es eine Strafttat oder deren Bestand nicht im Geringsten, doch muss meiner Ansicht nach veränderte Kommunikationsgewohnheit des Individuums und der Gesellschaft selbst zu einer Bewertungsänderung oder zumindest -infragestellung führen.
Inwiefern es dann sogar als intensiver und störender bewertet würde, weil ebendiese Kommunikationsformen und -mittel mittlerweile zum "Standard" gehören und für einige sogar "notwendig" sind, steht dahin.
"Annäherung" und "Kommunikation" im Sinne öffentlicher Plattformen kann aber wiederum, wie oben bereits kurz dargetan, durch ebendiese Plattformen administrativ oder - sofern gegeben - durch deren Nutzer beschränkt oder einseitig unterbunden werden.
Auch hier sollte das Individuum, dass angibt "bestalkt" zu werden, zunächst Schritte unternehmen um dies zumindest einseitig und für diese spezifische Person zu unterbinden.
Tut es das nicht, sollte dies mindestens bei der Strafzumessung berücksichtigt werden, ist dessen Verhalten dann doch "ambivalent".
Diese zweite Definition aber bietet deutlich mehr Raum für potenzielle Anwendbarkeiten auch im virtuellen Raum, der sich anscheinend immer stärker Einfluss und Platz nimmt im menschlichen Leben.
Nun könnte ich noch themenfern auf die Selbstwahl dessen eingehen, doch erfolgt dies in einem anderen Beitrag.
Mein Befund ist in sich unschlüssig:
Einerseits kann man das "grabben" öffentlich zugänglicher Informationen meiner Ansicht nach nicht als "Stalking" oder "Nachstellung" bezeichnen.
Des Weiteren gehe ich davon aus, dass dem Individuum bis zu einer "Zumutbarkeitsgrenze" auferlegt werden und sein dürfte, die Weitergabe von Informationen virtuell an "unerwünschte Personen" zu unterbinden.
Auch und gerade dafür bieten aktuell verwendete Communities verhältnismäßig gute Möglichkeiten, wenn sie auch nichts gegen den Datenhunger und die -weitergabe an deren Betreiber tun und intensionär tun wollen.
Auch das Kontaktieren mittels Online-Communities kann nicht per se als "Stalking" bezeichnet werden, egal mit welchen Informationen dies geschieht.
Allerdings ist das wiederum eine Verantwortungsumkehr für eine eigentlich gesellschaftlich "unerwünschte" und damit von diesre sanktionierten Handlung; wird das Individuum doch zur Sicherung der eigenen Privatsphäre zunächst zur Beschränkung seiner "public personality", also öffentlich zugänglichen Informationen, aufgefordert.
Dies könnte eine zumutbare, unter gewissen umständen aber auch unzumutbare Härte darstellen, so bespw. wenn es auf umfängliche öffentliche Informationen seiner Person existenziell - beruflich - angewiesen ist.
Der Regelfall allerdings dürfte anders aussehen und daher mit oben genannter Verantwortungsumkehr einher gehen.
Sind solche Community-eignen Optionen umfänglich ausgeschöpft, versteht sich intensivere Strafverfolgung schon von selbst.
Die Kernfrage einer möglichen Abwägung und des Interesses wäre also, inwiefern also ein Nutzer einen anderen "ignorieren", oder ihn mittels wie auch immer gearteter "Igonore-Funktion" von neuerlicher Kommuninkation abhalten muss, bevor er/sie weitere rechtliche Mittel rechtmäßig und mit Erfolgswahrscheinlichkeit in Erwägung ziehen kann/sollte.
Auch hier bleibt der Befund ambivalent: Rein rechtlich sollte man zu solchen Maßnahmen nicht erst gezwungen sein, doch dürfte die Praktikabilität aufgrund schier riesiger Datenmengen, bisher inkonsequent kontrollierbarer Plattformen und unterfinanzierter Behörden dazu nötigen.
Rechtsbeugung also zunächst voraus.
Festzuhalten ist allerdings, dass eine "Annäherung" und "Kommunikation", die nach "Ignorieren", also Beschränkung bzw. Verunmöglichung derer, aufhört bzw. nicht weitergeführt wird oder mglw. würde, nicht als "Stalking" im strafrechtlichen, harten Sinne mit direkter Folgewirkung bezeichnet werden kann oder sollte.
Der größte und intensivste "Stalker" ist wohl der Staat und seine Strafverfolgungsbehörden sowie die Betreiber der Websites und Profile selbst (bitte nicht die Ironie überlesen).
Gerade diesen Betreibern stellen Nutzern solcher Communities alle Informationen die man einstellt kostenlos zu Verfügung und natürlich sind erstere nicht zu dumm damit Geld zu verdienen und die Nutzer wenigstens zu einer ihre Nutzerzahlen-maximierenden Informationsweitergabe zu nötigen oder zwingen.
Allgemein
"Stalking" an sich ist noch nicht lange ein durch das Strafgesetzbuch (StGB) sanktionierter Tatbestand und dürfte daher mannigfacher, vorallem gerichtsständiger, Rechtssprechungen unterliegen.
Durch die Informationen, die man in ein Profil einträgt - gehen wir einen moment von ihrer Richtigkeit, also einem Mindesten interessant und für einen "Stalker" verwertbar machenden Informationsgehalt aus - gibt man diese für prinzipiell alle assoziierten Profilnutzer frei.
Eine Kontrolle, was diese mit den Informationen tun gibt es nicht.
Dies ist auch im "reallife", also offline, gegeben, da jeder unser vermeindlichen "Freunde" Informationen an andere auch unerwünscht/-erlaubt weitergeben oder anderweitig weiterverwenden kann.
In Communities gibt es darüber hinaus die Freigabefunktion "Für Freunde von Freunden", was meiner Ansicht nach fast "Freigabe für Alle" entspricht, schließlich kennt man die sogenannten "Freunde" seiner "Freunde" oder - sehr viel passender und weniger perfide - "Kontakte".
Dass die Communities und deren Betreiber gewisse Bezeichnungen absichtlich verwenden, machte ich schon in einem anderen Beitrag thesenartig deutlich.
Gibt man Informationen also mit dem oben genannten Vermerk frei, so verliert man fast vollkommen Kontroll- und Einflussmöglichkeiten über deren Wahrnehmung und Verarbeitung.
Täten wir solches in der Realität? Denn dies sollte meiner Ansicht nach der letzte und sinnvollste Maßstab bei solchen Bewertungen sein.
Gäbe ich einem Freund eine Information, teilweise nicht unpersönlich, mit der impliziten Billigung bzw. aufgrund von Ziel und Richtung solcher Communties sogar Aufforderung der Weitergabe an andere "Freunde"?
Und interessanter noch: Die Weitergabe erfolgt nicht einmal mündlich, also in Zurechenbarkeit von Verantwortlichkeiten.
Die Community, also ein anonymes Datenbank- und Serversystem übermittelt die Information an andere Menschen, so auch "Freunde von Freunden". Damit - wiederum ein Anschluss an eine andere These - macht man sich Anonymität zur Überwindung von Gräben und Hemmschwellen zunutze.
Darum deduziere ich gleich einmal folgende These, damit sie mir nicht entfällt:
Nach aussen und oberflächlich betrachtet fusst der Erfolg von Netzwerken und Communities auf "Öffentlichkeit", auf Exhibitionismus der beteiligten Nutzer und Senkung von interaktiven Kommunikationshemmschwellen.
Dies aber ist nicht ohne die gleichzeitig-notwendige Anonymisierung und Anonymität des Datenverkehrs möglich, denn diese entlastet das Individuum von Erklärungs- und Selbstrechtfertigungsnöten für sich und andere.
Zurück zum Stalking.
Kann die Suche in öffentlich verfügbaren Informationen als "Stalking" bezeichnet werden?
Meiner Ansicht nach nicht.
Nahezu jede Community bietet zunächst die Möglichkeit, die eigenen Daten und Informationen gegenüber anderen Nutzern nur selektiv freizugeben.
Davon machen meiner Ansicht nach zunehmend Menschen Gebrauch und sehen sich hernach in eigener "Sicherheit" bestärkt, womöglich ziehen sie daraus sogar eine Art "Selbstbestätigung": Sie grenzen sich erneut schärfer gegen "unerwünschte" Individuen ab, leben aber in der Fiktion, wirklich nur "gewünschtes" weiterzugeben und teilhaben zu lassen. Ich muss ehrlich gestehen, dass auch ich schnell so dachte. Und gegenüber anderen Nutzern einer Plattform mag das ja auch richtig sein.
Das Problem ist zunehmend aber auch die Plattform selbst.
Und mit ihr die Nutzer, die mit dieser direkt assoziiert sind, andere Nutzer die sich - wie beim StudiVZ - Unzulänglichkeiten oder Programmierfehler zunutze machen.
Wie wir Strafverfolgungsbehören fast schon grotesk leichten Zugang zu unseren Nutzer- und Bewegungsdaten geben, war in einem Blog-Beitrag "Schöne neue Welt oder: Zeit für gute Vorsätze" von Anna List zu lesen.
Darin weist sie u.a. auf automatisierte Abfragen durch Behörden und standardisierte Abfragen amerikanischer Behörden OHNE richterlichen Beschluss hin. Etwas, worauf wie Datenschutzparteien, wie Grüne und FDP im Sinne deutscher Gesetzgebung dringend einmal aufmerksam machen sollten.
Jede Information, die öffentlich zugänglich ist, kann nicht "erstalkt" worden sein, schließlich stellt sie das Individuum ALLEN Menschen, also auch potenziell gefährlichen oder unerwünschten, frei zur Verfügung.
Es muss mindestens damit rechnen, dass genannter Personenkreis ebenso in den Besitz und die Verwendung dieser Informationen gelangen kann.
Nun könnte auf Basis dieser an sich korrekt erworbenen Informationen "Stalking" gegen das entsprechende Individuum betrieben werden.
Definitionen
Doch
"wird im Sprachgebrauch das willentliche und wiederholte (beharrliche) Verfolgen oder Belästigen einer Person verstanden, deren physische oder psychische Unversehrtheit dadurch unmittelbar, mittelbar oder langfristig bedroht und geschädigt werden kann."
als Stalking bezeichnet.
Dabei sind vielfache wissenschaftliche Definitionen und deren Zungenschläge für das Thema "Online-Plattformen" interessant und relevant, wobei es zumindest laut Wikipedia - nicht meine bevorzugte, doch die am schnellsten Überblick-gewährende Quelle - drei durchaus unterschiedliche und anwendungsfragwürdige gibt.
Mit zweien beschäftige ich mich nachfolgend eingehender.
"'[...] Stalking als „obsessives und unnormal langes Muster von Bedrohung durch Belästigung gegen ein bestimmtes Individuum gerichtet“ [...]'
"[...] Stalking eine „Verhaltenskonstellation, in der eine Person der anderen wiederholt unerwünschte Kommunikation oder Annäherung erzwingt“. [...]'
Alles, was hernach von Polizeiberatungen oder Statistiken ausgeführt wird, ist eher numerisch definierend denn thematisch-theoretisch erklärend.
Bleiben wir also bei obigem.
"Bedrohung durch Belästigung gegen ein bestimmtes Individuum" ist sehr allgemein gehalten und daher mutmaßlich breiter und häufiger anwendbar.
Eine Informationssuche und das mögliche Auffinden persönlicher Informationen in öffentlich freigegebenen Communityprofilen kann nicht als "Bedrohung" bezeichnet werden, da es eine passive und keine aktive Handlung der sofortigen Ansprache impliziert.
Eine "Belästigung" könnte sich durch erste oder erneute bzw. wiederholende Konfrontation des besagten Individuum mittels gewonnenen Informationen ergeben.
Allerdings gilt auch dann der Sukzessionsvorbehalt, wenn er zunächst auch perfide anmuten mag: Die Informationen, auf denen dies basiert, wurden vom Individuum selbst freigegeben. Zumindest der Inhalt solcher "Belästigungen" muss dann eher vorsichtig kritisiert und sanktioniert werden, wäre es doch auch möglich (gewesen) einen Informationsvorbehalt zu üben.
Richtig dürfte aber auch sein, dass sich das Individuum bis zu einem gewissen Punkt zumindest nicht für eine Informationsfreigabe wird rechtfertigen müssen, schließlich ist auch das ein Teil individueller Handlungsfreiheit.
Das allerdings hat und muss zwingend Grenzen haben, sonst öffnete man unbeschränkten Ansprüchen Tür und Tor: Wenn prinzipiell gelten sollte, dass jeder jede Information freigeben darf, ohne mit negativen Konsequenzen rechnen und diese gegebenenfalls einkalkulieren zu müssen, bedingt das ebenso Unfreiheit.
Die Nutzer und Betreiber oben genannter Angebote muss dies natürlich zwingend anders sehen, haben sie doch ein vitales, vorallem auch kaufmännisches Interesse, an von ihnen monopolisierter Informationsexternalisierung und -übermittlung.
Dass ich richtig verstanden werde: Die Veröffentlichung von Informationen eines Individuums ermöglicht oder legitimiert keineswegs die "belästigenden" Handlungen eines anderen. Zumindest im Allgemeinen und dem akuten Informationsgehalt vorgehend nicht.
Wird das Individuum also mit aus einer öffentlichen und öffentlich zugänglichen Community gewonnenen Informationen "belästigt", so ist nicht der Gewinn der - möglicherweise persönlichen - Informationen das Problem, sondern bestenfalls die Belästigung, also aktive Handlung, selbst.
Dem Individuum sollte es zumutbar sein, persönliche Informationen einzuschränken oder zumindest für eine spezifische Person, den oder die "Stalker/in" zu beschränken oder ihn/sie gar davon auszuschließen.
Das ist mit aktuellen technischen Mitteln kein unzumutbarer Eingriff in die individuellen Freiheitsrechte und Richter sowie Polizei dürften dem auch aus Kostengründen den eindeutigen Verfahrensvorzug geben.
Wobei ich nicht verhehlen möchte, dass ich Rechtsbrüche oder mangelnde Rechtspflege aufgrund gekürzter Mittel für skandalös halte, zu betrachten bei pauschal eingestellten Verfahren kommunaler oder kreislicher Behörden sowie Gefängnissen, usw.
Weiterhin nicht unbedeutend wäre sicher die Art und Weise der "Belästigung".
Erfolgt diese über die Communities, welche auch den Bezug der Informationen ermöglichten? Erfolgt sie über andere Communities oder geht sie gar in den "öffentlichen", also "offline" und realen Bereich über?
Mutmaßlich dürfte dem so sein.
Communities bieten die Option, einen Kommunikationsverkehr zu Individuen nahezu geräuschlos vollkommen zu unterbingen.
Allerdings - so auch meine Kritik - zieht es bspw. das StudiVZ vor, den "ignorierten" Nutzer über den "veränderten Nutzer- und Sichtbarkeitsstatus" zu informieren.
Dies könnte zu neuen Handlungen animieren und sollte daher aufgegeben werden.
Am sinnvollsten sollten einem "ignorierten Nutzer" jegliche Informationen verborgen bleiben und ein Auffinden des Profils, sowie selbstredend Kontaktoptionen, unzugänglich und unmöglich sein.
Beim StudiVZ steht zu hoffen, dass die Betreiber dieses Ansinnen verstehen, ist es doch "löchrig", um es einmal freundlich zu umschreiben.
Irgendwann könnte es so laufen, dass ein Nutzer einen "ignorierten" oder "zu ignorierenden" aufgrund Belästigungen, etc. in allen Communities sperren muss, in denen er/sie registriert ist.
Dies könnte dann tatsächlich eine "unzumutbare Härte" sein oder werden.
Womit sich die Praxis von Unterlassungsklagen und Anzeigen auch auf diesen Online-Bereich ausweiten könnte.
Vorher allerdings steht zu vermuten, dass die Betreiber als Mediatoren viel stärker in "Haftung", oder besser in "Mitverantwortung" genommen werden als heute. So dürften Richter und Gerichte zunächst zumutbare Auflagen an Betreiber stellen, die Sicherheit der Nutzer zu garantieren oder bspw. unerwünschte, resp. belästigende Nutzer gänzlich erfolgreich und dauerhaft zu sperren.
Umso sinnvoller, je früher Plattformen und Betreiber wie StudiVZ ihre Sicherheits- und Privatsphärenpolitik ändern und Systeme anpassen. Sie kommen meiner Ansicht nach nicht darum herum und womöglich werden ihnen die Nutzer das per Mausklick irgendwann diktieren, sollten sie eklatant im Hintertreffen liegen.
Wenn der "Stalker" aber öffentlich gewonnene Informationen nutzt um damit öffentlich, also "offline" und real nachzustellen, zu verfolgen und "belästigen", dürfte die erste Erwägung der Informationsrestriktion zwar bestehen bleiben, aber dennoch Unterlassungsverfügungen an Bedeutung gewinnen.
Zumindest die gegen ebendieses Nachstellen mit umfänglicher inhaltlicher Definition.
Es kristallisiert sich also mehr und mehr heraus, dass nicht die öffentlich gewonnenen Informationen oder die "Nachstellung" im Web bei Communities das Problem sein könnte, sondern deren Portierung in das reale Leben.
Wobei man dann wiederum mit den Mitteln des heute angewandten und "bewährten", ich meine das nicht systemstabilisierend, Strafrechts agieren kann.
Die Einbeziehung der Betreiber und eine Ausdehnung der Herrschaftsbereiche der Staaten auf das Internet dürfte die Problematik "Online-Stalking" eher stark begrenzen.
Zumindest wenn man die Eins zu Eins-Konfrontation zweier Individuen betrachtet.
Dinge wie "üble Nachreden" in Netzwerken können damit natürlich nicht gemeint sein; diese dürften aufgrund der Einfachheit, Kostengünstigkeit und der "Netzgläubigkeit", die meiner Ansicht nach stetig zunimmt, zunehmen und sich intensivieren.
Inwiefern dies aber passgenau als "Stalking" zu bezeichnen ist, ist aufgrund obig deutlicher Definition zwischen zwei Individuen, privatsphärebeschränkend, doch eher fraglich.
Die zweite oben genannte Definition, "Verhaltenskonstellation, in der eine Person der anderen wiederholt unerwünschte Kommunikation oder Annäherung erzwingt" ist schon wirksamer und interessanter, wenn man "Annäherung" auch virtuell und "Kommunikation" als umfänglichen Begriff, also die "virtuelle Existenz inklusiv", versteht.
Dann wären Nachrichten in Communities mit Inhalt, Ziel oder Richtung "Belästigung" aufgrund dort gewonnener Informationen, oder mittelbarer Verwendung dieser, als "Stalking" zu bezeichnen.
Allerdings ist dann fragwürdig, inwiefern man "Kommunikation" überhaupt als definitorisches Element des "Stalking" verstehen kann, wenn Informationen und die eigene Person öffentlich zur Schau gestellt, ja dies geradezu erwünscht und erwartet wird.
Natürlich schmälert es eine Strafttat oder deren Bestand nicht im Geringsten, doch muss meiner Ansicht nach veränderte Kommunikationsgewohnheit des Individuums und der Gesellschaft selbst zu einer Bewertungsänderung oder zumindest -infragestellung führen.
Inwiefern es dann sogar als intensiver und störender bewertet würde, weil ebendiese Kommunikationsformen und -mittel mittlerweile zum "Standard" gehören und für einige sogar "notwendig" sind, steht dahin.
"Annäherung" und "Kommunikation" im Sinne öffentlicher Plattformen kann aber wiederum, wie oben bereits kurz dargetan, durch ebendiese Plattformen administrativ oder - sofern gegeben - durch deren Nutzer beschränkt oder einseitig unterbunden werden.
Auch hier sollte das Individuum, dass angibt "bestalkt" zu werden, zunächst Schritte unternehmen um dies zumindest einseitig und für diese spezifische Person zu unterbinden.
Tut es das nicht, sollte dies mindestens bei der Strafzumessung berücksichtigt werden, ist dessen Verhalten dann doch "ambivalent".
Diese zweite Definition aber bietet deutlich mehr Raum für potenzielle Anwendbarkeiten auch im virtuellen Raum, der sich anscheinend immer stärker Einfluss und Platz nimmt im menschlichen Leben.
Nun könnte ich noch themenfern auf die Selbstwahl dessen eingehen, doch erfolgt dies in einem anderen Beitrag.
Mein Befund ist in sich unschlüssig:
Einerseits kann man das "grabben" öffentlich zugänglicher Informationen meiner Ansicht nach nicht als "Stalking" oder "Nachstellung" bezeichnen.
Des Weiteren gehe ich davon aus, dass dem Individuum bis zu einer "Zumutbarkeitsgrenze" auferlegt werden und sein dürfte, die Weitergabe von Informationen virtuell an "unerwünschte Personen" zu unterbinden.
Auch und gerade dafür bieten aktuell verwendete Communities verhältnismäßig gute Möglichkeiten, wenn sie auch nichts gegen den Datenhunger und die -weitergabe an deren Betreiber tun und intensionär tun wollen.
Auch das Kontaktieren mittels Online-Communities kann nicht per se als "Stalking" bezeichnet werden, egal mit welchen Informationen dies geschieht.
Allerdings ist das wiederum eine Verantwortungsumkehr für eine eigentlich gesellschaftlich "unerwünschte" und damit von diesre sanktionierten Handlung; wird das Individuum doch zur Sicherung der eigenen Privatsphäre zunächst zur Beschränkung seiner "public personality", also öffentlich zugänglichen Informationen, aufgefordert.
Dies könnte eine zumutbare, unter gewissen umständen aber auch unzumutbare Härte darstellen, so bespw. wenn es auf umfängliche öffentliche Informationen seiner Person existenziell - beruflich - angewiesen ist.
Der Regelfall allerdings dürfte anders aussehen und daher mit oben genannter Verantwortungsumkehr einher gehen.
Sind solche Community-eignen Optionen umfänglich ausgeschöpft, versteht sich intensivere Strafverfolgung schon von selbst.
Die Kernfrage einer möglichen Abwägung und des Interesses wäre also, inwiefern also ein Nutzer einen anderen "ignorieren", oder ihn mittels wie auch immer gearteter "Igonore-Funktion" von neuerlicher Kommuninkation abhalten muss, bevor er/sie weitere rechtliche Mittel rechtmäßig und mit Erfolgswahrscheinlichkeit in Erwägung ziehen kann/sollte.
Auch hier bleibt der Befund ambivalent: Rein rechtlich sollte man zu solchen Maßnahmen nicht erst gezwungen sein, doch dürfte die Praktikabilität aufgrund schier riesiger Datenmengen, bisher inkonsequent kontrollierbarer Plattformen und unterfinanzierter Behörden dazu nötigen.
Rechtsbeugung also zunächst voraus.
Festzuhalten ist allerdings, dass eine "Annäherung" und "Kommunikation", die nach "Ignorieren", also Beschränkung bzw. Verunmöglichung derer, aufhört bzw. nicht weitergeführt wird oder mglw. würde, nicht als "Stalking" im strafrechtlichen, harten Sinne mit direkter Folgewirkung bezeichnet werden kann oder sollte.
Freitag, 25. Dezember 2009
[Kommentar] 'Wirtschaft und Moral: Liebe in Zeiten des Marktes'
Verklärende Worte muss ich gerade in einem Beitrag auf FAZ.NET lesen, Thema "Wirtschaft und Moral: Liebe in Zeiten des Marktes".
Zunächst klingt die Überschrift ganz interessant, gerade der Dualismus "Wirtschaft" und "Moral" verspricht einen (Selbst-)kritischen Unterton zu treffen.
Doch gleich der Nachsatz "Liebe in Zeiten des Marktes" motivierte mich fast schon nicht weiterzulesen.
In letzter Zeit werde ich äußerst skeptisch, wenn ich die Wendung "in Zeiten des/der" irgendwo lese.
Leider verwendete ich sie selbst und tue das auch heute noch ab und an, obgleich ich dies zu vermeiden suche.
Denn stets geht damit nicht nur etwas historisierendes, sondern ein zum Dogma gewandter "Exklusivitätsanspruch" eines Ereignisses oder einer Tat einher.
Darauf fussend werden meist Einstellungen und Maßnahmen gefordert, sie sich meist von allem bisher dagewesenen prinzipiell zu unterscheiden hätten.
Ich zitiere hier mit nachheriger Kommentierung Teile des von der FAZ zitierten Beitragsauszugs aus dem Buch Roger de Wecks, ohne detailliert auf alles eingehen zu wollen oder zu können.
Ob ich das anzweifeln soll?
Ja, ansatzweise könnte ich das. Wer sagt, dass der sich "verliebende Mensch" keinen Positivnutzen daraus zieht?
Nur weil er - oder ein anderer Betrachter - es nicht sofort so empfindet, bestätigt es nicht die These.
Das "Sich-verlieben" könnte auch einer Rationalität folgen, die zu einer Verhaltensänderung des Individuums sowie des angehimmelten Individuums folgt. Schließlich zielen gerade die Dinge, die de Weck als "Sinnloses" und "Nutzloses" bezeichnet, auf eine Verhaltensänderung oder zumindest -beeinflussung des anderen Individuums.
Das ist schon insofern falsch, da jede "Liebe" ursprünglich auf mindestens einem "Nehmen" beruht: Nämlich das Nehmen des Lebens, resp. das Geben des Lebens durch die Eltern.
Eigentlich ein egoistisch-biologistischer Fakt, doch idealisieren und emotionalisieren wir ihn und erreichen damit eine Überhöhung und höhere Wertigkeit.
Eine Elternliebe der Kinder könnte also niemals stattfinden, wären diese nicht zuvor geboren worden. Was wiederum eine "Leistung" bzw. Handlung der Eltern voraussetzt.
Also nichts "bedingungsloses".
Vielleicht tut sie dies nicht, weil sie die zwischenmenschlichen Beziehungen auf rationaler Basis zu erklären sucht?
Und wer sagt, dass "Freundschaft" keiner wie auch immer gearteter psychologischen Verwertung einer Person beruht?
Lässt sich jemand bspw. in einer als "Freundschaft" empfundenen Beziehung ausnutzen, so sollte er daraus - theoretisch - einen Nutzen ziehen oder aufgrund höherer Opportunitätskosten andere Handlungen erwägen.
Weil sie erwarten oder hoffen, dass auch andere dies tun?
Oder wir müssten alle Erwägungen bzgl. "Positionsnutzen", "Selbstbestärkung" und "Streben nach sozialem Status" ad acta legen.
Wenn er es nicht tut, passiert ihm nicht.
Sehen andere aber seine offensichtliche Verweigerungshaltung, so könnten sie ihm erstens negativ gegenüberstehen, eine soziale Exklusion seiner Person betreiben oder ihm ebenso Hilfe in Notsituationen verweigern.
Höhe "Kosten" in jedem Falle.
Weil Solidarität dauerhaft weniger kostet als brutaler Wettkampf.
Das ist zu bezweifeln; Es wäre zu keinem Fortschritt fähig oder mglw. nicht dauerhaft überlebensfähig.
Aber daraus ein Zwang zur Gesellschaftlichkeit abzulesen, geht zu weit.
Jetzt weiß ich auch, was der Beitrag selbst soll.
Das ist so natürlich viel zu eindimensional. Theoretisch kann es bei allseitig zweckrationalen Marktteilnehmern nicht zu solchen Verwerfungen kommen, da diese Verwerfungen selbst auf Irrationalitäten beruhen.
So die graue Theorie.
Das allerdings sehe ich ebenso.
"Der Markt" ersetzte nicht "die Politik", letztere ließ sich bereitwillig ersetzen, bzw. sah dies als sinnvoll und notwendig an.
"Der Markt" ist kein höheres Wesen, wird konstitutiert und bedingt nur durch Menschen.
"Einen "freien Markt" kann es nicht geben. In Peter Ulrichs Worten: "Es gibt gar kein von ethischen und politischen Voraussetzungen freies marktwirtschaftliches System.""
Auch das findet meine Zustimmung.
Desto stärker wirken soziale Kontrollmechanismen und individuellle Verhaltensbeeinflussungen träfe es wohl besser.
Denn auch dem muss Kritik entgegen gebracht werden, was der Verfasser auch täte, wäre er nicht einseitig unkritisch.
Zunächst klingt die Überschrift ganz interessant, gerade der Dualismus "Wirtschaft" und "Moral" verspricht einen (Selbst-)kritischen Unterton zu treffen.
Doch gleich der Nachsatz "Liebe in Zeiten des Marktes" motivierte mich fast schon nicht weiterzulesen.
In letzter Zeit werde ich äußerst skeptisch, wenn ich die Wendung "in Zeiten des/der" irgendwo lese.
Leider verwendete ich sie selbst und tue das auch heute noch ab und an, obgleich ich dies zu vermeiden suche.
Denn stets geht damit nicht nur etwas historisierendes, sondern ein zum Dogma gewandter "Exklusivitätsanspruch" eines Ereignisses oder einer Tat einher.
Darauf fussend werden meist Einstellungen und Maßnahmen gefordert, sie sich meist von allem bisher dagewesenen prinzipiell zu unterscheiden hätten.
Ich zitiere hier mit nachheriger Kommentierung Teile des von der FAZ zitierten Beitragsauszugs aus dem Buch Roger de Wecks, ohne detailliert auf alles eingehen zu wollen oder zu können.
"Verliebtheit ist unökonomisch, der verliebte Mensch unternimmt Sinnloses, Zweckloses, Nutzloses, Hoffnungsloses."
Ob ich das anzweifeln soll?
Ja, ansatzweise könnte ich das. Wer sagt, dass der sich "verliebende Mensch" keinen Positivnutzen daraus zieht?
Nur weil er - oder ein anderer Betrachter - es nicht sofort so empfindet, bestätigt es nicht die These.
Das "Sich-verlieben" könnte auch einer Rationalität folgen, die zu einer Verhaltensänderung des Individuums sowie des angehimmelten Individuums folgt. Schließlich zielen gerade die Dinge, die de Weck als "Sinnloses" und "Nutzloses" bezeichnet, auf eine Verhaltensänderung oder zumindest -beeinflussung des anderen Individuums.
"Dessen ungeachtet ist die Kinderliebe der Eltern so bedingungslos wie die Elternliebe der Kinder. Beide beruhen nicht auf Geben und Nehmen."
Das ist schon insofern falsch, da jede "Liebe" ursprünglich auf mindestens einem "Nehmen" beruht: Nämlich das Nehmen des Lebens, resp. das Geben des Lebens durch die Eltern.
Eigentlich ein egoistisch-biologistischer Fakt, doch idealisieren und emotionalisieren wir ihn und erreichen damit eine Überhöhung und höhere Wertigkeit.
Eine Elternliebe der Kinder könnte also niemals stattfinden, wären diese nicht zuvor geboren worden. Was wiederum eine "Leistung" bzw. Handlung der Eltern voraussetzt.
Also nichts "bedingungsloses".
"Die herkömmliche Wirtschaftswissenschaft hat Freunde gar nicht vorgesehen."
Vielleicht tut sie dies nicht, weil sie die zwischenmenschlichen Beziehungen auf rationaler Basis zu erklären sucht?
Und wer sagt, dass "Freundschaft" keiner wie auch immer gearteter psychologischen Verwertung einer Person beruht?
Lässt sich jemand bspw. in einer als "Freundschaft" empfundenen Beziehung ausnutzen, so sollte er daraus - theoretisch - einen Nutzen ziehen oder aufgrund höherer Opportunitätskosten andere Handlungen erwägen.
"Warum arbeiten Menschen gemeinnützig?"
Weil sie erwarten oder hoffen, dass auch andere dies tun?
Oder wir müssten alle Erwägungen bzgl. "Positionsnutzen", "Selbstbestärkung" und "Streben nach sozialem Status" ad acta legen.
"Wieso setzt ein Passant sein Leben aufs Spiel, um einen Ertrinkenden zu retten?"
Wenn er es nicht tut, passiert ihm nicht.
Sehen andere aber seine offensichtliche Verweigerungshaltung, so könnten sie ihm erstens negativ gegenüberstehen, eine soziale Exklusion seiner Person betreiben oder ihm ebenso Hilfe in Notsituationen verweigern.
Höhe "Kosten" in jedem Falle.
"Der Darwinsche Kampf ums Überleben hat die Spezies Mensch nicht nur auf Konkurrenz getrimmt, sondern auch auf Solidarität."
Weil Solidarität dauerhaft weniger kostet als brutaler Wettkampf.
"Auch Liberale, die das Individuum in den Mittelpunkt rücken, müssen es als soziales Wesen begreifen. Es braucht gelingende Beziehungen zu seinen Mitmenschen wie die Luft zum Atmen; ohne Zuwendung und Zuneigung verdorrt es."
Das ist zu bezweifeln; Es wäre zu keinem Fortschritt fähig oder mglw. nicht dauerhaft überlebensfähig.
Aber daraus ein Zwang zur Gesellschaftlichkeit abzulesen, geht zu weit.
"Der Kapitalismus scheitert, wenn er sich zu sehr auf diesen homo oeconomicus - etwa auf den Bonus-Banker - stützt und ihn sogar heranzüchtet."
Jetzt weiß ich auch, was der Beitrag selbst soll.
Das ist so natürlich viel zu eindimensional. Theoretisch kann es bei allseitig zweckrationalen Marktteilnehmern nicht zu solchen Verwerfungen kommen, da diese Verwerfungen selbst auf Irrationalitäten beruhen.
So die graue Theorie.
"Heute beherrscht der Markt die Gesellschaft, statt ihr zu dienen."
Das allerdings sehe ich ebenso.
"In einer enthemmten und enthemmenden Wirtschaftsdoktrin liegt der tiefere Grund für die Krise. Der Markt ersetzte sowohl die Moral als auch die Politik."
"Der Markt" ersetzte nicht "die Politik", letztere ließ sich bereitwillig ersetzen, bzw. sah dies als sinnvoll und notwendig an.
"Der Markt" ist kein höheres Wesen, wird konstitutiert und bedingt nur durch Menschen.
"Einen "freien Markt" kann es nicht geben. In Peter Ulrichs Worten: "Es gibt gar kein von ethischen und politischen Voraussetzungen freies marktwirtschaftliches System.""
Auch das findet meine Zustimmung.
"Je stärker sich Menschen zusammengehörig fühlten, desto bewusster befolgten sie Regeln des Zusammenlebens, erläutert der Psychoanalytiker und Ethnologe Mario Erdheim."
Desto stärker wirken soziale Kontrollmechanismen und individuellle Verhaltensbeeinflussungen träfe es wohl besser.
Denn auch dem muss Kritik entgegen gebracht werden, was der Verfasser auch täte, wäre er nicht einseitig unkritisch.
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